HWZ Working Paper Series

Die HWZ Working Paper Series verbindet Forschung und Unternehmenspraxis und macht anwendungsorientierte Erkenntnisse und Lösungsstrategien für die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zugänglich. Ziel ist es, neue HWZ-Forschungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Hier finden Sie alle Ausgaben und Artikel der Working Paper Series sowie weiterführende Informationen rund um die Publikationsreihe.

HWZ Working Papers Beitragsbild

Hier finden Sie die vergangenen Artikel der Working Paper Series:

Aktuelle Ausgabe

Bethke, Pamela; Wall, Benjamin: Mitarbeiterbindung durch ein individualisiertes Mobilitätsangebot

Abstract:

In dieser explorativen Studie wird anhand fünf deutscher Grosskonzerne untersucht, welche Mobilitätsangebote für Reisetätigkeiten bestehen und wie diese, eingebettet in eine HR-Strategie, gezielt zur Mitarbeiterbindung genutzt werden. Drei Reisezwecke werden untersucht: (1) Das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort, (2) Geschäftsreisen, um geschäftliche Auf-gaben ausserhalb des Arbeitsortes auszuüben und (3) nicht geschäftsbezogene Reisen in der Freizeit der Mitarbeitenden. Flugreisen werden in dieser Studie nicht berücksichtigt. In Anknüpfung an den demographischen (Werte-)Wandel und die erhöhte Mobilität wird in diesem Arbeitspaper insbesondere der Wunsch der Mitarbeitenden nach individueller Gestaltung von Mobilität in den Mittelpunkt gestellt: Die neuen Lebensweisen führen zu neuen Mobilitätsstilen sowohl während der Arbeits- als auch während der Freizeit und somit zu einem breiteren Bedürfnis an Mobilitätsalternativen – Multimodalität in der Mobilität ist gefragt. Der Arbeitgeber ist hervorragend positioniert, um Multimodalmobilität für sämtliche Reisezwecke der Mitarbeitenden einzuführen: Das Unternehmen bietet eine Vernetzung – eine reale Vernetzung um den Arbeitsort und eine virtuelle Vernetzung mittels Plattform – sowie einen sozialen Kontext, mittelbar aus internen Kommunikationsmassnahmen und unmittelbar aus den Erfolgserlebnissen der Arbeitskollegen, um den Umstieg auf Multimodalmobilität zu fördern.
Mittels Experteninterviews wird aufgezeigt, dass die fünf Konzerne diverse Mobilitätsangebote stellen, welche den Bedürfnissen der Babyboomer (Status), Generation X (Selbständigkeit), Generation Y (Selbstverwirklichung) und Generation Z („Anything goes“) entsprechen. Basierend auf den theoretischen Grundlagen und explorativen Ergebnissen wird ein exemplarischer Vorschlag für ein generationengerechtes Mobilitätsangebot dargelegt. Die gängigen Mobilitätsmodalitäten werden im Vorschlag nach Geschäfts-, Pendel- und Freizeitreisen ausgerichtet und den Bedürfnissen der Generationen zugeordnet. Flankierende Massnahmen wie die Bildung von Communities sowie weiterführende Handlungsempfehlungen für die Umsetzung wie die Haftungsregelung oder die einfache Verrechnung erhöhen die Praxisbezogenheit der Arbeit.

Download: Bethke, Pamela; Wall, Benjamin: Mitarbeiterbindung durch ein individualisiertes Mobilitätsangebot (PDF)

Tanner, Nicole; Mölleney, Matthias: Arbeitsmotivation und -demotivation im Verkauf: Ein Analyse der Anreizsysteme am Beispiel der Schweizer Niederlassung einer internationalen Grossunternehmung

Abstract:

Dass Motivation im Verkauf eine wichtige Rolle spielt, ist nicht neu und es gibt auch eine ganze Menge an Konzepten dazu. Was bisher weitgehend vernachlässigt wurde, ist die Demotivation als Gegenstück zur Motivation. In diesem Beitrag werden die beiden Begriffe anhand der relevanten Theorien in Beziehung gesetzt zur Situation im Verkauf einer Unternehmung in der Schweiz. Daraus abgeleitet werden die Bedingungen und Erfolgsfaktoren für wirksame betriebliche Anreizsysteme erörtert: Transparenz, Individualität, Langfristigkeit, Kongruenz mit den Unternehmenszielen, Flexibilität, Leistungsorientierung und Wirtschaftlichkeit (Semar, 2004, S. 260).
Im Zusammenhang mit diesen Erkenntnissen sind in einer Befragung von Verkäuferinnen und Verkäufern die bestehenden Motivationsbarrieren ermittelt und auf Handlungsbedarf analysiert worden. Die wichtigsten acht Motivationsbarrieren – Entscheidungsfreiheiten, Einfluss auf andere Personen, Zielklarheit und -erreichbarkeit, Feedback, Leistungsanerkennung, fixer/variabler Lohnanteil, bestehendes Weiterbildungsangebot und Arbeitsprozesse – wurden in einem weiteren Schritt dem bestehenden Anreizsystem gegenübergestellt.
Aus dieser Synopse wiederum konnten konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Anreizsystems abgeleitet und in einem letzten Schritt mit Hilfe einer Nutzwertanalyse evaluiert werden. Die Kriterien dieser Evaluation waren Mitarbeitendenakzeptanz, Investitionskosten, Kostenminimierung und Umsetzungsdauer, was am Ende neben den inhaltlichen Empfehlungen auch zu einem Priorisierungsvorschlag geführt hat.
Als Quintessenz dieser Untersuchung hat sich herausgestellt, dass gar nicht den monetären Faktoren die höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, sondern eher den nicht-monetären. Eine Verbesserung der Arbeitsprozesse, um die Erledigung der täglichen Arbeiten zu erleichtern und damit gleichzeitig die Zielerreichung realistischer zu machen, hat sich als Nummer eins unter den vorgeschlagenen Massnahmen herausgestellt, gefolgt von der Empfehlung, in eine bessere Qualität der Mitarbeitendengespräche zu investieren.

Download: Tanner, Nicole; Mölleney, Matthias: Arbeitsmotivation und -demotivation im Verkauf: Ein Analyse der Anreizsysteme am Beispiel der Schweizer Niederlassung einer internationalen Grossunternehmung (PDF)

 

Feige, Stephan; Annen, Raphael: Authentizität von Lebensmitteln durch Ingredient Branding – die Herkunft von Zutaten und Markenversprechen

Abstract:

Ingredient Branding bezeichnet die Auszeichnung bzw. Markierung von einzelnen Zutaten und Bestandteilen eines Endproduktes. Die Marke, meistens diejenige eines Inhaltsstoffes, wird für den Kunden sichtbar auf dem Endprodukt platziert. In der Regel handelt es sich hierbei um Unternehmens- oder Produktmarken. Bisher wurde Ingredient Branding wenig untersucht für die Nutzung geografischer Marken und die Herkunft von Inhaltsstoffen wie beispielsweise ein Joghurt mit „Walliser Aprikosen“ oder „Zuger Chriesi“.
In diesem Paper wird die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für Produkte mit der ausgezeichneten Herkunft einzelner Zutaten mit derjenigen für vergleichbare Produkte ohne diese Auszeichnung verglichen. In drei Studien wird am Beispiel von Lebensmitteln mit Hilfe der Kontingenten Bewertungsmethode gezeigt, dass Konsumenten eine stärkere Präferenz und eine grössere Zahlungsbereitschaft für Produkte mit geografischer Auszeichnung der Zutatenherkunft besitzen. Untersucht wurden zwei Joghurtsorten (Zuger Chriesi und Walliser Aprikosen), zwei Glacésorten (Glacé Vanille Caramel Salé mit Salz aus Bex in den Waadtländer Alpen und Vanille Glacé aus Bergmilch in Graubünden) und eine Nusstorte mit Baumnüssen aus der Schweiz.

Download: Feige, Stephan; Annen, Raphael: Authentizität von Lebensmitteln durch Ingredient Branding – die Herkunft von Zutaten und Markenversprechen (PDF)

Jäggi, Andreas; Meier, Claude: Die Rolle der CEO-Kommunikation in der digitalisierten Arbeitswelt

Abstract:

Getrieben durch die Digitalisierung, agile Organisationsformen und den demographischen Wandel verändert sich auch die interne CEO-Kommunikation. Die Anzahl der Kommunikationsinstrumente nimmt zu und die Komplexität der Kommunikation hat sich erhöht. In dieser Studie untersuchen wir, wie sich die Kommunikation zwischen Geschäftsführenden („CEOs“) gegenüber den Mitarbeitenden verändert hat und sich heute sowie künftig darstellt. Auf Basis von Theorie und einem Fokusgruppengespräch werden zwei Thesen gebildet; die erste lautet: «Die Hauptfunktion der internen CEO-Kommunikation ist und wird auch künftig die Kommunikation der Strategie sein, wobei die Kommunikation von Werten künftig an Wichtigkeit gewinnen wird». Die zweite These lautet: «Die interne CEO-Kommunikation ist dazu da, Vertrauen zu schaffen (a). Im Zusammenhang mit dem Vertrauensgewinn spielt Transparenz eine wichtige Rolle (b)».
Die Thesen und Instrumente wurden operationalisiert und als Items in einen Fragebogen mit geschlossenen Antwortmöglichkeiten auf eine Likert-Skala überführt. Der Fragebogen wurde an leitende Kommunikationsexperten der 120 mitarbeiterstärksten Unternehmen in der Schweiz versandt. 67 von ihnen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt.
Die Ergebnisse zeigen u.a., dass aufgrund der Wahrnehmung der Antwortenden Strategie und Werte heute und in Zukunft wichtig bleiben, wobei die Werte die Strategie an Wichtigkeit nicht überholen. Das Gewinnen des Vertrauens ist eine zentrale Funktion der CEO-Kommunikation und Transparenz spielt dabei gemäss den Umfrageteilnehmenden in Zukunft eine noch gewichtigere Rolle. In diesen Zusammenhängen gibt die Umfrage indes auch Überraschendes preis, insbesondere dass die Befragten trotz der angenommenen, künftig noch wichtigeren Rolle der Transparenz von deren tatsächlichen Umsetzung weniger überzeugt sind. Ebenfalls überrascht, dass Onlineinstrumente weniger benutzt werden, als erwartet.

Download: Jäggi, Andreas; Meier, Claude: Die Rolle der CEO-Kommunikation in der digitalisierten Arbeitswelt (PDF)

Raurich, Vicente; Knezić, David; Zimmermann, Patrick; Disteli, Michael; Rossi, Michael: Analyse der Wirtschaftlichkeit eines Krypto-Treasurys für exportorientierte Schweizer Unternehmen. Lohnen sich Auslandsüberweisungen per Bitcoin für das interne Treasury? Eine konzeptionelle Untersuchung mit Fokus auf die relevantesten Schweizer Exportländer

Abstract:

Marketing- und Vertriebsniederlassungen, welche in einem anderen Land als der Hauptsitz residieren, benötigen eine Sicherstellung der Liquidität in regelmässigen Abständen, um lokale Spesen, Miet- und Salärzahlungen zu ermöglichen. Normalerweise wird diese Liquidität über internationale Bankkonzerne sichergestellt, welche Überweisungen für den Hauptsitz auf das lokale Bankkonto durchführen.
In dieser Studie wird analysiert, inwiefern Kryptowährungen eine valable Alternative wären, um den Cashflow solcher Niederlassungen schneller und günstiger sicher zu stellen (Krypto-Treasury). Die Autoren untersuchen hierbei konkret die für die Schweizer Exportindustrie wichtigsten Länder und die praktische Anwendbarkeit eines solchen kryptobasierten Überweisungsmechanismus’.
Um die grundsätzliche Machbarkeit des Krypto-Treasury-Ansatzes zu analysieren, werden in einem ersten Schritt die gesetzlichen Grundlagen in den jeweiligen Ländern genauer betrachtet. Hierbei ergab die Analyse ausserhalb der Region China/Hong Kong keine Hindernisse. Auch bezüglich der Auflagen (AML/ CTF/ KYC) zeigten sich insofern keine Schwierigkeiten, dass diese Auflagen in traditionellen Bankgeschäften bereits eingehalten werden müssen. Es bestehen diesbezüglich keine anderslautenden Auflagen für Kryptowährungen.
Der Auswahl einer geeigneten Konvertierungsstelle und den damit einhergehenden Gebühren wird innerhalb der Studie ein hohes Gewicht verliehen, da davon sowohl der Prozess als auch die Kosten abhängen.
Um einen effizienten Krypto-Treasury-Betrieb zu ermöglichen, müssen die Prozesse möglichst automatisiert werden. Gemäss Untersuchung ist dies bereits bei den meisten Konvertierungsstellen gewährleistet. Weiter muss beachtet werden, dass mit der Einführung eines Krypto-Treasurys auch signifikante prozessuale Veränderungen stattfinden.
Die Grundvoraussetzungen für ein Krypto-Treasury konnten durch diese konzeptionelle Studie bestätigt werden. Es bedarf jedoch weiterer Untersuchungen, um deren Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen.

Download: Raurich, Vicente; Knezić, David; Zimmermann, Patrick; Disteli, Michael; Rossi, Michael: Analyse der Wirtschaftlichkeit eines Krypto-Treasurys für exportorientierte Schweizer Unternehmen. Lohnen sich Auslandsüberweisungen per Bitcoin für das interne Treasury? Eine konzeptionelle Untersuchung mit Fokus auf die relevantesten Schweizer Exportländer (PDF)

Ziele der HWZ Working Paper Serie

Das Umfeld und Netzwerk der HWZ soll einsehen können, was und wie an der HWZ geforscht wird. Die Publikation soll in diesem Zusammenhang für ein Unternehmen oder Organisation gut verständliche und anwendungsorientierte Inhalte zur Reflexion, Inspiration bis hin zu konkreten Umsetzungsempfehlungen liefern können

Publikationen in wissenschaftlichen Fachpublikationen und an Konferenzen können bei Interesse aufbauend darauf angestrebt werden, nicht zuletzt auf der Basis des Feedbacks der Reviewer.

Vorgaben und Prozedere

Alle Informationen dazu, wie Sie eine Eingabe machen können, welche Vorgaben zu berücksichtigen sind, finden Sie im Extranet in der Rubrik Forschung. Alternativ können Sie sich gerne an Dr. Claude Meier oder Dr. Laurence Polfer unter workingpaperserie@fh-hwz.ch wenden.

Eingabefristen: jeweils im Mai und November.

Prozess: Double-Blind Review Prozess

Die Aufnahme in die HWZ Working Paper Serie stellt keine Veröffentlichung im eigentlichen Sinn dar. Das Copyright verbleibt bei den AutorInnen. Alle Working Papers sind als PDF kostenlos erhältlich.

 

Kontakt

Portrait Claude Meier

Leiter Fachstelle Wissenschaftsmethodik

Dr. Claude Meier
+41 43 322 26 44
claude.meier@fh-hwz.ch

Portrait Laurence Kager

Thesis Management & Stv. Leitung Fachstelle Wissenschaftsmethodik

Dr. Laurence Polfer
+41 43 322 26 38
laurence.polfer@fh-hwz.ch