HWZ Working Paper Series

Die HWZ Working Paper Series verbindet Forschung und Unternehmenspraxis und macht anwendungsorientierte Erkenntnisse und Lösungsstrategien für die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zugänglich. Ziel ist es, neue HWZ-Forschungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Hier finden Sie alle Ausgaben und Artikel der Working Paper Series sowie weiterführende Informationen rund um die Publikationsreihe.

HWZ Working Papers Beitragsbild

Management & Leadership

Abstract:

In dieser explorativen Studie wird anhand fünf deutscher Grosskonzerne untersucht, welche Mobilitätsangebote für Reisetätigkeiten bestehen und wie diese, eingebettet in eine HR-Strategie, gezielt zur Mitarbeiterbindung genutzt werden. Drei Reisezwecke werden untersucht: (1) Das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort, (2) Geschäftsreisen, um geschäftliche Auf-gaben ausserhalb des Arbeitsortes auszuüben und (3) nicht geschäftsbezogene Reisen in der Freizeit der Mitarbeitenden. Flugreisen werden in dieser Studie nicht berücksichtigt. In Anknüpfung an den demographischen (Werte-)Wandel und die erhöhte Mobilität wird in diesem Arbeitspaper insbesondere der Wunsch der Mitarbeitenden nach individueller Gestaltung von Mobilität in den Mittelpunkt gestellt: Die neuen Lebensweisen führen zu neuen Mobilitätsstilen sowohl während der Arbeits- als auch während der Freizeit und somit zu einem breiteren Bedürfnis an Mobilitätsalternativen – Multimodalität in der Mobilität ist gefragt. Der Arbeitgeber ist hervorragend positioniert, um Multimodalmobilität für sämtliche Reisezwecke der Mitarbeitenden einzuführen: Das Unternehmen bietet eine Vernetzung – eine reale Vernetzung um den Arbeitsort und eine virtuelle Vernetzung mittels Plattform – sowie einen sozialen Kontext, mittelbar aus internen Kommunikationsmassnahmen und unmittelbar aus den Erfolgserlebnissen der Arbeitskollegen, um den Umstieg auf Multimodalmobilität zu fördern.
Mittels Experteninterviews wird aufgezeigt, dass die fünf Konzerne diverse Mobilitätsangebote stellen, welche den Bedürfnissen der Babyboomer (Status), Generation X (Selbständigkeit), Generation Y (Selbstverwirklichung) und Generation Z („Anything goes“) entsprechen. Basierend auf den theoretischen Grundlagen und explorativen Ergebnissen wird ein exemplarischer Vorschlag für ein generationengerechtes Mobilitätsangebot dargelegt. Die gängigen Mobilitätsmodalitäten werden im Vorschlag nach Geschäfts-, Pendel- und Freizeitreisen ausgerichtet und den Bedürfnissen der Generationen zugeordnet. Flankierende Massnahmen wie die Bildung von Communities sowie weiterführende Handlungsempfehlungen für die Umsetzung wie die Haftungsregelung oder die einfache Verrechnung erhöhen die Praxisbezogenheit der Arbeit.

Abstract:

Dass Motivation im Verkauf eine wichtige Rolle spielt, ist nicht neu und es gibt auch eine ganze Menge an Konzepten dazu. Was bisher weitgehend vernachlässigt wurde, ist die Demotivation als Gegenstück zur Motivation. In diesem Beitrag werden die beiden Begriffe anhand der relevanten Theorien in Beziehung gesetzt zur Situation im Verkauf einer Unternehmung in der Schweiz. Daraus abgeleitet werden die Bedingungen und Erfolgsfaktoren für wirksame betriebliche Anreizsysteme erörtert: Transparenz, Individualität, Langfristigkeit, Kongruenz mit den Unternehmenszielen, Flexibilität, Leistungsorientierung und Wirtschaftlichkeit (Semar, 2004, S. 260).
Im Zusammenhang mit diesen Erkenntnissen sind in einer Befragung von Verkäuferinnen und Verkäufern die bestehenden Motivationsbarrieren ermittelt und auf Handlungsbedarf analysiert worden. Die wichtigsten acht Motivationsbarrieren – Entscheidungsfreiheiten, Einfluss auf andere Personen, Zielklarheit und -erreichbarkeit, Feedback, Leistungsanerkennung, fixer/variabler Lohnanteil, bestehendes Weiterbildungsangebot und Arbeitsprozesse – wurden in einem weiteren Schritt dem bestehenden Anreizsystem gegenübergestellt.
Aus dieser Synopse wiederum konnten konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Anreizsystems abgeleitet und in einem letzten Schritt mit Hilfe einer Nutzwertanalyse evaluiert werden. Die Kriterien dieser Evaluation waren Mitarbeitendenakzeptanz, Investitionskosten, Kostenminimierung und Umsetzungsdauer, was am Ende neben den inhaltlichen Empfehlungen auch zu einem Priorisierungsvorschlag geführt hat.
Als Quintessenz dieser Untersuchung hat sich herausgestellt, dass gar nicht den monetären Faktoren die höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, sondern eher den nicht-monetären. Eine Verbesserung der Arbeitsprozesse, um die Erledigung der täglichen Arbeiten zu erleichtern und damit gleichzeitig die Zielerreichung realistischer zu machen, hat sich als Nummer eins unter den vorgeschlagenen Massnahmen herausgestellt, gefolgt von der Empfehlung, in eine bessere Qualität der Mitarbeitendengespräche zu investieren.

Abstract:

«Meditation» ist ein breit verwendeter Begriff, wird jedoch häufig als Privatangelegenheit verstanden und findet leider (noch) wenig Anerkennung im beruflichen Umfeld. Die Meditation, prophylaktisch oder als kurative Lebensphilosophie oder -hilfe verstanden, löst bei vielen Führungskräften Skepsis aus und ist vielfach mit Vorurteilen behaftet. Es ist vielerorts noch wenig bekannt, dass der Stresslevel im beruflichen Alltag durch Meditation reduziert werden kann, eine Verminderung grüblerischer Gedanken bewirkt und eine Zunahme von Selbstführung und Mitgefühl zeigt. Dies fördert letztlich eine bessere Distanz und Abgeklärtheit zu den Dingen, damit bessere Entscheide gefällt werden können, was die Potenzialentfaltung von Führungskräften nachhaltig beeinflusst. Eine Studie der HWZ Hochschule für Wirtschaft, welche auf der Bachelor Thesis von Gina Mehmann weiterentwickelt wurde, hat sich mit dem Thema Achtsamkeitsmeditation und ihrem Nutzen für Führungskräfte in Schweizer Unternehmen beschäftigt. Der vorliegende Artikel bestätigt weitgehend, dass die Achtsamkeitsmeditation die Führungsqualität eines Vorgesetzten und somit dessen berufliche Leistungsfähigkeit, unabhängig von Geschlecht und Alter, in Schweizer Unternehmen fördern kann. Geschlechtsspezifisch kann diese Annahme nicht verallgemeinert werden, ob diese «typischen» Eigenschaften von Männern und Frauen angeboren sind oder lediglich durch die Gesellschaft vorgegeben werden. Im Weiteren ist Achtsamkeit keine Privatsache, sondern eine Voraussetzung, um ein neues Führungsverständnis positiv zu entwickeln. Es ist deshalb sinnvoll, die Methoden der Achtsamkeit mit vergleichbaren Attributen wie Stressmanagement, Kreativitätssteigerung beziehungsweise mit guten Führungsqualitäten zu verbinden. Die zahlreichen jährlich veröffentlichten Artikel zu den Wirkungen von Meditation bestätigen das zunehmende Interesse in Forschung und Praxis.

Marketing & Business Communications

Abstract:

Ingredient Branding bezeichnet die Auszeichnung bzw. Markierung von einzelnen Zutaten und Bestandteilen eines Endproduktes. Die Marke, meistens diejenige eines Inhaltsstoffes, wird für den Kunden sichtbar auf dem Endprodukt platziert. In der Regel handelt es sich hierbei um Unternehmens- oder Produktmarken. Bisher wurde Ingredient Branding wenig untersucht für die Nutzung geografischer Marken und die Herkunft von Inhaltsstoffen wie beispielsweise ein Joghurt mit „Walliser Aprikosen“ oder „Zuger Chriesi“.
In diesem Paper wird die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für Produkte mit der ausgezeichneten Herkunft einzelner Zutaten mit derjenigen für vergleichbare Produkte ohne diese Auszeichnung verglichen. In drei Studien wird am Beispiel von Lebensmitteln mit Hilfe der Kontingenten Bewertungsmethode gezeigt, dass Konsumenten eine stärkere Präferenz und eine grössere Zahlungsbereitschaft für Produkte mit geografischer Auszeichnung der Zutatenherkunft besitzen. Untersucht wurden zwei Joghurtsorten (Zuger Chriesi und Walliser Aprikosen), zwei Glacésorten (Glacé Vanille Caramel Salé mit Salz aus Bex in den Waadtländer Alpen und Vanille Glacé aus Bergmilch in Graubünden) und eine Nusstorte mit Baumnüssen aus der Schweiz.

Abstract:

Getrieben durch die Digitalisierung, agile Organisationsformen und den demographischen Wandel verändert sich auch die interne CEO-Kommunikation. Die Anzahl der Kommunikationsinstrumente nimmt zu und die Komplexität der Kommunikation hat sich erhöht. In dieser Studie untersuchen wir, wie sich die Kommunikation zwischen Geschäftsführenden („CEOs“) gegenüber den Mitarbeitenden verändert hat und sich heute sowie künftig darstellt. Auf Basis von Theorie und einem Fokusgruppengespräch werden zwei Thesen gebildet; die erste lautet: «Die Hauptfunktion der internen CEO-Kommunikation ist und wird auch künftig die Kommunikation der Strategie sein, wobei die Kommunikation von Werten künftig an Wichtigkeit gewinnen wird». Die zweite These lautet: «Die interne CEO-Kommunikation ist dazu da, Vertrauen zu schaffen (a). Im Zusammenhang mit dem Vertrauensgewinn spielt Transparenz eine wichtige Rolle (b)».
Die Thesen und Instrumente wurden operationalisiert und als Items in einen Fragebogen mit geschlossenen Antwortmöglichkeiten auf eine Likert-Skala überführt. Der Fragebogen wurde an leitende Kommunikationsexperten der 120 mitarbeiterstärksten Unternehmen in der Schweiz versandt. 67 von ihnen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt.
Die Ergebnisse zeigen u.a., dass aufgrund der Wahrnehmung der Antwortenden Strategie und Werte heute und in Zukunft wichtig bleiben, wobei die Werte die Strategie an Wichtigkeit nicht überholen. Das Gewinnen des Vertrauens ist eine zentrale Funktion der CEO-Kommunikation und Transparenz spielt dabei gemäss den Umfrageteilnehmenden in Zukunft eine noch gewichtigere Rolle. In diesen Zusammenhängen gibt die Umfrage indes auch Überraschendes preis, insbesondere dass die Befragten trotz der angenommenen, künftig noch wichtigeren Rolle der Transparenz von deren tatsächlichen Umsetzung weniger überzeugt sind. Ebenfalls überrascht, dass Onlineinstrumente weniger benutzt werden, als erwartet.

Abstract:

Kommunikation von Gemeinden dient dem Dialog zwischen Verwaltung und Bevölkerung, der Vermittlung gemeindespezifischer Inhalte mit dem Ziel, sachgerechte Entscheide über kommunale Vorlagen zu ermöglichen, und der Motivation von Nachwuchsleuten für öffentliche Ämter. Gemeindekommunikation stellt daher ein wesentliches Element der direkten Demokratie dar.

Seit einigen Jahren erreicht kein Medium mehr die Mehrheit der Bevölkerung. Gemeindeinformationen zudem stehen im Konkurrenzkampf mit Informationen verschiedenster Absender und müssen sich, um wahrgenommen zu werden, den Gewohnheiten der Bevölkerung anpassen, namentlich dem wachsenden Bedürfnis nach Veranschaulichung von Inhalten mit Bildern und Videos, die zu Geschichten verarbeitet werden im Rahmen des sogenannten Storytellings. Dabei sind besondere Anforderungen bezüglich Professionalität, Identifizierbar­keit des Absenders, Verständlichkeit für alle Zielgruppen und Unvoreingenommenheit zu erfüllen, denn Steuergelder dürfen weder für politische noch für kommer­zielle Zwecke eingesetzt werden.

Je kleiner eine Gemeinde, desto weniger Inhalte lassen sich aufgrund der Ressourcen systematisch über verschiedene Kanäle verbreiten. Für Schwerpunktthemen empfiehlt sich der Aufbau eines – internen oder externen – Kommunikationsmanagements, das Inhalte für verschiedene Kanäle konfiguriert. Vorbild ist dabei der Corporate Newsroom, ein Modell, das vor allem von Medienhäusern verwendet wird, das sich in pragmatisch angepasster Form auch für Gemeinden eignet.

Jede kommunale Kommunikationsstrategie muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie im Fall eines Ausfalls der digitalen Systeme informiert werden kann. Kommunikatives Störungspotenzial liegt auch in der Verbreitung von Falschinformationen auf der Sachebene oder zur Verunglimpfung von Verantwortungsträgern. Auch diesbezüglich sind Abwehrstrategien gefragt. Erforderlich ist eine Strukturierung der Krisenkommunikation im Rahmen der gesamten Kommunikationsstrategie unter Berücksichtigung der Besonderheiten der jeweiligen Gemeinde.

Unter den Social Media bietet sich Twitter als Kommunikationsinstrument der Gemeinde an, um kurzfristige Informationen – beispielsweise über einen Stromausfall – zu verbreiten, sowie das Online-Lexikon Wikipedia für Informationen, die über den Tag hinaus gelten. Defensiv sind die Social Media mit Blick auf Shitstorms und «Fake News» ebenso zu beachten wie die konventionellen Medien.

Abstract:

Die vorliegende Studie untersucht die Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber der gesprochenen Sprache in Call-Centern sowie den Einfluss der Ähnlichkeit zwischen Kunde und Agent (Fit) auf bestimmte Erfolgsgrössen. Für die Untersuchung wurden 991 Personen befragt. Nach einem ersten Call-Center-Gespräch mit einem Agenten wurde der Gesprächspartner im Anschluss nochmals angerufen bzw. weitergeleitet und zu dem vorhergehenden Call befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten in der Studie, entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, mit der sich Call-Center häufig konfrontiert sehen, eine hohe Zufriedenheit mit den Calls ausweisen. Kundinnen und Kunden erwarten von Schweizer Unternehmen, dass diese mit Call-Centern aus der Schweiz arbeiten und sie mit einem Call-Center-Agenten Schweizerdeutsch sprechen können, sind allerdings auch flexibel, wenn dies einmal nicht so ist. Die Bedeutung der Sprache im Call-Center unterscheidet sich zudem zwischen Inbound- und Outbound-Call-Centern, wobei die Sprache bei Outbound-Anrufen nochmals einen höheren Stellenwert einnimmt. Zudem legen ältere Personen mehr Wert auf den Schweizer Dialekt, als jüngere dies tun. Insbesondere ältere Personen können mit Schweizerdeutsch besser «abgeholt» werden und ein potenzielles Gespräch ist erfolgversprechender. Eine Wirkung des Fits zwischen Kunde und Call-Center-Agent in Bezug zu Geschlecht, Alter und Sprache auf den Erfolg des Calls und die Wahrnehmung der Marke konnte nicht nachgewiesen werden. Die Daten zeigen allerdings eine Anpassung der Einstellung gegenüber der gesprochenen Sprache im Call-Center nach einem positiven Erlebnis mit einem Hochdeutsch sprechenden Agenten. Die Befragten werden offener gegenüber der gesprochenen Sprache und zeigen sich flexibler.

Abstract:

Das vorliegende Working Paper geht auf den Zusammenhang zwischen interner Kommunikation, Mitarbeiterengagement und dem Aufkommen von internen sozialen Medien ein.

Die interne Kommunikation ist heute ein anerkanntes Mittel, um den Unternehmenserfolg zu steigern. War bisher die Mitarbeiterzufriedenheit der Gradmesser für eine wirkungsvolle interne Kommunikation, so rückt der Begriff des Mitarbeiterengagements mehr und mehr in den Vordergrund. Engagierte Mitarbeitende sind aktiver, begeisterungsfähig und haben im Idealfall einen positiven Einfluss auf die Weiterempfehlungsbereitschaft des Arbeitgebers oder auf die Kundenzufriedenheit.

Unabhängig voneinander haben unterschiedliche Studien in den letzten Jahren nachgewiesen, dass interne, unternehmensweite soziale Medien auf dem Vormarsch sind und das Potenzial haben, das Mitarbeiterengagement positiv zu beeinflussen. Als integrierter Bestandteil der internen Kommunikation haben sie gegenüber den althergebrachten Intranets grosse Vorteile, vor allem aufgrund ihrer multimedialen Funktionen und der Möglichkeiten der besseren Vernetzung und des Wissensaustausches – Faktoren, die für das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen und das Mitarbeiterengagement förderlich sind. Diese Ergebnisse wurden durch eine Online-Befragung von 157 Beschäftigten im Rahmen einer Bachelor Thesis der HWZ bestätigt. Die Nutzung eines sozialen Mediums korreliert darin positiv mit der Identifizierung mit dem Unternehmen und der Bereitschaft, sich für dieses zu engagieren.

Unternehmen sind gut beraten, solche Plattformen in Ergänzung oder Ablösung zu bestehenden Intranets einzuführen. Dabei ist der Befähigung der Mitarbeitenden und der Vorbildfunktion des Managements grosse Aufmerksamkeit zu schenken, um die wertvolle betriebswirtschaftliche Ressource des Mitarbeiterengagements voll ausschöpfen zu können.

Business Analytics & Technologies

Ziel dieser Studie ist der Vergleich der Prognosefehler hedonischer Modelle mit denjenigen von drei populären Verfahren des maschinellen Lernens (ML), die zunehmend zur Bewertung von Wohneigentum (Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen) eingesetzt werden. Bei den verwendeten Daten handelt es sich um die Transaktionspreise von ca. 120’000 Einfamilienhäusern und 160’000 Eigentumswohnungen sowie deren wichtigste Objektmerkmale, die im Zeitraum 2000-2020 in der gesamten Schweiz erhoben wurden (Quelle: SRED-Datensatz). In Übereinstimmung mit den Resultaten anderer Studien mit Schweizer und US-Immobiliendaten zeigt sich auch in dieser Studie bei zwei von drei berücksichtigten ML-Verfahren eine klare Überlegenheit dieser Methoden im Vergleich zu hedonischen Bewertungsverfahren (bei einer log-linearen Spezifikation der Bewertungsgleichung).

Marketing- und Vertriebsniederlassungen, welche in einem anderen Land als der Hauptsitz residieren, benötigen eine Sicherstellung der Liquidität in regelmässigen Abständen, um lokale Spesen, Miet- und Salärzahlungen zu ermöglichen. Normalerweise wird diese Liquidität über internationale Bankkonzerne sichergestellt, welche Überweisungen für den Hauptsitz auf das lokale Bankkonto durchführen.
In dieser Studie wird analysiert, inwiefern Kryptowährungen eine valable Alternative wären, um den Cashflow solcher Niederlassungen schneller und günstiger sicher zu stellen (Krypto-Treasury). Die Autoren untersuchen hierbei konkret die für die Schweizer Exportindustrie wichtigsten Länder und die praktische Anwendbarkeit eines solchen kryptobasierten Überweisungsmechanismus’.
Um die grundsätzliche Machbarkeit des Krypto-Treasury-Ansatzes zu analysieren, werden in einem ersten Schritt die gesetzlichen Grundlagen in den jeweiligen Ländern genauer betrachtet. Hierbei ergab die Analyse ausserhalb der Region China/Hong Kong keine Hindernisse. Auch bezüglich der Auflagen (AML/ CTF/ KYC) zeigten sich insofern keine Schwierigkeiten, dass diese Auflagen in traditionellen Bankgeschäften bereits eingehalten werden müssen. Es bestehen diesbezüglich keine anderslautenden Auflagen für Kryptowährungen.
Der Auswahl einer geeigneten Konvertierungsstelle und den damit einhergehenden Gebühren wird innerhalb der Studie ein hohes Gewicht verliehen, da davon sowohl der Prozess als auch die Kosten abhängen.
Um einen effizienten Krypto-Treasury-Betrieb zu ermöglichen, müssen die Prozesse möglichst automatisiert werden. Gemäss Untersuchung ist dies bereits bei den meisten Konvertierungsstellen gewährleistet. Weiter muss beachtet werden, dass mit der Einführung eines Krypto-Treasurys auch signifikante prozessuale Veränderungen stattfinden.
Die Grundvoraussetzungen für ein Krypto-Treasury konnten durch diese konzeptionelle Studie bestätigt werden. Es bedarf jedoch weiterer Untersuchungen, um deren Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen.

Abstract:

Preisdifferenzierung, ob räumlich, zeitlich, quantitativ oder qualitativ, gehört seit Jahrzehnten zum Alltag. Durch die zunehmende Digitalisierung und die damit einhergehende hohe Verfügbarkeit von Informationen, insbesondere von Kundendaten, eröffnen sich neue Möglichkeiten, Preisdifferenzierung dynamisch und individuell zu gestalten. Während im Onlinehandel der Preis oft dynamisch differenziert wird, ist dies im stationären Detailhandel zurzeit selten der Fall. Ein Grund dafür ist, dass die Akzeptanz einer dynamisch individualisierten Preisdifferenzierung und deren Einflussfaktoren auf die Kundenloyalität weitgehend unerforscht sind. In der vorliegenden Arbeit wird diese Fragestellung mittels quantitativer Methoden untersucht. Im Rahmen der empirischen Untersuchung zeigt sich, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit bezüglich Preisgestaltung wichtige Parameter zur Erhöhung der Akzeptanz von dynamisch individualisierten Ansätzen sind. Allerdings wurde auch eine Intensions-Verhaltens-Lücke festgestellt: Ein beachtlicher Anteil der Kunden, die Kundenprogramme aus Gründen des Datenschutzes (Stichwort «gläserne Kunden») ablehnen, sind dennoch auf sozialen Medien aktiv. Die Ergebnisse zeigen weiter, dass Kunden zwischen 18 und 35 Jahren, die sogenannten Millennials, deutlich empfänglicher für individualisierte Preise sind als Kunden fortgeschrittenen Alters. Allerdings ist die Teilnahmerate an Kundenloyalitäts-Programmen bei Millennials deutlich tiefer als bei älteren Kunden, was die Notwendigkeit einer Anpassung traditioneller Kundenbindungsprogramme an die veränderten Kundenbedürfnisse deutlich macht. Die zunehmende Individualisierung und Dynamisierung erfordern zusätzlich eine flexible Systemarchitektur, die in der Lage ist, sowohl interne Positionssysteme als auch Batch- und Real-Time-Analysesysteme in ein Gesamtsystem zu integrieren.

Abstract:

Versicherte vertrauen typischerweise ihren Versicherern, denn sonst würden sie nicht für ein zukünftiges Zahlungsversprechen vorab ihre Prämie bezahlen. Daher scheint der Austausch der Datenbank-Systeme dieser zentralen Vertrauensinstanz durch ein dezentrales System wie eine Blockchain-Infrastruktur keinen Vorteil zu bringen. Ursprünglich lag die gesamte Infrastruktur auf dem zentralen Server des Unternehmens. Definitionsgemäss würde jetzt bei einer dezentralen Infrastruktur zudem noch der Kunde die gesamte Information duplizieren müssen. Ein Beispiel für die begrifflichen Herausforderungen in diesem Kontext ist die oft im Zusammen­hang mit Blockchain-Anwendungen in der Versicherung genannte Flugverspätungs­versicherung der Axa (AXA, 2017; Coindesk, 2017). Zwar ist diese tatsächlich mit einem Blockchain-System auf der Ethereum-Plattform implementiert, aber die eigentliche Innovation liegt in der Anbindung an eine öffentlich zugängliche Flugverkehrs­datenbank und der automatisierten Auszahlung der Gutschrift im Schadenfall. Eine Tätigkeit, die genauso gut von einem zentralen Server der Axa bei kryptografischer Authentifizierung des Versicherungs­nehmers vorgenommen werden kann, solange dieser der Axa vertraut.

Hier soll nun von einem Anwendungsbeispiel berichtet werden, in dem eine aufgetretene Herausforderung in einem Geschäftsprozess tatsächlich mittels des Einsatzes einer Blockchain eine Lösung fand. Dabei wird die Blockchain als Settlement-System genutzt, um die sichere Transaktion von Insurance Linked Securities zu gewährleisten. Das Beispiel betrifft die ILS-Blockchain. Bei dieser Blockchain entsteht zwischen institutionellen Anlegern und ausgewählten Service-Providern ein Peer-to-Peer-System. Die institutionellen Anleger investieren in verbriefte versicherungsbezogene Anlagen – sogenannte Insurance Linked Securities. Seit der ersten Transaktion vor 19 Monaten ist das Universum der ILS-Blockchain kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile wurden schon 21 Cat Bond Lites als private Verbriefungen individueller Rückversicherungsverträge über die ILS-Blockchain emittiert. Das kombinierte Emissionsvolumen beträgt über 50 Mio. USD. Neben neun ILS-Fonds und Mandaten ist ein globaler Rückversicherer Teilnehmer der ILS-Blockchain. Mehrere Banken haben Interesse bekundet, als Teilnehmer oder Beobachter eigene Server anzuschliessen. Eine global agierende Bank prüft, ob sie eine Brückenrolle als Sub-Custodian für solche Interessenten einnehmen kann, die aus verschiedenen Gründen nicht direkt teilnehmen können oder wollen. Für Strukturierer oder Emittenten von Cat Bond Lites wie Solidum Partners wiederum bietet die ILS-Blockchain eine kostensparende Alternative zu den herkömmlichen Prozessen, da die Kostenstruktur durch den Wegfall der teuren Services der Investmentbanken optimiert werden konnte.

 

Ziele & Vorgaben

Das Umfeld und Netzwerk der HWZ soll einsehen können, was und wie an der HWZ geforscht wird. Die Publikation soll in diesem Zusammenhang für ein Unternehmen oder Organisation gut verständliche und anwendungsorientierte Inhalte zur Reflexion, Inspiration bis hin zu konkreten Umsetzungsempfehlungen liefern können

Publikationen in wissenschaftlichen Fachpublikationen und an Konferenzen können bei Interesse aufbauend darauf angestrebt werden, nicht zuletzt auf der Basis des Feedbacks der Reviewer.

Vorgaben und Prozedere

Alle Informationen dazu, wie Sie eine Eingabe machen können, welche Vorgaben zu berücksichtigen sind, finden Sie im Extranet in der Rubrik Forschung. Alternativ können Sie sich gerne an Dr. Claude Meier oder Dr. Laurence Polfer unter workingpaperserie@fh-hwz.ch wenden.

Eingabefristen: jeweils im Mai und November.

Prozess: Double-Blind Review Prozess

Die Aufnahme in die HWZ Working Paper Serie stellt keine Veröffentlichung im eigentlichen Sinn dar. Das Copyright verbleibt bei den AutorInnen. Alle Working Papers sind als PDF kostenlos erhältlich.

Kontakt

Portrait Claude Meier

Leiter Fachstelle Wissenschaftsmethodik

Dr. Claude Meier
+41 43 322 26 44
claude.meier@fh-hwz.ch

Portrait Laurence Kager

Thesis Management & Stv. Leitung Fachstelle Wissenschaftsmethodik

Dr. Laurence Polfer
+41 43 322 26 38
laurence.polfer@fh-hwz.ch