June 9, 2026 · 40 Jahre HWZ
Zwei Geschwister, ein HWZ-Studium und viele prägende Momente
Von langen Abenden nach Lehrveranstaltungen bis zu gemeinsamen Prüfungsphasen: Bujar und Blerine Bytyqi haben ihre Zeit an der HWZ nicht nur als Studierende erlebt, sondern auch als Geschwister, die sich gegenseitig motiviert und geprägt haben. Im Interview erzählen sie, weshalb das gemeinsame Kommunikationsstudium bis heute nachwirkt.
Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.
Ihr habt von 2009 bis 2013 gemeinsam an der HWZ studiert. Wie kam es dazu, dass ihr euch beide für den Bachelor Kommunikation entschieden habt?
Bujar: Mich hat fasziniert, wie Marken, Menschen und Unternehmen wirken und wie Kommunikation Verhalten beeinflussen kann. Da wir beide bereits berufstätig waren, war die HWZ mit ihrem praxisnahen und berufsbegleitenden Ansatz ideal. Dass wir am Ende gleichzeitig denselben Studiengang gewählt haben, war nicht geplant und rückblickend etwas sehr Besonderes. Es war spannend, diesen wichtigen Lebensabschnitt gemeinsam zu erleben und sich gegenseitig auf dem Weg zu begleiten.
Blerine: Für mich war damals weniger der Begriff «Kommunikation» ausschlaggebend, sondern die Breite des Studiengangs. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau, in welche Richtung sich mein beruflicher Weg entwickeln würde.
Der Bachelor Kommunikation hat sich deshalb wie eine gute Grundlage angefühlt: praxisnah, vielseitig und offen genug, um verschiedene berufliche Optionen zu ermöglichen.
Wie war euer erster Tag an der HWZ als Geschwister im selben Studiengang: eher vertraut, ungewohnt oder sogar ein kleiner Wettbewerb?
Wir haben uns bewusst für unterschiedliche Klassen entschieden, um eine Konkurrenzsituation zu vermeiden und jedem den eigenen Raum zu geben. Gleichzeitig war es schön zu wissen, dass wir parallel denselben Studiengang absolvieren. Konkurrenz gab es zwischen uns tatsächlich nie, eher gegenseitigen Respekt und Unterstützung.
Gab es Momente im Studium, in denen ihr besonders voneinander profitiert oder euch gegenseitig motiviert habt?
Blerine: Definitiv. Gerade während intensiver Prüfungsphasen oder bei grösseren Projekten haben wir uns oft gegenseitig motiviert und unterstützt. Wir konnten uns ehrlich Feedback geben und verstanden genau, wie sich die Doppelbelastung aus Beruf und Studium anfühlt.
Bujar: Uns trennen sieben Jahre und wir ticken als Menschen unterschiedlich. Ich bin eher pragmatisch und spontan, während Blerine immer gut organisiert und strukturiert ist. Genau diese unterschiedlichen Charaktere und Herangehensweisen haben unsere Gespräche und den Austausch während des Studiums sehr spannend gemacht. Rückblickend war das ein grosser Vorteil und hat uns beide geprägt.
Wie habt ihr euch als Geschwister während intensiver Studienphasen erlebt?
Blerine: In stressigen Phasen haben wir stets versucht, uns gegenseitig zu unterstützen, statt zusätzlichen Druck aufzubauen. Oft entstanden gerade in diesen intensiven Zeiten die besten Gespräche und auch viele lustige Momente. Das Studium hat uns als Geschwister nähergebracht.
Welche Erinnerung an eure gemeinsame Zeit an der HWZ ist euch bis heute besonders geblieben?
Bujar: Die gemeinsame Dynamik während dieser Zeit: die langen Abende nach Lehrveranstaltungen, spontane Diskussionen über Projekte oder Präsentationen und das Gefühl, parallel auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Neben der Arbeit, dem vielen Lernen und dem hohen zeitlichen Aufwand erinnern wir uns auch an lustige Abende und einige coole Partys mit Mitstudierenden. Es ist diese Mischung aus viel Arbeit, spannenden Leuten und gemeinsamen Erlebnissen, die die Studienzeit an der HWZ für uns so besonders gemacht hat.
Die HWZ war für uns mehr als nur ein Studienort – viele Begegnungen und Erinnerungen begleiten uns bis heute.
Die HWZ steht für praxisnahes und berufsbegleitendes Studieren. Wie habt ihr diesen Ansatz damals erlebt und welchen Einfluss hatte er auf euren Karriereweg?
Bujar: Der praxisnahe Ansatz war für uns wahrscheinlich einer der grössten Mehrwerte des Studiums. Viele Inhalte konnte ich direkt im Berufsalltag anwenden und umgekehrt reale Erfahrungen aus dem Job in den Unterricht einbringen. Dadurch entstand ein völlig anderes Lernen als bei rein theoretischen Studiengängen.
Die Kombination aus Berufserfahrung, Praxisbezug und Austausch mit anderen Berufstätigen hat mich fachlich sowie persönlich stark weitergebracht und geprägt.
Blerine: Ein berufsbegleitendes Studium ist anspruchsvoll, aber gerade diese Kombination aus Theorie und Praxis war für mich sehr wertvoll. Ich habe in Vorstellungsgesprächen früh gemerkt, dass Arbeitgebende diesen Weg schätzen, weil du nicht nur studierst, sondern gleichzeitig Berufserfahrung sammelst und Verantwortung übernimmst.
Am Anfang fühlte sich die Doppelbelastung intensiv an, aber mit der Zeit wurde sie fast normal. Mit dem Fortschreiten des Studiums konnte ich das Gelernte immer stärker mit meinem Arbeitsalltag verbinden. Einerseits wurde ich beruflich gefestigter, andererseits hat mir das Studium neue Perspektiven eröffnet und ich konnte mich persönlich weiterentwickeln. Nach dem Abschluss habe ich den zusätzlichen Input, den Austausch und die kontinuierliche Weiterentwicklung sogar vermisst.
Wenn ihr heute auf eure Studienzeit zurückblickt: Welche Fähigkeiten oder Erfahrungen aus der HWZ begleiten euch bis heute im Berufsalltag?
Bujar: Für mich sind es analytisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und die Befähigung, komplexe Themen strukturiert zu bearbeiten. Ich habe gelernt, unterschiedliche Perspektiven besser zu verstehen und lösungsorientiert zu arbeiten. Auch Präsentationstechniken, Projektarbeit und das Arbeiten unter hohem Zeitdruck sind Fähigkeiten, die ich heute noch täglich nutze. Besonders wertvoll war aber wahrscheinlich die Kombination aus Fachwissen und Praxisnähe.
Blerine: Bis heute nehme ich vor allem die Fähigkeit mit, Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Analytisches und lösungsorientiertes Denken waren bereits früh Teil meines Arbeitsalltags und das Studium hat diese Fähigkeiten erweitert und ergänzt.
Besonders wertvoll war für mich, dass ich Wissen aufbauen konnte, das über mein jeweiliges Stellenprofil hinausging. Diese breitere Perspektive hilft mir bis heute, Zusammenhänge schneller zu erkennen, verschiedene Interessen zu verbinden und Lösungen nicht nur aus einer strategischen Sicht zu betrachten.
Seit eurem Abschluss sind einige Jahre vergangen. Wie haben sich eure beruflichen Wege entwickelt und wo zeigt sich vielleicht noch heute die Verbindung zur HWZ?
Bujar: Nach dem Studium habe ich einige Jahre in unterschiedlichen Positionen im Marketing und E-Commerce gearbeitet und dabei verschiedene Branchen und Unternehmen kennengelernt. Auf einen Tipp von Blerine hin habe ich einen MBA mit Vertiefung Markt- und Konsumpsychologie absolviert, während sie ihren Master in Wirtschaftspsychologie abgeschlossen hat. Wir sind also auch beim Master in eine ähnliche Richtung gegangen.
Die HWZ hat mich dabei unterstützt, früh Verantwortung zu übernehmen und mich beruflich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Viele Denkweisen aus dem Studium begleiten mich bis heute.
Blerine: Ich war bereits während meiner Zeit an der HWZ im Product Management tätig und konnte meine Erfahrungen danach in verschiedenen Unternehmen und Branchen weiterentwickeln. Dabei habe ich immer wieder davon profitiert, dass die HWZ eine breite, praxisnahe Grundlage vermittelt hat.
In den letzten Jahren hat sich mein Weg zusätzlich in Richtung Wirtschaftspsychologie, Coaching und persönliche Entwicklung erweitert. Aktuell verbinde ich mein Wissen aus Product Management und Wirtschaftspsychologie, um ein eigenes Angebot für Privatpersonen und Unternehmen aufzubauen.
Die Verbindung zur HWZ zeigt sich für mich heute im praxisnahen Denken, im strukturierten Vorgehen und in der Fähigkeit, Wissen aus verschiedenen Bereichen so zu kombinieren, dass daraus konkrete Lösungen entstehen.
Wie würdet ihr die HWZ jemandem beschreiben, der heute überlegt, hier zu studieren?
Bujar: Die HWZ ist eine moderne, praxisnahe und klar berufsorientierte Hochschule. Die Kombination aus Theorie, direkter Anwendung im Berufsalltag und dem Austausch mit Menschen aus unterschiedlichsten Branchen ist dabei besonders wertvoll.
Wer bereit ist, Zeit und Energie zu investieren, kann fachlich und persönlich enorm profitieren. Gleichzeitig lernt man, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu organisieren – Fähigkeiten, die weit über das Studium hinaus wichtig bleiben.
Die HWZ feiert 40 Jahre. Wofür sollte die Hochschule auch künftig bekannt sein?
Blerine: Die HWZ sollte auch künftig für Praxisnähe, unternehmerisches Denken und starke Verbindungen zur Wirtschaft stehen. Gerade in einer Zeit, in der sich Märkte, Technologien und Berufe schnell verändern, wird es immer wichtiger, Theorie und Praxis sinnvoll miteinander zu verbinden.
Gleichzeitig sollte die HWZ ihren offenen und modernen Charakter behalten und Menschen dabei unterstützen, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Genau das hat die Hochschule für uns damals ausgemacht.