Team massgekocht vor dem neuen Restaurant

Im Fokus26. April 2018

A perfect match

Vor etwas mehr als einem Jahr sassen wir mit den massgekocht-Gründerinnen zusammen. Sie erzählten uns, was massgekocht ist, warum sie sich tagtäglich mit viel Herzblut dafür einsetzen, wie sie das im Bachelor-Studium Gelernte anwenden und wie sie mit der Arbeitsbelastung umgehen. Heute blicken wir mit Arbela Statovci und Ramona Romer zurück und nach vorn. Sie verraten den Geheimtipp des Sommers und wie es dazu kommt, dass ein Fussballstar in ihr Start-up investierte.

Massgekocht wurde 2017 von Arbela, Chris und Ramona gegründet. Während Ramona für die Finanzen und Prozesse zuständig ist, kümmert sich Arbela um Kommunikation und Verkauf. Chris, der Fitnesstrainer verantwortet die Küche und Menüplanung.

Massgekocht ist Partner der Fitnesschallenge Rock‘n’Run in Zürich und Bern und ist demnächst am Terrazzza Festival in Dielsdorf anzutreffen.

Werfen wir nun ein Blick zurück auf dieses Jahr. Was hat sich verändert?

Arbela Statovci (AS) Vieles. Der Business Case ist der gleiche geblieben. Verändert haben sich die Arbeitsprozesse. Wir haben gelernt, ausprobiert und optimiert. Was sich am meisten verändert hat? Wir als Personen.

Ramona Romer (RR) Wir haben uns persönlich noch besser kennengelernt. Welche Fähigkeiten wer wo am besten einsetzt, aber auch wo die eigenen Grenzen sind. Wir mussten lernen, dass es Diskussionen gibt, bei denen mal auf den Tisch geklopft wird, aber dass wir das gleiche erreichen wollen. Das braucht es zum Weiterkommen.

Bietet massgekocht immer noch dasselbe an?

RR: Ja, im Moment noch. Im nächsten Schritt werden wir Snacks, Frühstück und Abos anbieten. Ausserdem werden wir ein Restaurant eröffnen.

Kürzlich habt ihr verlauten lassen, dass die Rodriguez-Family um Fussballstar Ricardo Rodriguez bei euch als Investor einsteigt.

AS: Sie glauben an unser Konzept und noch mehr an unser Team.

RR: Dank ihnen können wir nun auch 100 Prozent für massgekocht arbeiten. Zuvor hatten wir noch Nebenjobs, um uns über Wasser zu halten.

Wie lernt man denn einen solch berühmten Fussballer kennen und wie überzeugt man ihn, in ein Zürcher Start-up zu investieren?

AS: Fussballer sind die Sportlichkeit in Person. Sie sind diszipliniert, sie wissen um die Bedeutung einer guten Ernährung – ein perfect match.

Bei uns war es so, dass Chris, der heute gerade die neue Küche unseres Restaurants testet, mit dem Jüngsten der Rodriguez-Brüder zusammen Fussball spielte. Dieser sah, was Chris immer über massgekocht gepostet hat und welche Philosophie wir haben. So führte das eine zum anderen. Wir haben uns mit ihm und seinen Brüdern getroffen und ihnen erklärt, wo wir stehen, was unsere Vision ist, was wir erreichen wollen. Das hat die drei überzeugt.

Ein Treffen und dann waren sie schon überzeugt?

Beide lachen.

RR: Ausschlaggebend war sicher das erste Treffen, aber es folgten noch weitere, die stärker in die Tiefe gingen.

AS: Die grösste Parallele ist wohl, dass sie aus sehr wenig sehr viel gemacht haben. Nebst dem Produkt, das uns verbindet, haben wir sehr viele Touchpoints. Das ist auch der Grund, dass nur sie in die «massgekocht-Familie» aufgenommen werden.

Vom individualisierten Lieferdienst zum eigenen Restaurant. Wie seid ihr zu dieser Location gekommen?

RR: Es war schon immer unser Wunsch, eine fixe Location zu finden. Es war bloss nicht so früh geplant. Da wir eigenfinanziert waren, haben wir diesen Schritt bewusst nicht gemacht. Wir haben auch keine Location gesucht, sondern sie hat uns gefunden. Einer der dortigen Partner hatte uns kontaktiert, da wir ihn bei einem gemeinsamen Event offenbar beeindruckt haben und er einen Foodpartner suchte. Es war schnell klar: Das ist eine einmalige Gelegenheit. Der Vorteil ist, dass wir nun alles inhouse haben werden. Auch die Produktion, die wir bis anhin ausgelagert hatten.

AS: Jetzt ist alles hundert Prozent massgekocht. Und langfristig gesehen rentabler.

Das heisst, dass ihr in letzter Zeit mit Personalsuche beschäftigt wart.

AS: Wir haben jetzt zwei Köche eingestellt. Das Restaurant wird aber nicht bedient sein. Es wird sehr simpel sein. Im Sommer werden wir während der Fussball-WM im Hof geöffnet haben. Das wird sicher wieder zur Personalfrage führen.

Der Hof ist also der Geheimtipp für den Zürcher Sommer?

Beide lachen.

AS: Genau. The place to be. Vor allem während der WM, da veranstalten wir ein riesiges Public Viewing.

Was gibt es denn in eurem Restaurant?

AS: Wir werden dasselbe wie bisher anbieten. Fixe sowie Wochenmenus wird es mittags und abends geben.

RR: Die Erfahrung hat gezeigt, dass es keinen Sinn macht, ein breites perfektionistisches Angebot zu führen. «Keep it simple» hat sich bewährt. Wir bauen darauf auf und erweitern, falls die Nachfrage da ist.

Wann habt ihr geöffnet?

AS: Seit dem 20. April kann man uns in der Limmatstrasse 275 in Zürich besuchen. Wir haben von Montag bis Freitag jeweils von 11.30 bis 14 Uhr und ab 17 bis 21 Uhr geöffnet.

Was erwartet ihr von eurem Restaurant?

AS: Es ist ein Ort des Zusammenkommens. Vor allem für unsere Community. Kein typisches Restaurant, sondern ein ungezwungener Ort, an dem Leute zusammenkommen.

Habt ihr Tipps für andere Gründer?

AS: Bleibt offen und verständnisvoll. Ohne gegenseitiges Verständnis macht es nicht viel Sinn.

Arbela, du beginnst im September ein Master-of-Science-Studium an der HWZ. Was gab den Ausschlag dazu?

AS: Ich möchte weiter dazu lernen. Und ich glaube, dass dieses Studium die perfekte Ergänzung zu meiner Arbeit für massgekocht ist. Überzeugt haben mich die Dozierenden und die forschungslastige, datenbasierte Ausrichtung. Ich erhoffe mir, dass ich unserem Geschäftsmodell den Feinschliff verpassen kann.

 

Portrait Aline Theiler

Aline Theiler

Manager Corporate Communications

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