Beitragsbild Whitepaper Digitale Ethik

Im Fokus16. April 2019

Whitepaper Digitale Ethik: Wie die Gesellschaft ihre Werte mit den Möglichkeiten der Digitalisierung abgleicht

Das neu erschienene Whitepaper zum Thema Digitale Ethik von Cornelia Diethelm und Peter Sennhauser liefert Beispiele und Erklärungen für die neuen Fragestellungen, die sich einer digitalisierten Gesellschaft eröffnen. Dabei geht es nicht nur um definierbare Chancen und Risiken. Die Technologie schafft derart umfassende neue Möglichkeiten, dass wir entscheiden müssen, welche davon wir nutzen und auf welche wir bewusst verzichten wollen, weil sie mit bestehenden Wertvorstellungen in Konflikt geraten. Aber auch die Anpassung gewisser Werte ist eine Option: Diese Debatte ist längst eröffnet.

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Was hat ein Teddybär mit einem Sex-Roboter gemeinsam? Beides sind Dinge, die von Menschen mit subjekthaften Attributen bedacht werden. Das bedeutet, dass unser Verhalten ihnen gegenüber viel über uns, unsere Werte und unser Selbstverständnis aussagt. Aber dieses Verhalten ist nicht naturgegeben. Es  beruht auf Anstand, auf Gepflogenheiten, kurz: auf Moral. Die Moral ist einem stetigen Wandel unterworfen.

Mit jeder neuen Technologie – von der Bändigung des Feuers bis zur Klonung des Schafs Dolly – muss sich die Gesellschaft fragen, welche Chancen, welche Risiken, aber auch welche Veränderungen der menschlichen Wertvorstellungen mit ihrer Anwendung einhergehen.

Solche Fragen zu beantworten, ist eine Aufgabe der Ethik. Diese Disziplin der Philosophie widmet sich der Moral, sie hinterfragt und analysiert unser Anstandsgefühl und definiert, wo es lang gehen soll. Bisher war die Ethik mit dem Luxus von Zeit und begrenzten Räumen gesegnet: Die Moral veränderte sich langsam und konnte gut beobachtet und mit gesellschaftlichem Diskurs beeinflusst werden. Zudem war sie meist begrenzt auf ein Gebiet von ähnlicher Kultur, Sprache und Rechtssystem.

Das ändert sich mit der Digitalisierung. Die Welt wird immer mehr zu einer einzigen Metropole und das Leben darin zur Expressfahrt: Vom Dreigestirn aus steigender Rechnerleistung, explodierender Datenmenge und der globalen Vernetzung wird der Fortschritt in den Turbo-Modus versetzt. Die Technologie schafft neue Möglichkeiten und durchbricht Barrieren. Es eröffnen sich viele Chancen und Risiken. Sie auseinanderzuhalten und ethisch zu gewichten, ist nicht immer einfach; mancher Vorteil kostet die Gesellschaft ein paar Nachteile. Etwa wenn moralische Prinzipien wie Privatsphäre neuen Möglichkeiten
im Weg stehen, nämlich durch flächendeckende Datenerhebungen den Krebs zu besiegen. Oder wenn durch vernetzte autonome Fahrzeuge die Verkehrseffizienz um 30 Prozent gesteigert werden könnte, was die Wahlfreiheit des Einzelnen beschränkt.

Die «Digitale Ethik» muss sich mit den Fragen nach:

  1. Chancen und Begleiterscheinungen von Technologien,
  2. ihren Risiken und
  3. ihren Einfluss auf das menschliche Selbstverständnis

in einer digitalen Welt befassen, in der alles Datenspuren hinterlässt und dadurch erfassbar, analysierbar und beeinflussbar wird.

Beispiele und Erklärungen liefert das Whitepaper Digitale Ethik. Verfasst wurde es von Cornelia Diethelm (Seminarleiterin Digital Ethics & Gründerin Centre for Digital Responsibility) sowie Peter Sennhauser (Autor, buchundnetz.com).

Dieses Whitepaper ist eine Kollaboration des Institute for Digital Business & der HWZ Academy.

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