Tali Zimmerman-Baer

Im Fokus18. Dezember 2018

«Ein Umweg gehört zum Weg»

«Karriereplanung bedeutet, seine Stärken und Interessen zu erkennen, einen Plan zu definieren und umzusetzen, offen und flexibel zu sein und nichts unversucht zu lassen», meint Tali Zimmerman-Baer, Head Channel Management Switzerland bei Human Resources der Credit Suisse. Wir haben uns mit ihr unterhalten, wieso man eine Karriere planen sollte, wie man mit Rückschlägen umgeht und weshalb Networking so wichtig ist.

Wie kann man die eigene Karriere planen?

Dazu gibt es verschiedene Wege. Grundsätzlich kann man sich an folgenden Schritten orientieren: Zunächst beurteilt man, wo man sich gegenwärtig auf dem Karriereweg befindet und prüft vorhandene und geeignete Chancen. Anschliessend gilt es, eine Entscheidung anhand von Fakten und auch dem Bauchgefühl zu treffen. Es ist immer ratsam, planmässig anhand von verfügbaren Informationen zu handeln. Das ist zwar stark vereinfacht, aber ein erster Schritt, um die Planung anzugehen.

Muss man sich ein konkretes Ziel setzen?

Das ist sicherlich hilfreich in der Planung. Wenn man sich ein Ziel setzt, von welchem man überzeugt ist, dann arbeitet man auch fokussierter.

Karriereentwicklung verlangt auch self development. Was ist damit gemeint?

Karriereentwicklung in diesem Kontext bedeutet, dass man sich in einem ersten Schritt über sich selbst Gedanken macht: Wo liegen die Stärken? Was macht man gerne und was weniger gerne? Besteht eine «Lücke» zwischen der Funktion, die man anstrebt und dem, was man an Erfahrung und Kompetenzen mitbringt, geht es darum diese zu schliessen. Das kann zum Beispiel mit einer Weiterbildung sein oder wenn möglich mit «on the job»-Training.

Wer sich weiterentwickeln will, muss die Karriere selber in die Hand nehmen und proaktiv vorgehen.

Muss man Umwege in einer Karriere in Kauf nehmen?

Ein Umweg gehört zum Weg. Nicht selten verläuft die Karriereplanung so, wie man es sich wünscht. Deshalb muss man flexibel und offen reagieren, wenn der Karriereweg nicht direkt zum erwünschten Traumjob führt.

Was ist wichtig, um weiterzukommen?

Leistung ist wichtig, aber laut diversen Studien und dem sog. PIE-Model (Performance, Image, Exposure) sind Image und Exponierung noch wichtiger. Netzwerken ist also nicht zu unterschätzen.

Wie sollte man beim Netzwerken idealerweise vorgehen?

Das Interesse an Menschen ist die Grundvoraussetzung. Steht ein Event oder Network-Apéro an, sollte man sich vorab überlegen, mit wem man warum in Kontakt treten möchte.

Mit einem Gespräch ist es aber nicht getan. Es braucht Zeit und Energie ein Netzwerk aufzubauen. Deshalb gilt: Pflege, kultiviere und erweitere dein Netzwerk ständig und systematisch. Achte beim Aufbau deines Netzwerkes auf dein persönliches Markenzeichen und darauf, wie du deinen Wert kommunizierst. Nutze die Gelegenheit, Leute aus anderen Teilen des Unternehmens in dem du arbeitest kennenzulernen, insbesondere in Bereichen/Funktionen, die dich interessieren und über die du mehr erfahren möchtest. Nutze also dein Netzwerk, um dir Wissen anzueignen, aber auch um Einfluss zu nehmen und Verbindungen zu knüpfen. Am Schluss ist es wichtig zu bedenken, dass Beziehungen auf Gegenseitigkeit beruhen.

Kommen wir zu deiner eigenen Karriere: Ist sie so verlaufen, wie du es erwartet hast?

Im Grossen und Ganzen ist sie so verlaufen, wie ich es erwartet habe. Ich habe nicht von Anfang an z.B. den Bereich betreut, den ich mir als HR Manager gewünscht habe, aber habe im Nachhinein realisiert, dass dies gut so war und ich vieles lernen konnte. Ich nehme die Aufgaben an, so wie sie kommen und schaue, wie ich sie für mich anpassen kann.

Was ist dein Rat an alle, die noch am Anfang ihres Berufslebens stehen?

Nutze die Möglichkeit, ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit bei einem Unternehmen, an dem du interessiert bist, zu absolvieren. Auch sollte man früh damit anfangen, ein Netzwerk mit aufzubauen. And last but not least: Lass dich nicht verunsichern, wenn du Absagen erhältst und wenn es mit der Jobsuche länger dauert. Irgendwann klappt es mit dem Traumjob!

 

Zur Person: Tali Zimmerman-Baer

Tali Zimmerman-Baer ist Head Channel Management Switzerland bei Human Resources der Credit Suisse und war eine von drei Referentinnen an der Veranstaltung «HWZ Empowers».

Tali Zimmerman-Baer ist seit 11 Jahren bei der Credit Suisse tätig und momentan im Experienced und Campus Recruitment verantwortlich für den Bereich Channel Management, der die Themen Diversity Recruitment, Internal Mobility und Campus Relations beinhaltet. Von 2007 – 2012 war sie in einer Senior HR Business Partner Funktion im Private Banking. 2003 – 2007 arbeitete sie in verschiedenen HR Funktionen in verschiedenen Ländern für General Electric (GE).

Tali Zimmerman-Baer hat einen MSc Abschluss von der London School of Economics.

 

 

Portrait Aline Theiler

Aline Theiler

Manager Corporate Communications

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