Portrait Marc Pfyffer

Aktuell27. August 2020

«Kunden wollen ganzheitliche Beratung und Begleitung für ihre Transformationsprozesse»

Im November startet der neu lancierte CAS Management Consulting in Zusammenarbeit mit ASCO by EXPERTSuisse. Marc Pfyffer, Studiengangsleiter, erklärt im Interview, welche Kompetenzen in der Beratung zukünftig gefragt sind und inwiefern sich Beraterinnen und Berater weiterentwickeln müssen, um erfolgreich zu sein.

Marc Pfyffer, was macht ein guter Unternehmensberater aus?
Die Kundensituationen werden immer komplexer und dementsprechend sind die Erwartungen an die Beratenden hoch. Gute Berater müssen Aufgaben-, Prozess- und soziale Komplexität gleichzeitig managen und in Einklang bringen. Dafür benötigen sie eine Kombination von harten und weichen Kompetenzen. Harte Kompetenzen sind u.a. eine klare Positionierung und Rollenklärung, Branchen- und Fachwissen sowie Projektmanagement-Kompetenzen. Jedoch sind es insbesondere die weichen Kompetenzen, die den Unterschied machen, wie z. B. ein ausgesprochenes Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit sich zu reflektieren, die Fähigkeit Management und Mitarbeitende einzubinden, Widerstände zu identifizieren und zu überwinden, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. 

Das zentrale Merkmal guter Berater und Enablers von Transformationen sind innere Haltung und charakterliche Stärke, um für ihre Kunden Verantwortung zu tragen. Beratende benötigen einen starken ethischen Kompass sowie ein Verhalten, das Perspektiven Raum gibt, Vertrauen in die Fähigkeiten ausstrahlt und Unsicherheiten aushält. Gesucht werden kompetente und erfahrene Beraterpersönlichkeiten, die im Projekt auch Führungsaufgaben übernehmen. 

Und wie sieht der Berater der Zukunft aus? 
Die Anforderungen der Kunden wandeln sich im Rahmen der digitalen Transformation. Der wohl wichtigste Trend ist, dass Kunden vermehrt ganzheitliche Beratung und Begleitung für ihre Transformationsprozesse suchen. Das bedeutet insbesondere für mittlere und kleinere Beratungsunternehmen, dass sie sich in Netzwerken organisieren und gemeinsam beim Kunden auftreten. So sind neben der ganzheitlichen Begleitung auch Spezialisten gefragt, wie Marken- und Kommunikationsexperten/innen, IT-, Prozess- und HR-Experten/innen. Sie müssen schnell verfügbar sein und für eine rasche Umsetzung sorgen. 

Eine weitere Entwicklung ist, dass Unternehmensberater stärker in die Firmenprojekte integriert werden. Es entstehen vermehrt kollaborative Formen der Zusammenarbeit mit einem kontinuierlichen und intensiven Austausch. Die Berater sind dabei Sparringpartner ihrer Kunden, um gemeinsam mit ihnen Ideen und Innovationen in einem kreativen, innovationsförderndes Ambiente zu entwickeln.  

Ein weiterer Trend ist der Bedarf nach fortlaufendem Know-how-Transfer und die Befähigung der Kunden, d.h. Unternehmensberater sollen nicht einfach aufzeigen, wie ein Problem gelöst werden kann, sondern ihre Kunden befähigen, Probleme künftig selbst zu lösen. 

Der Beratungsmarkt ist hoch kompetitiv. Beraterinnen und Berater müssen sich laufend weiterbilden und hinsichtlich der Herausforderungen weiter professionalisieren.

In welchen Bereichen wird es zukünftig mehr Berater brauchen?  
Kunden nehmen für ihre Veränderungsvorhaben externe Unternehmensberatung in Anspruch, wenn im eigenen Unternehmen Engpässe bestehen. Unternehmensberater/innen helfen, den nächsten Entwicklungssprung zu realisieren, u.a. mit Einbringen der notwendigen Kompetenz für bestimmte Vorhaben, Kapazität und Manpower, Durchsetzungskraft und Energie, Objektivität und Sicherheit im Vorgehen. 

Branchen sind jeweils unterschiedlich stark vom digitalen Transformationszwang betroffen, z. B. sind aktuell der Detailhandel, die Medien- und Finanzbranche in einem fundamentalen Wandel. Andere Branchen werden sicher folgen.  

Auch sind Veränderungswille und Unternehmenskultur in den Organisationen verschieden. Die Art wie Berater eingesetzt werden und welcher Beratungsansatz favorisiert wird, ist je nach Unternehmen und auch Branche unterschiedlich. Was jedoch klar ist: Die Vernetztheit in Transformationen verlangen von den Beratenden ein T-shaped Profil, d.h. ganzheitliches Denken kombiniert mit punktueller Umsetzungsstärke. HR-Berater müssen sich innerhalb der Gesamttransformation einordnen können und auch mit Strategie, IT und Projektmanagement auseinandersetzen. 

Der neu lancierte CAS Management Consulting richtet sich sowohl an aufstrebende Consultants, selbständige Berater wie auch Quereinsteiger. Dennoch, was müssen die Teilnehmenden mitbringen?
Der CAS richtet sich generell an externe Berater/innen, die das professionelle Handwerkszeug eines Management Consultants weiter ausbauen und in ihren Kundenprojekten einsetzen möchten. 

Neben einer hohen Motivation haben die Teilnehmenden einen Hochschulabschluss oder einen höheren Abschluss mit mindestens zwei Jahren studienrelevanter Berufserfahrung mit idealerweise einem fachlichen Schwerpunkt.  

Auf was dürfen sich die Teilnehmenden freuen?
Das Management Consulting Rahmenmodell der ASCO führt durch die Kurse. Das Rahmenmodell schafft für die Studierenden Orientierung und zeigt wichtige Zusammenhänge auf. Darauf aufbauend wird der Praxisbezug sichergestellt mit Cases und praxisnahen Aufgabenstellungen.  

Mit zwei Leistungsnachweisen erfolgt parallel der Praxistransfer: Die Studierenden entwickeln ein eigenes Beratungsprodukt inkl. Positionierung und Vermarktung und erarbeiten anschliessend in einem Live Case ein Angebot, das vor Kunden und einer Jury präsentiert wird. 

Eine Besonderheit des Kurses ist, dass neben den harten Faktoren die weichen Faktoren stark gewichtet werden, u.a. entwickeln die Studierenden ihr persönliches Beraterprofil und trainieren zentrale Moderations- und Teambildungskompetenzen. Vor allem können sich die Studierenden auf einen regen Austausch mit gleichgesinnten, interessanten Beraterkollegen/innen mit unterschiedlichem Hintergrund freuen. 

Ich bin mir sicher, es gibt in diesem CAS auch den einen oder anderen spannenden Dozierenden von einem interessanten Unternehmen …
Alle Dozierende sind erfahrene und erfolgreiche Unternehmensberater aus etablierten Beratungsunternehmen, wie z.B. Accenture, KPMG, BearingPointImplement Consulting Groupoder Staufen Inova oder Pfyffer Schmid. Einzelne Kurse werden von Top-Spezialisten in ihrem Fach doziert, wie z.B. der Kurs «Entwicklung eines Beratungsproduktes» durch Christian Bodmer von InnoCoach oder «Moderation» durch Romano Schalekamp von DEVAS Consulting.

 

Der neue CAS Management Consulting wird in Zusammenarbeit mit ASCO und EXPERTsuisse durchgeführt.

 

 

Oderbolz Laura HWZ Kommunikation

Laura Oderbolz

Project Manager Corporate Communications

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