Aktuell | 11. Januar 2023

«Man darf keine Angst haben, Fehler zu machen»

Carolina Hofer hat den Schritt gewagt, im Ausland tätig zu sein. Seit über einem Jahr wohnt die Bachelor Business Communications-Absolventin in Paris und verantwortet für die Lemonaid Beverages GmbH das Marketing in Frankreich. Wie gross die Unterschiede in Bezug auf den Arbeitsalltag oder auch die Arbeitsweise sind, weshalb gewisse Werbungen in Frankreich nicht funktionieren und was sie denjenigen rät, die damit liebäugeln, im Ausland zu arbeiten – wir haben mit Carolina gesprochen.

Carolina Hofer Absolventin Bachelor Business Communications

Paris, eine Metropole, die für ihre vielen Museen, berühmten Bauwerke, schillernden Viertel und Plätze bekannt ist. Und weil Revolution, Romantik, Sehnsucht und Verführung untrennbar mit Paris verbunden sind, hat sie sich mit «Stadt der Liebe» einen ganz besonderen Namen gemacht. Auch für Carolina Hofer war der Wechsel in die Weltstadt an der Seine eine Herzensangelegenheit.

Die Bachelor Business Communications-Absolventin lebt seit mehr als einem Jahr in Paris und ist für das Marketing der Lemonaid Beverages GmbH, ein Bio- und Fairtrade-Getränkeunternehmen aus Deutschland, zuständig. Vorher war sie für einige Jahre als Beraterin bei Rod Kommunikation tätig.

Von Zürich nach Paris

Bevor Carolina den Schritt wagte, ins Ausland zu ziehen, war sie für mehrere Jahre als Beraterin bei Rod Kommunikation tätig. Im Ausland zu arbeiten war schon immer ein grosser Traum, den sie verfolgte. 2021 setzte sie ihren Traum um – dies auch aufgrund der Liebe. Carolinas Freund lebte bereits eine Weile in Paris und so war es für sie – nach mehreren Jahren Fernbeziehung – auch klar, dass sie sich auf die Suche nach einem Job in der französischen Hauptstadt machen möchte.

Die sprachlichen Herausforderungen

Neben der Herausforderung, sich in einer neuen Stadt und in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, gibt es natürlich auch die sprachliche Hürde. Carolina ist zweisprachig aufgewachsen – deutsch-portugiesisch – und hatte dadurch schon immer eine grosse Sprachaffinität. Französisch habe sie schon immer gemocht, aber nicht wirklich besser gesprochen als andere Deutschweizer:innen. «Ein grosser Vorteil war, dass ich bei meinem vorherigen Job oft auch mit französisch-sprechenden Kund:innen zu tun hatte.» Natürlich sei die Sprache im Arbeitsalltag immer wieder eine Herausforderung. Sie spreche dies aber auch immer ganz offen an und empfiehlt, wenn man aufgrund der sprachlichen Herausforderung zögert, ins Ausland zu gehen:

Man darf nicht Angst haben, Fehler zu machen. Meist geht es ja um den Inhalt, den man versucht, zu transportieren. Und da spielt es keine Rolle, ob man jetzt den Subjonctif richtig eingesetzt hat oder nicht.

Werbung im Ausland: Wer sich was traut

Carolina weiss, wie Werbung in der Schweiz gemacht wird – und mittlerweile auch, wie das in Frankreich läuft. Ein Unterschied sei beispielsweise, dass englische Begrifflichkeiten in Frankreich meist übersetzt werden müssen. Zudem werbe Lemonaid Beverages in Deutschland manchmal auch mit politischen Statements, in Frankreich hingegen traue man sich das nicht. «Da ist man zurückhaltender. Vielleicht weil man mit dem deutschen Getränk noch etwas neu im Markt ist», so Carolina.

Neue Stadt, andere Arbeitsweise

Der Arbeitsalltag in Paris sei natürlich anders als in Zürich. Man sei deutlich «touchier» und nicht so zurückhaltend wie in der Schweiz. Zudem starte man beispielsweise auch etwas später in den Tag. Sie betont jedoch, dass das nicht bedeutet, dass Französinnen und Franzosen weniger arbeiten: «Mir ist sehr schnell aufgefallen, wie effizient die Leute hier sind und entsprechend schnell ihre Arbeit erledigen.»

Ihr Studium an der HWZ

Caroline hat zuerst mit einem Studium in Publizistik an der Universität in Zürich begonnen, jedoch schnell bemerkt, dass ihr der fachliche Bezug fehlt. So fand sie den Weg an die HWZ. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr neben den vielen unterhaltsamen Lektionen mit ihrer Studiengruppe vor allem das Projektmanagement-Seminar in Scuol im Abschlusssemester. «In Vorfeld wurde uns damals gesagt, dass wir uns auf eine sehr strenge Woche gefasst machen müssen. Das war sie auch, aber trotzdem haben wir es uns als Studiengruppe nicht nehmen lassen, die gemeinsame Zeit nochmals richtig zu geniessen. Es war eine fantastische Woche!»

Neuer Job in einem neuen Land? Alles braucht Zeit

All denjenigen Studierenden, die damit liebäugeln, auch irgendwann mal im Ausland zu arbeiten, rät Carolina, bereits während des Studiums ein Auslandsemester in Betracht zu ziehen. Und wenn man es nach dem Studium gewagt hat und einen Job im Ausland annimmt:

Es braucht immer Zeit, in einem neuen Umfeld anzukommen. Nehmt euch mindestens 1 Jahr, um euch einzugewöhnen. Bricht nicht vorzeitig eurer Auslandabenteuer ab, sondern profitiert so lange wie möglich. Die Option, in die Schweiz zurückzukehren, besteht meistens immer: Dann aber mit vielen wertvollen Erfahrungen, die ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt.
Carolina Hofer, Absolventin Bachelor Business Communications HWZ