2020 – das ungewöhnlichste Jahr der Geschichte der HWZ

2020 wird sich als Jahr der Pandemie ins Bewusstsein der Menschen einprägen. Ende Februar kündigte sich an, dass Corona nicht lokal begrenzt bleiben wird. Die Vorbereitungen mussten sehr schnell angegangen werden. Bereits Mitte März wurde der Präsenzunterricht an der HWZ auf Online-Unterricht umgestellt. Der Lockdown und die Sommerpause wurden genutzt, um wichtige Veränderungen vorzunehmen. So wurde unter anderem das HWZ-Kundencenter eröffnet, zusätzliche Räume an der Reitergasse 9 bezogen, ein Videoraum für Dozierende eingerichtet sowie alle Unterrichtsräume der HWZ mit Videokonferenzsystemen ausgerüstet. Diese Massnahmen ermöglichen es, dass Menschen in Quarantäne und Selbstisolation sowie Personen aus der Risikogruppe trotzdem am Unterricht teilnehmen können. So sind wir nun für alle Herausforderungen im 2021 gerüstet und freuen uns, wenn wir bald wieder möglichst viele Studierende vor Ort begrüssen dürfen.

Herzliche Grüsse
Matthias Rüegg

Das Jahr kompakt in 200 Sekunden

 

Alles Digital

Nach dem Bundesratsentscheid vom Freitag, 13. März 2020, musste die HWZ den Unterricht zügig auf online umstellen. Wie diese Umstellung zu Distance Learning lief, zeigt das Beispiel des CAS Corporate Communications HWZ eindrücklich.

Distance Learning hiess die neue Herausforderung auch für die  Studiengruppen des CAS Digital Finance HWZ und des CAS Digital Insurance HWZ. Wir haben ihnen über die Schultern geschaut und einen Einblick in einen lebendigen, vom Austausch lebenden Unterricht erhalten.

Genauso gross wie die Umstellung in den Online-Unterricht war auch die Herausforderung, in den Präsenz-Unterricht vor Ort bzw. in eine hybride Unterrichtsform unter den geltenden Massnahmen zurückzukehren. Weshalb erklärt Stefan Joller, Leiter der Hochschulentwicklung, im Podcast.

Ausbildung

In der Ausbildung haben unsere Studierenden trotz den erschwerten Bedingungen Grosses geleistet. Wir haben die schönsten Geschichten und die grössten Erfolgstories zusammengefasst:

Der Kurs «Entrepreneurship» an der HWZ hat mittlerweile fast Kult-Status. Die Studierenden des Bachelor Betriebsökonomie HWZ erhalten im 6. Semester Einblick in die unternehmerische Denk- und Handlungsweise. Auch dieses Jahr ist aus diesem Kurs ein bemerkenswertes Start-up entstanden, das vom HWZ-Accelerator unterstützt wurde.

Von Politikwissenschaften über Personalmanagement zur IT:  Silvana Cucu ist IT-Projektleiterin bei der Polizei Basel-Landschaft und absolviert den Bachelor Wirtschaftsinformatik HWZ. Im Interview erzählt die Studentin mehr über ihren ungewöhnlichen Werdegang, ihr grosses Flair für Zahlen und ihre persönliche Einstellung, Brückenbauerin zu sein.

Ebenfalls Quereinsteiger*innen sind die Absolventinnen und Absolventen der Passerelle. Wie man ohne Matura erfolgreich studiert, zeigen uns Ueli Ammann, Michèle Aschwanden und Bhanuja Rathakrishnan.

Ehrliche Einblicke ins Studium gibt’s beim Bachelor Business Communications gleich doppelt: Seit Herbst 2020 teilen die Studierenden ihre Erlebnisse ungeschönt auf dem Bachelor-Blog und im neuen HWZ Podcast «HWZ on Air: Bachelor Insides». Dort geben Rebekka Egloff, Ramona Haupt, Siegfried Epeti und Dominic Wetzel ihre ganz persönlichen Insides und holen sich Rat von älteren Studierenden. Wie beispielsweise von Arbela Statovci, Studentin des MSc Business Administration.

 

Weiterbildung

Auch dieses Jahr gibt es in der HWZ Weiterbildung eine Vielzahl an Pionierstudiengängen. So fanden zum ersten Mal der CAS Selling Innovation HWZ und CAS Digital Sales HWZ, CAS Cyber Security, Compliance & RegTech HWZ, CAS Digital Ethics HWZ, der CAS Digital Wealth Management HWZ, der CAS Change Management HWZ, der CAS Datenschutz & Datensicherheit HWZ, der CAS Digitalisierung im HRM HWZ und der EMBA Digital Leadership HWZ statt.

Eine der Absolventen*innen dieser Pionierstudiengänge war Denise Girardet. In einem Gastbeitrag gibt sie Einblick in ihre persönlichen Learnings und erklärt, weshalb sie bereits den nächsten CAS in Angriff nimmt.

Ebenfalls mehrere CAS absolvierte Carsten Schroeder. Im Interview erzählt er, weshalb Controlling zum wertvollen Businesspartner der Führungskräfte wird und wie er sich als Quereinsteiger «neue Vokabeln» der Finanzwelt aneignen konnte.

Ein Quereinsteiger ist auch Stefano Endrizzi. Er war lange als Gastronom tätig, bevor er im Marketing eine neue Herausforderung suchte. Als Sales & Marketing Manager beim Weinhändler Vergani ist er der Branche treu geblieben und kann dank der Weiterbildung in Marketing Communications in seiner neuen Funktion richtig durchstarten.

 

 

Das Jahr 2020 in Bildern

Academy

Im 2020 hat die HWZ Academy schnell auf die Herausforderungen reagiert und die «HWZ-Webinare» in ihr Angebot aufgenommen. Im Zentrum der neuen Produktlinie steht der Transfer von praxisorientierten Themen in den Arbeitsalltag: Digital aufbereitet, persönlich von unseren Expertinnen und Experten online in kleinen interaktiven Gruppen vermittelt. So können Teilnehmende – ganz im Sinne des lebenslangen Lernens – auch ortsunabhängig von unserer Expertise profitieren.

Die Swiss HR Academy (SHRA) konnte mit dem neuen Partner HR Campus verstärkt werden. Das Ziel dieser Kooperation ist es, gemeinsam ein starkes HR-Ökosystem zu etablieren, das ein fokussiertes HR-Seminarprogramm inklusive Fachhochschuloption anbietet. Mit HR Campus und dessen langjähriger HR-Expertise spricht die SHRA zusätzliche HR-Entscheider an und erweitert das Seminarangebot im Bereich der integralen Personalmanagementlösungen.

Forschung

Die virtuelle Zusammenarbeit ist 2020 Teil unseres Alltags geworden. Doch wie kann auf Distanz Empathie und Einbindung entstehen? Und wie können wir diese erzwungene Distanz minimieren? Diesen Fragen ist das Institut für Strategisches Management: Stakeholder View zusammen mit dem Center for Human Resources Management & Leadership in der Vorstudie Social Connecting in Zeiten von Social Distancing nachgegangen.

Die Reskilling Revolution hat auch auf die kaufmännischen Berufe enorme Auswirkungen. Welche Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt sind, um in der unsicheren Arbeitswelt der Zukunft bestehen zu können, hat eine neue Studie des Instituts für Strategisches Management: Stakeholder View im Auftrag des Kaufmännischen Verbands untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Führungs-, Selbst- und Sozialkompetenzen gewinnen in den kaufmännischen Berufen an Bedeutung. Zudem wird der Bedarf nach klassischen Führungskräften abnehmen, Führungskompetenzen sind aber bei allen Mitarbeitenden gefragter denn je. Schliesslich werden IT-Anwendungskompetenzen und Kollaboration immer wichtiger für den beruflichen Erfolg.

Digitalisierung bedeutet unter anderem auch die Automatisierung von Analyseschritten in Prozessen. In einem Innocheck-finanzierten Projekt testete das Center for Data Science & Technology und die Fachstelle Wissenschaftsmethodik gemeinsam mit dem Praxispartner, ob dies auch in seinem Fall zweckerfüllend möglich ist. Im Zentrum standen Nachhaltigkeitsberichte und weitere Dokumente von Unternehmen, die mittels Text Mining in Form einer prädiktiven Textanalyse durchleuchtet werden. Dadurch, so die Idee, können relevante Informationen zu bestimmten Unterthemen von Nachhaltigkeit künftig automatisch identifiziert und selektioniert werden. Diese Informationen dienen dann weiteren Prozessschritten, die nach wie vor manuell durchgeführt werden. Durch die Automatisierung des ersten Schritts steht den Experten mehr Zeit für diese nachfolgenden Schritte zur Verfügung. Das Pilot-Projekt zeigte, dass eine zweckerfüllende Automatisierung des ersten Schritts möglich ist.
Zum zweiten Mal nach 2018 untersuchte 2020 die Studie «Digital Leadership Barometer» den Stand des Führungsverständnisses von Schweizer KMU im digitalen Zeitalter. Die Resultate zeigen: Digitalisierung gewinnt in der Strategie der Unternehmen weiter an Bedeutung und setzt sich vermehrt in den Strukturen fest. Ausserdem zeigt sich: Die digitale Bildung hat einen klar erkennbaren Einfluss auf die digitalen Fortschritte.

Rund die Hälfte der von Schweizer Onlineshops angebotenen Produkte wird nachhaltig produziert. Das sagen 2020 die Onlinehändler einer Erhebung der HWZ und Hochschule Luzern, welche im Auftrag der Schweizerischen Post durchgeführt wurde. Nachholbedarf gibt es laut dem Forschungsteam beim Versand der Artikel. Bei den Konsumentinnen und Konsumenten gewinnen nachhaltige Versandoptionen indes weiter an Bedeutung.