People buy why you do it, not what you do! Das Highlight zum Schluss

Ein Reisebericht von Liv Bianchet, EMBA Marketing
(Alle Bilder wurden von der Autorin zur Verfügung gestellt)

 

 

Unsere Reisegruppe beim White House, anschliessend zum Kaffee zu Michelle

Unsere Reisegruppe beim White House, anschliessend zum Kaffee zu Michelle

Nach einem spannenden, anspruchsvollen Jahr an der HWZ – beide Theorieprüfungen bereits abgeliefert – hatten wir uns den Trip in die USA verdient. Im Vorfeld wurden uns die zu besprechenden Cases zugestellt und wir haben uns alle vorgenommen, diese zu lesen. Wie sich dann herausstellte, beanspruchte die Vorbereitung doch wesentlich mehr Zeit, als wir uns so beim Überfliegen gedacht hatten.

Doch davon liessen wir uns nicht beirren und freuten uns wie kleine Kinder auf die Reise. Viele von uns sind Eltern kleiner Kinder und somit gab dies auch die Gelegenheit auf etwas «me-time». Eine Gruppe von uns hatte sich zu einer kleinen, feinen Reisegesellschaft zusammengetan und zusätzlich zum Aufenthalt an der Darden Business School der Universität Virginia, einen Road Trip geplant. Wir waren acht an der Zahl und planten voller Eifer: Angefangen mit einem Aufenthalt in Washington, dann mit einem gemieteten Bus nach Charlottesville zu fahren und nach der Uni-Woche nach Newark um schliesslich noch ein paar Tage in New York zu verbringen.

Die Reise am Freitag verlief gut, ohne Zwischenfälle und das Hotel in der Nähe des Dupont Circle war sehr angenehm. Das Viertel stellte sich als belebter Stadtteil heraus: Vielen Restaurants, Bars und kleine hübsche Cafés. Tapfer hielten wir am ersten Abend nach der langen Reise durch und landeten in einem witzigen Burger-Restaurant mit etwa 25 verschiedenen Bieren vom Fass. Leider aber kein einziges alkoholfreies Bier für unsere werdende Mama der Gruppe.

Am nächsten Tag ging’s frühzeitig aus den Federn, damit wir die Stadt auch wirklich angucken konnten. Obwohl Washington nicht so gross ist, brauchte es dennoch Zeit und viel Beinarbeit. Mit Hilfe der U-Bahn ist alles recht gut zu Fuss erreichbar. Zwei unserer Jungs hatten wohl etwas Jetlag und sind früher als alle anderen raus und haben in dieser Zeit für alle Tickets für das Washington Monument besorgt. Diese kostenlosen Tickets sind begehrt und in der Regel kurz nach Schalteröffnung weg. Die Sightseeing Hop on – Hop off Busse, die durch Washington tourten, kosten um die 50 USD. Wir kauften stattdessen ein U-Bahn Day Ticket für 14 USD und schnallten die schnellen Schuhe an, um den Marsch zu bewältigen. Wir hatten ja Zeit.

Fliegende Verpflegung rund um die Touristen-Attraktionen

Fliegende Verpflegung rund um die Touristen-Attraktionen

Wir absolvierten das ganze ‹Touri-Programm› mit House of Justice High Court, Capitol, White House, Lincoln Memorials, Martin Luther King-Memorial, Holocaust-Memorial, sämtliche Kriegs-Memorials –von denen gab es einige – und schliesslich das Washington Memorial. Aus den Ausgucken konnten wir über ganz Washington sehen. Unterhalb dieses Fensters, gab es Bilder wie das Gelände früher ausgesehen hatte. Heute gibt es erstaunlicherweise sehr viel mehr Grünfläche. Die Flächen waren eher braun statt grün und die Weiher hatten wenig Wasser, denn auch Washington DC hatte mit Trockenheit zu kämpfen. Dafür begannen die Kirschbäume zu blühen und in einer Woche würden diese dann in voller Blüte stehen, teilte uns der Park-Ranger mit. Es lohnt sich, mit den Park-Rangern zu sprechen. Sie können einem vieles über Washington erzählen: So erfuhren wir, warum es in DC selber keine Wolkenkratzer hat: Keines der Gebäude darf höher als das Capitol sein.

 

Ausguck aus dem Washington Memorial mit dem Bild wie es war…

Ausguck aus dem Washington Memorial mit dem Bild wie es war…

...und wie es heute ist.

…und wie es heute ist.

Am Sonntag hiess es schon wieder Abschied nehmen von Washington. Nach einem deftigen amerikanischen Frühstück mit Hashbrowns (Rösti), Eiern, Speck, Pancakes und dem leckeren dünnen Kaffee, fuhren wir zurück zum Flughafen. Dort nahmen wir freudig unseren Schulbus entgegen. Glücklicherweise dachte unser Banker daran, beim Empfang Fotos des Fahrzeuges zu machen. Der Bus hatte nämlich eine riesige Beule auf der einen Seite. ‹Dardie› wie wir unseren Schulbus liebevoll nannten, bot 12 Plätze und genug Raum für unser Gepäck und das war umfangreich. Einige von uns hatten noch Bücher für die Masterarbeit dabei und demnach entsprechend grosse Koffer. Um genau zu sein einer, wir Frauen brauchten Platz fürs Shopping. Bücher klingen einfach besser.

Lovely Dardie

Lovely Dardie

Unsere Fribourgerin hatte ein Navigationsgerät mit den US-Karten mitgebracht, was wir super brauchen konnten. Alles hatte sie bestens vorbereitet und die Route nach Charlottesville programmiert. Niemand erachtete es für nötig auf die Karte zu sehen. Wir verliessen uns komplett auf das Gerät. Schon bald nach Washington irgendwo in Virginia, dirigierte uns «Dagmar» vom Highway. Etwas irritiert nahmen wir das hin und folgten ihren Anweisungen. Immer weiter ins Outback und kleinere Landstrassen mitten durchs Nirgendwo dirigierte sie uns unbeirrt. DAS war Amerika! Hier und da stand plötzlich ein Haus, mit mindestens drei Pickups davor, mitten im Wald. Alle paar Kilometer befand sich eine Kirche, vergessene Schrottplätze, manchmal eine Weide mit Kühen, kleine Farmen. Unser Youngster sah sich wieder in den Psycho-Thrillern wie «Last house on the left».

Virginia Outback

Virginia Outback

Irgendwann, mit «Dagmars» freundlicher, aber bestimmter Anweisung, erreichten wir wieder eine grössere Landstrasse. Da waren wir dann doch etwas beruhigter. In Madison – ungefähr eine Stunde von Charlottesville entfernt –, kehrten wir etwas abseits der Strasse in ein Restaurant ein, das bestimmt nirgends in einem Führer erwähnt worden war. Zu Unrecht, wie wir fanden. Die Sandwiches mit Burger, Pulled Pork oder Beef sowie alles andere, das wir schlemmten, war sehr lecker und die Bedienung äusserst freundlich. Der Laden schien in der Gegend sehr beliebt zu sein, er war am Sonntagnachmittag voll und eine Theke mit Merchandising Artikeln vom «Pig &Steak» lud zum Souvenir-Shopping ein. Der Berner meinte lakonisch, dass der Beizer wohl ein MBA in Marketing gemacht habe.

Pig & Steak Merchandising

Pig & Steak Merchandising

Pulled Pork Sandwich

Pulled Pork Sandwich

«Dardie» tuckerte zuverlässig mit immer gespannteren Studierenden im Innenraum in Richtung Charlottesville, das wir um vier erreichten. Eine Stunde bis Beginn der ersten Lektion im Hauptgebäude – am Sonntag! Die Auffahrt und die Gebäude hinterliessen einen tollen ersten Eindruck. Die grosse Treppe vor dem Unigebäude wirkt erhaben. Ebenso der Eingang, das Foyer und die verschiedenen Säle mit den hohen Decken und Kuppeln. Gespannt suchten wir das Klassenzimmer auf, in welchem sich schon einige Studenten auf zugewiesenen Plätzen hingesetzt hatten. Natürlich war es auch ein freudiges Wiedersehen mit den jeweiligen Klassenkameraden und ein neugieriges Begrüssen der anderen Studenten vom EMBA General Mangement und Master of Science (MSc). Das wird eine spannende Woche!

Die Treppe zu den heiligen Hallen

Die Treppe zu den heiligen Hallen

Nachdem Ruhe eingekehrt war, stellten sich Raj Venkatesan und Bobby Parmar als unsere Hauptprofessoren vor und Holly, die gute Seele, erläuterte uns den Ablauf der Woche. Dann ging es gleich los mit dem ersten Case. Die Art und Weise, wie hier an der Darden Business School unterrichtet wird, war uns weitgehend unbekannt. Mit Fragen ins Plenum wurde nach und nach die Lösung des Cases erarbeitet. Spannend, wie die Theorie, welche wir nun ein Jahr lang eingetrichtert bekamen, zu einem Gesamtbild zusammengefügt wurde. Für die Master-of-Science Studenten, die noch nicht so lange dabei sind, mit Sicherheit die grössere Herausforderung als für uns alten Hasen vom General Management und Marketing. Der lebendige und interaktive Unterricht machte Spass, zumal Raj und Bobby nicht alles so ernst nahmen und gerne mal den Einen oder Anderen auf die Schippe nahmen.

Nachdem die beiden mit der erarbeiteten Lösung zufrieden waren, fand die offizielle «Reception» statt. Der Direktor begrüsste uns und stellte die Professoren Wilcox und Wicks vor, die ebenfalls unterrichten würden. Für den Freitag, als Highlight, durften wir R. Edward Freemann und Gregory Fairchild erwarten.

Montagmorgen Punkt acht Uhr ging es, nach einer für mache langen Nacht im Universitäts-Pub, los mit dem ersten Case. Schlag auf Schlag wurde im Klassenzimmer gearbeitet. Bobby und Raj wurden nicht müde, uns weiter anzutreiben und pickten auch fleissig Studenten aus der Runde, um eine Aussage zum Thema zu machen. «Aaaaaaaah, interesting point. Tell me more!» kam die Antwort und so kitzelten sie weitere Ansichten aus den Studenten heraus. Während einer 15-minütigen Pause konnten wir uns an dem reichhaltigen Buffet vor dem Klassenzimmer verpflegen. Bagels, Muffins, Früchte, Tee, Softdrinks, Müsli, Joghurt, alles war da! Bis zum Lunch wurde im gleichen Pace weitergearbeitet.

In der einstündigen Mittagspause bedienten wir uns am reichhaltigen Buffet von Salaten und verschiedenen warmen Menüs. Dem Dessertbuffet schenkte die Küchencrew wohl immer besonders viel Beachtung, denn das war mehr als üppig. Um ein Uhr trafen wir uns mit vollen Bäuchen und noch nicht ganz ausgekühlten Köpfen in den Lerngruppen, um die nächsten Cases zu besprechen. Ab halb zwei ging es im Plenum weiter bis um fünf Uhr. Nudelfertig, aber zufrieden nach diesem interessanten Nachmittag verliessen wir das Hauptgebäude. Die einen gingen zum Sport, die anderen entspannten sich auf den Zimmern und einige machten sich auf für einen Ausflug ins Städtchen Charlottesville.

Pretty Charlottesville

Pretty Charlottesville

Nachdem wir, also die Marketers, in der Stadt in einem japanischen Restaurant gespeist hatten, fuhren wir alle in «Dardie» gequetscht zurück und ein Teil von uns stattete dem Campus-Pub noch einen Besuch ab. Mit den anderen Studierenden, die schon dort waren, ergab sich ein fröhlicher, ungezwungener Austausch über die Disziplinen hinweg. Bartenderin Kim nahm das mit der letzten Runde zu unserem Glück nicht so genau, obwohl es ihren Feierabend weiter hinauszögerte.

Am Dienstag ging es im gleichen Tempo weiter mit den nächsten Cases. Was uns allgemein erstaunte, war dass sich viele Themen um Ethik im Geschäftsalltag drehten. Es lag ihnen sehr am Herzen zu vermitteln, dass mehr oder weniger bei jeder Managemententscheidung immer eine ethische

Komponente zu betrachten ist.

Am späteren Nachmittag stand Besichtigung des Universitäts-Campus stand an. Mit Bussen wurden wir zum «Corner» in die Stadt gefahren, also da, wo die meisten Studenten leben. Insgesamt 30‘000 junge Menschen studieren an der University of Virginia, die Stadt hat 50‘000 Einwohner. Der Campus wurde uns von einem Studenten aus England gezeigt, der dank überdurchschnittlicher Leistung ein kostenloses Studium absolvieren darf. Ansonsten kostet ein Studium ein Vermögen, für welches sich die Studenten wie auch deren Familien oft verschulden. Bernie Sanders‘ Votum für ein kostenloses Studium fällt hier auf fruchtbaren Boden. Generell ist die politische Diskussion ein heisses Eisen. Virginia ist eher demokratisch und Charlottesville eher für Sanders. Doch in einem sind sich alle einig: «Anyone but Trump!»

On Campus. Fühle mich wieder wie 20! Vielleicht 22…

On Campus. Fühle mich wieder wie 20! Vielleicht 22…

Den Mittwochmorgen verbrachten wir im I-Lab, in dem es um die Entwicklung neuer Ideen ging. In mehreren Schritten führte uns Bobby an die Umsetzung ihrer Methode heran und dabei sind sehr witzige Erfindungen entstanden, wie eine Oxygene-Box für eine rasche Regenerierung: 10 Minuten in dieser Kapsel würden 60 Minuten joggen aufwiegen.

I-Lab Pet Shop

I-Lab Pet Shop

Am Nachmittag wurden wir von Ronald T. Wilcox in die Vergangenheit versetzt, als es um die Lancierung von Inbound-Marketing und Web 2.0 ging und gleich darauf von Raj in die Kosmetikindustrie Japans katapultiert.

Kings Family Vineyard

Kings Family Vineyard

Auf den Donnerstag freuten wir uns ganz besonders, denn am Nachmittag stand die Besichtigung eines Weingutes in der Umgebung an und die Degustation von deren Weinen. Bevor es soweit war, stand noch ein Case zu RedBull an. Dieser Fall ging recht leicht von der Hand, da sich alle ein Stück weit mit dem Produkt identifizieren konnten. Mit den Bussen fuhren wir zum Weingut der Familie King in Crozet, das wunderschön in sanften Hügeln eingebettet liegt. Ausser Wein interessiert sich die Familie auch für Polo. Sie hat sogar eigene Polo-Pferde und einen Platz auf welchem in der Saison regelmässig Spiele stattfinden. Ellen King zeigte uns den Produktionsort ihrer Weine. Gerade mal 66‘000 Flaschen stellt die Familie pro Jahr her. Die Weine werden vor allem an lokale Restaurants verkauft und einige behalten sie für den eigenen Shop zurück. Die Wein-Touren werden auf der Virginia Wein-Route immer beliebter.

Das perfekte Osterei

Das perfekte Osterei

Zurück im Haupthaus kredenzten wir die Weine. Am Eingang bekamen wir von Holly einen Brief zugesteckt. Darin standen die Kosten des Buffets und dass das Buffet von der Universität offeriert war. Mit der Degustation und den Erläuterungen zu den Weinen ging’s gleich los. Wie üblich, wenn es ums Thema Wein geht, sind die Geschmäcker sehr verschieden. Das Käse- und Aufschnitt-Buffet jedoch, schmeckte allen. Zu diesem mussten wir dann auch Angaben auf einem Zettel machen, wie viel wir wovon gegessen hatten und wie viel dies gemäss dem Brief gekostet hätte. Wir waren gespannt, was es damit auf sich hatte.

Die Lösung: Was wir gemacht hatten, war ein Teil eines Experiments. Denn in den einen Briefen stand, dass das Buffet 50 USD gekostet hat und in den anderen 5 USD. Ziel ist herauszufinden, ob die, die einen höheren Preis im Brief stehen hatten, effektiv mehr gegessen hatten, als die mit dem tieferen Preis.

Die Hälfte des 5-Dollar-Buffets

Die Hälfte des 5-Dollar-Buffets

Die Rückfahrt war recht fröhlich und entspannt. Unterwegs liessen sich die einen am „Corner“ gleich beim Campus der UVA absetzen, die andern in der Stadt und ein Teil fuhr zurück nach Darden. Die Schreiberin liess sich am Corner absetzen, es war schliesslich St. Patricks Day und am Corner steppte der Bär. Grünes Bier in grossen Krügen floss bei den jungen Studenten in Strömen. Wir „Gesetzteren“ bemühten uns gar nicht erst mitzuhalten.

Und schon war wieder Freitag! Die Woche ist wie im Flug vorbeigegangen. Im Klassenzimmer lagen für jeden ein, in einer schönen Mappe eigeheftetes, Zertifikat und ein Foto der gesamten Studiengruppe – eine sehr schöne Erinnerung. Standen die Vorlesungen der Koryphäen der Universität an. Den Anfang machte Edward Freeman mit seinem Referat zum Thema «Purpose & Business Ethics», das er umgreifend begann, dann den Kreis immer enger zog, bis er schliesslich auf dem Punkt seiner Aussage angelangt war: «People buy why you do it, not what you do.»

Gregory Fairchild spielte mit uns den Case aus der Spielzeugindustrie «Mensch on a Bench» durch. Auch hier gab es einen grossen ethischen Punkt zu berücksichtigen, denn die Produktion des „Mensch on a Bench“ basierte auf einer religiösen Motivation um eine neue Tradition in der jüdischen Gemeinde zu etablieren.

Noch spannender ist das Engagement von Gregory Fairchild für Häftlinge in den USA. Er ermöglicht ihnen Bildung in den Haftanstalten und erleichtert so den Wiedereinstieg ins (Arbeits-)Leben. Hierfür wurde er vom Präsidenten Obama empfangen und erhielt diverse Förderbeiträge. Bildung als Grundstein für das Leben.

Nach dem Lunch berichteten uns Jungunternehmer von ihren Erfahrungen und Herausforderungen in einem Start-up. Beruhigend, dass sie hier mit denselben Schlüsselstellen kämpfen.

In der ehrwürdigen South Lounge wurden wir zur Abschieds-Reception empfangen und mit lieben Worten verabschiedet. Die General MBA Studenten hatten soeben ihren allerletzten Unterrichtstag hinter sich gebracht, wir Marketing Executives müssen «nur» noch die Masterarbeit schreiben und die  Master-of-Science-Studenten dürfen jetzt erst recht im Studium durchstarten. Lucky us!

Unsere Reisegruppe verabschiedete sich, denn wir fuhren heute noch weiter nach Bel-Air in Maryland. Das sind ca. vier Stunden Fahrt Richtung New York. Denn am Samstag musste «Dardie» in Newark  abgeben werden.

Mit unserem Hotel am Rande der Interstate hatten wir Glück In «Walking Distance» befanden sich einige Restaurants und auf gut Glück betraten wir eines davon, was sich als Glückstreffer erwies. Eine junge Frau spielte Gitarre und sang bekannte Lieder durch alle Genres durch.

Melissa Etheridge, Edie Brickell oder Joan Jet of Virginia?

Melissa Etheridge, Edie Brickell oder Joan Jet of Virginia?

Gemietet hatten wir den Schulbus mit Leer-Tank-Rückgabe und so mussten wir planen, wie viel wir noch tanken sollten. Dann ging die Schätzung los, wie viel „Dardie“ wohl verbraucht und dann die Umrechnung von Miles und Gallons in Kilometer und Liter und wieder zurück. Nun das Resultat war eindeutig uneinstimmig, aber wir vertrauten dann doch unserem Banker.

Am Samstagmorgen beluden wir gut gelaunt unseren Schulbus und düsten los in Richtung Newark. Wir waren gut in der Zeit und konnten uns einen Boxenstopp gut erlauben. Wir landeten auf einem Parkplatz mit Starbucks und davor standen reihenweise Ford Mustangs in allen Farben, Formen und jeden Alters. Die meisten mit offener Motorhaube. Wir überlegten uns, ob wir «Dardies» Muskeln auch zeigen sollten.

Noch vor Ablauf der Frist trafen wir an der Autovermietung ein und gaben unseren «Dardie» in die Obhut des Vermieters. Dieser sprach prompt die Beule auf der Seite an – zum Glück war diese dokumentiert.

Solltet erst mal «Dardies» Muskeln sehen!

Solltet erst mal «Dardies» Muskeln sehen!

Am Bahnhof angekommen, wollten wir Tickets zur New York Penn Station kaufen. Das war gar nicht so einfach: Nach etlichen Versuchen mit allen Kreditkarten Expeditionsteilnehmer, kam uns dann ein Angestellter zu Hilfe. Wir mussten in zwei Tranchen bezahlen, das war der Clou. Die Szene war allerdings köstlich – acht MBA Studenten versuchen ein Ticket zu lösen.

Abenteuerlich war auch das Einsteigen mit unseren Trunks in den Amtrak. Viel Platz gab es nicht. Doch die Fahrt dauerte nur 30 Minuten bis wir an der Penn Station ankamen. Unsere Film-Frau meinte, wir müssten hier unbedingt kurz an die Oberfläche, das sei sehr eindrücklich. Und wie! In der ganzen hohen Pracht präsentierte sich die 7th Avenue. Nicht nur Herr Waschbär lächelte glücklich!

Arrival in Penn Station, 7 th Avenue. Juhuuuu, New York gotcha!

Arrival in Penn Station, 7 th Avenue. Juhuuuu, New York gotcha!

Die nächsten Tage waren fantastisch: Viel Shopping, Sightseeing, Schweizer Künstlerduo Fischli und Weiss im Guggenheim Museum, gutes Essen und viel Spass! Der perfekte Abschluss einer wunderbaren Reise, die uns über das Studium hinaus zusammen geschweisst hat. Es war anstrengend, doch hat es sich gelohnt. Tolle Erinnerungen und einige Anekdoten nehmen wir mit nach Hause und werden wohl noch lange Zeit davon zehren.

 

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