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Im Fokus04. April 2019

Hate Speech: Hass im virtuellen Raum

Beleidigungen, Verunglimpfungen und Herabsetzungen findet man in unzähligen Kommentarspalten in den sozialen Medien und unter Onlineartikeln. Viele lassen ihrem Hass in den sozialen Medien freien Lauf, schreiben Dinge, die sie im «echten Leben» nie aussprechen würden. Woher kommt dieser Hass und welche Möglichkeiten gibt es, ihn zu unterbinden? Und wie sieht die rechtliche Situation aus?

Schon früher in der Offline-Welt gab es Hate Speech, doch durch die verschiedenen Social-Media-Kanäle sei die Kommunikation revolutioniert worden, erklärt Sven Ruoss, Studiengangsleiter des CAS Social Media Management. «Statt Monolog steht der Dialog im Zentrum. Jeder kann mitmachen.» Dies bringe diverse Vorteile, habe aber auch gewaltige Nachteile wie «Hate Speech oder «Fake News» hervorgebracht. Und auch das Tempo der Verbreitung von Information und die Masse an verfügbarer Information ist durch das Web 2.0 extrem gestiegen. Sven Ruoss:

Da auf Social-Media-Kanälen das ‹Extreme› eine besonders grosse Aufmerksamkeit erhält, verbreiten sich ‹Hate Speech›-Inhalte teilweise sehr schnell.

Rechtliche Möglichkeiten bei Hate Speech

Doch was kann man tun, wenn man in einem Kommentar beleidigt oder angegriffen wird? Grundsätzlich gibt es bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen immer zwei Wege: den zivilrechtlichen über Art. 28 ZGB und den strafrechtlichen via Anzeige bei der Polizei. «Der erste Weg ist komplexer und mit Kosten verbunden, weshalb eine Anzeige vorzuziehen ist. Die Polizei und Judikative haben auch aufgerüstet und nehmen solche Fälle ernst», so Ioannis Martinis, Seminarleiter «Digital Law». Allerdings sei der Begriff «Beschimpfung» nicht genau definiert.

Brisant ist auch der Umstand, dass nicht nur ein Kommentar beispielsweise auf Facebook ehrverletzend sein kann, sondern auch ein «Like». Ioannis Martinis:

Wer einen ehrverletzenden Beitrag auf Facebook mit «Gefällt mir» anklickt und damit indirekt positiv bewertet und weiter verbreitet, macht sich strafbar.

Rechtliche Unterstützung und Counter Speeches

Hilfe erhält man bei «Hate Speech»-Angriffen beispielsweise von #Netzcourage, einem Verein der Betroffene direkt unkompliziert unterstützt, damit die ehrverletzenden Kommentare schnellstmöglich verschwinden.

Wer nicht den rechtlichen Weg einschlagen will oder von den Kommentaren nicht persönlich betroffen ist, sich aber gegen «Hate Speech» einsetzen möchte, kann die Initiative «Stop Hate Speech» der Alliance F unterstützen. Sie hat zum Ziel, einen Algorithmus zu entwickeln, der Hate Speech erkennt und dann an die Zivilgesellschaft weitergibt, damit diese sich mit Counter Speeches (Gegenreden) wehrt.

Auseinandersetzung mit Hate Speech im Studium

Ein Thema ist Hate Speech auch in diversen Studiengängen an der HWZ. So wird das Thema im Seminar «Digital Ethics» oder in diversen Studiengängen des Institute for Digital Business aufgenommen. Insbesondere der Studiengang CAS Social Media Management geht auf das Thema ein, wie Studiengangsleiter Sven Ruoss erklärt:

‹Fake News›, ‹Politik im Netz›, ‹Ethik des Algorithmus› oder ‹Hate Speech› sind wichtige Themen, die im CAS Social Media Management behandelt werden, beispielsweise bei der Dozentin Adrienne Fichter.

 

 

Lea Bischoff Kommunikation HWZ

Lea Bischoff

Project Manager Corporate Communications

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