Clubhouse

Aktuell22. Januar 2021

Clubhouse: Wir haben es gewagt

Nachdem wir das Geschehen auf «Clubhouse» in den letzten Tagen beobachtet, an einigen Diskussionen beigewohnt und dabei direkt mit anderen Teilnehmenden interagiert haben, eröffneten wir am Donnerstag, 21. Januar 2021, unseren ersten Raum zum Thema «Digitalisierung in der Weiterbildung».

Seit Tagen beschäftigt ein Thema die Gemüter der Online-Community: «Clubhouse», die neue Social-Networking App. Auch wir wollten wissen, was hinter dieser audiobasierten App steckt, die gerade im deutschsprachigen Raum einen regelrechten Boom erlebt, und haben einen Raum eröffnet und einen ersten Talk zum Thema «Digitalisierung in der Weiterbildung» durchgeführt. Hier ein paar Insights aus unserem Talk.

Die Zukunft der Weiterbildung im Fokus

Unseren ersten Test-Talk haben wir dem Thema «Digitalisierung in der Weiterbildung» gewidmet. Gemeinsam mit dem Publikum, das unter anderem aus verschiedenen Studierenden und Dozierenden bestand, haben wir über das vergangene Jahr gesprochen. Wir wollten wissen, wie die Zuhörer den Unterricht, der zum grössten Teil online stattfand, erlebt haben. Wie lief die Zusammenarbeit im Fernunterricht? Was war der grösste Unterschied zum Präsenzunterricht? Welche Learnings nehmen sie aus dem Online-Unterricht mit? Und wie sehen sie den Unterricht der Zukunft?

Ein reger Austausch in einer dynamischen Runde

Unsere Gesprächsrunde wurde schnell sehr lebendig. Wir als Moderatorinnen waren nicht lange alleine auf der Bühne. Erste Studierende wie Dozierende schlossen sich uns an und erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. Ein Student, der seit Beginn seines Studiums im Fernunterricht ist, vermisst zwar den physischen Austausch, war jedoch sehr überrascht, wie gut die Zusammenarbeit unter seinen Kommiliton*innen funktioniert hat. «Wir haben uns gegenseitig extrem unterstützt und versucht, unter diesen besonderen Umständen zusammenzuarbeiten. Auch das Kennenlernen untereinander verlief überraschend gut, wenn auch nur virtuell möglich.» Eine Studentin, die im Herbstsemester im Präsenzunterricht gestartet ist, hatte wenig Zeit, ihre Mitstudierenden physisch kennenzulernen und vermisst seit dem Wechsel in den Fernunterricht den persönlichen Austausch. Sie schätzt, dass einige Dozierende mit interaktiven Tools wie beispielsweise Kahoot oder miro arbeiten, wünscht sich jedoch, dass diese noch öfter eingesetzt werden, um den Unterricht aufzulockern und lebendiger zu machen. Zudem hofft sie, dass ihre Dozierenden in ihrer Studiengruppe öfters mal die Stimmung abholen und nachfragen, wie man den Unterricht verbessern kann. Noch seien die Dozierenden wenig auf Studierende eingegangen.

Ein HWZ-Absolvent, der zurzeit einen Master in London macht, hat uns erzählt, dass es an seiner Hochschule bestimmte Regeln im Fernunterricht gibt, die sich auf die Benotung auswirken. So muss in seinem Unterricht zwingend die Kamera während des Unterrichts eingeschaltet sein und die aktive Interaktion ist Teil der Beurteilung. Auch werden regelmässige Pausen vorgegeben.

Ein Dozent berichtete, wie er im Herbst zum ersten Mal wieder physisch in einer Studiengruppe unterrichtete, die sich bis zu diesem Zeitpunkt erst virtuell kannte. Das heisst, das richtige Kennenlernen hat bei diesen Studierenden noch gar nicht stattgefunden und musste zuerst einmal nachgeholt werden – dies dauerte länger als erwartet. Was ihn das vergangene Jahr aber vor allem lehrte: «Das Zeitalter des Lehrvortrags ist definitiv vorbei.» Neue Formen des Unterrichts hätten sich endlich durchgesetzt, obwohl das schon viel früher hätte passieren müssen.

Von einem virtuellen Apéro, der jeweils nach dem offiziellen Unterricht stattgefunden hat, hat uns eine Dozentin erzählt, für die der gelebte Socializing-Gedanke in dieser besonderen Zeit sehr zentral ist. «Es war schön zu sehen, dass viele Studierenden am digitalen Apéro teilgenommen haben. Dabei entstanden eben diese Gespräche, die man unter normalen Umständen jeweils in den Unterrichts-Pausen geführt hätte.» Und genau dieser Socializing-Gedanke ist es wohl, der dazu führt, dass zurzeit fast alle auf Clubhouse sein wollen.

Fazit

Der audiobasierte Zugang ermöglicht eine spannende Diskussionskultur mit anderen Menschen – etwas, das gerade in der isolierten Corona-Zeit erfrischend ist. Wir hatten gestern die Möglichkeit, uns mit Studierenden und Dozierenden von verschiedensten Hochschulen aus der Schweiz, England und Deutschland auszutauschen und konnten dabei viele Inputs und Ideen mitnehmen. Die Stunde verging wie im Flug und so viele unterschiedliche Menschen haben sich eingebracht. Deshalb unser Fazit: Wir werden definitiv weiterhin auf Clubhouse aktiv sein. Wenn ihr am nächsten HWZ Talk teilnehmen möchtet, vernetzt euch mit: Lea Bischoff, Sandra Bornand oder Laura Oderbolz. Wir freuen uns auf euch!

Übrigens: Die «10 vor 10»-Redaktion hat in der Ausgabe vom Freitag, 22. Januar 2020, die neue App unter die Lupe genommen. Dabei äusserte sich Cornelia Diethelm, Expertin für Digitale Ethik und Studiengangsleiterin des CAS Digital Ethics, zur Thematik der Weitergabe von Kontaktdaten (ab 19 Min.).

Was ist «Clubhouse»?

Was ist eigentlich «Clubhouse»? Und wieso sprechen jetzt alles von «Räumen»? Clubhouse ist ein soziales Netzwerk, das über Audio funktioniert – und zurzeit nur für Apple-User verfügbar ist. Auf der App gibt es verschiedene Räume, in denen unterschiedliche Themen diskutiert werden. Dabei gibt es eine Art virtuelle Bühne, von der aus Moderator*innen die Diskussion führen. Es gibt sowohl öffentliche Räume, in denen jeder beitreten kann, wie auch geschlossene, bei denen man mit Einladung dazu stossen kann. Ist der Raum öffentlich, kann jeder beitreten, sich unters Publikum mischen und der Diskussion beiwohnen. Für Zuhörer*innen gibt es die Möglichkeit, die Hand zu heben, um zu signalisieren, dass sie am Gespräch direkt teilnehmen wollen, sprich Fragen haben oder etwas beitragen wollen. Die Moderator*innen können sie dann auf die virtuelle Bühne holen. Jedes Clubhouse-Mitglied kann selbst Räume eröffnen, Themen festlegen und bestimmt Personen direkt einladen.

Oderbolz Laura HWZ Kommunikation

Laura Oderbolz

Project Manager Corporate Communications

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