Portrait Barbara Zenklusen

Im Fokus29. April 2020

Dozierende im Fokus: Barbara Zenklusen

Mit dem berühmten Quote «culture eats strategy for breakfast» des Schriftstellers Peter Drucker hat alles begonnen: Barbara Zenklusen startete vor drei Jahren als Gastdozentin an der HWZ und unterrichtet heute Fächer wie Kulturentwicklung oder partizipative Transformation im CAS Digital Leadership, CAS Digital Masterclass und CAS Consulting Competence. Weshalb es für die Heimweh-Walliserin beim Dozieren oft um wichtige Impulse geht, mit welchen Fragestellungen sie sich täglich auseinandersetzt und welchen Italiener sie im «Sihlhof» vermisst, erzählt sie uns im Interview.

Die Reihe «Dozierende im Fokus» bringt Ihnen die Dozenten und Dozentinnen der HWZ unterhaltsam und ungezwungen näher.

Seit wann unterrichten Sie an der HWZ?
Seit 2017.

Welches Fach unterrichten Sie?
Ich unterrichte in verschiedenen CAS und setzte dabei den Fokus auf die Fächer Kulturentwicklung, partizipative Transformation, Digitale Transformation und Consulting Competences.

In welchen Studiengängen?
CAS Digital Leadership, CAS Digital Masterclass und CAS Consulting Competence.

Wie kamen Sie zur HWZ?
Ich war gerade in den Ferien, um mich intensiver mit meinem Hobby der Philosophie zu beschäftigen. Da erhielt ich via LinkedIn von Patrick Comboeuf die Anfrage, ob ich als Gastdozentin einen Beitrag zum Thema ‚culture eats strategy for breakfast‘ in seinem CAS leisten möchte. Anscheinend wurde ich von einem meiner früheren Auftraggeber weiterempfohlen. Da ich seit mehr als 20 Jahren mit Leidenschaft u.a. in den Bereichen Transformation, Kulturentwicklung und Führungsentwicklung arbeite, hat mich diese Anfrage begeistert und ich habe natürlich sofort zugesagt.

Ihr HWZ-Highlight?
Für mich ist das Dozieren an der HWZ immer wieder mit Highlights verbunden. Mit den Studierenden über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen und über die damit verbundenen Potentiale von Menschen und Organisation zu sprechen, ist für mich sehr bereichernd. Gemeinsam für die jeweiligen unterschiedlichen Fragestellungen und Situationen auch konkrete Ideen für die Bearbeitung dieser zu gestalten, erfüllt mich mit einer immensen Zufriedenheit. Dozieren bedeutet für mich mehr als nur Inhalte zu vermitteln. In den Themen, die ich adressiere, geht es vielmehr darum, Impulse zu geben und für die oft komplexen Fragestellungen gemeinsam mögliche erste Schritte zu definieren, wie man das Gelernte in den jeweiligen beruflichen aber auch privaten Kontext transferieren kann.

Warum mich mein Fachgebiet begeistert:
Als Unternehmensberaterin und als Coach für Führungskräfte und Privatpersonen arbeite ich jeden Tag an all jenen Fragestellungen, die die Welten der Wirtschaft, Bildung, Persönlichkeitsentwicklung, aber auch Gesellschaftsentwicklung zusammenbringen. Die Möglichkeit, holistisch die jeweiligen Kontexte zu betrachten und daraus gemeinsam mit meinen Kunden einen pragmatischen, aber nachhaltigen Entwicklungsprozess abzuleiten, finde ich bereichernd. Vor allem die Vielfalt der Möglichkeiten fasziniert mich. Oft sind die Fragestellungen dieselben, die Wege der Bearbeitung dieser jedoch immer unterschiedlich. Meistens dreht sich alles in der Essenz um das Menschsein. Wie wir die Welt bzw. die Kontexte betrachten, mit welchen Überzeugungen wir diese bewerten, welche Prägungen uns dabei leiten und mit welcher Haltung wir eine entsprechende Transformation einleiten wollen. Die Möglichkeit, Zugänge aus der Psychologie, Theologie, der angewandten Philosophie, ja sogar der Quantenphysik mit den dringenden Fragen von Wirtschaft und Bildung zu verknüpfen, finde ich äusserst spannend.

Das möchte ich den Studierenden vermitteln:
Die Philosophie lehrt uns, sehr gut zwischen «erkennen-was kann ich wissen», «handeln-was soll und darf ich tun», «glauben-was darf ich hoffen» und «forschen-was ist der Mensch» unsere jeweiligen Kontexte zu betrachten. Den Zugang zu diesem kritisch positiven Denken und der damit verbundenen Verantwortungsübernahme für die eigene Entwicklung vermittle ich mit grosser Freude. Die Klarheit darüber zu erhalten, wer man als Mensch ist, in welchem ethischen Rahmen man sich bewegen möchte (hierbei gilt auch der Umgang mit sich selber), auf welche Ressourcen man sich in der jeweiligen Veränderung stützen kann und zu wissen, wie wir als rein anthropologisches, psychologisches Konstrukt funktionieren, bildet eine wichtige Grundlage in jeder Persönlichkeitsentwicklung. Dieselben Fragen gehören auch in jeden Transformationsprozess von Organisationen.

Das ist für mich typisch HWZ:
H wie Hochprofessionell, W wie Wissensvielfalt und Z wie Zentrum der Begegnung.

Zürich ist für mich …
…der beste Auffangort für eine weltoffene Walliserin. Zürich hat viele sehr kreative Menschen und bietet die Möglichkeit, sich vielseitig zu engagieren und sich weiterzubilden.

In meiner Freizeit …
…gibt es Vielfalt. Sport, Malen, Lesen, Wandern, Kultur und vieles mehr.

Meine Lieblingsjahreszeit:
Ich finde, dass jede Jahreszeit ihre eigene Magie hat. Selbst den Regen im Herbst finde ich wunderschön. Ich liebe es, bei Regen mit einer Tasse Tee und einem guten Buch auf der Terrasse zu sein.

Dieses Buch lese ich gerade:
Ich lese zum zweiten Mal «Eine kurze Geschichte des Kosmos» von Ken Wilber.

Iphone oder Android?
Iphone.

Mein nächster Urlaub führt mich …
Ins Wallis! Ich bin sehr verbunden mit meiner Heimat. Ein Kurzurlaub dort steht bald mal wieder an.

In welchem Land möchten Sie gerne eine Zeit lang leben?
Island mit seinen unglaublichen Naturschönheiten wäre ein sehr inspirierender Ort, um endlich mein Buch zu schreiben.

Für mich die beste Erfindung:
Der Buchdruck!

Wem folgen Sie am liebsten in den sozialen Medien?
Ritchie Blackmores Rainbow – ja, es darf auch mal die Kunst sein, die unser Aufmerksamkeit in den sozialen Medien auf sich zieht.

Was ich an der HWZ einführen würde:
Die HWZ ist toller Ort der Bildung und Begegnung. Für den Genuss würde noch ein italienischer Barista fehlen.

Als Kind wollte ich …
Ins Universum reisen und herausfinden, wie sich Unendlichkeit anfühlt.

Das beschäftigt mich gerade:
Es beschäftigen mich im Wesentlichen zwei Fragen: Wird sich unser ethisch-moralisches Verständnis durch COVID19 verändern? Wie wird COVID19 unser Privatleben und unser Arbeitsleben verändert haben?

Wie sieht die erste Stunde Ihres Tages aus?
Still, mit einem Espresso und einem Müesli entspannt auf der Terrasse den Klängen der Natur zugewandt.

Was haben Sie immer mit dabei?
Ein Schmuckstück mit vielen Symbolen als liebevolles Geschenk von meinem Lebenspartner.

Nebst meinem Fachgebiet, hege ich eine Schwäche für …
Musik, Filme und Kunst.

Was ich gar nicht mag:
Herzlosigkeit!

Netflix (Streamen) oder TV (linear)?
Netflix. Die Vielfalt und die zeitliche Unabhängigkeit sind ein klarer Fortschritt.

Mit wem würden Sie am liebsten eine Diskussion führen?
Hans Küng. Vieler seiner Ansichten finde ich spannend und ich würde gerne mit ihm kritisch, philosophisch reflektieren.

Welches war Ihr erster Job?
Lernbegleiterin. Kinder sind in ihrer Entwicklung nicht gleich. Dies berücksichtigt das heutige Bildungssystem nicht. Ich habe sehr viel über Individualität und Förderung gelernt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Was ist für Sie Erfolg?
Als Mensch: Einer Grundstimmung der Zufriedenheit und Zuversicht folgen zu können.

Als Beraterin: Gemeinsam messbare Erfolge zu erzielen im Einklang von realistischen strategischen Zielen, gemeinsam getragene Visionen und einer Kultur der Innovation und Partizipation.

Als Coach/Sparringpartnerin/Dozentin: Im Gegenüber den Spass am eigenen Sein und die Freude am kritischen Denken geweckt zu haben.

Welches war die beste Entscheidung in Ihrer beruflichen Laufbahn?
Meine eigene Firma zu gründen.

Welches Studium/welche Ausbildung würden Sie heute auswählen?
Ich würde nochmals dasselbe studieren und dann noch einen kurzen Abstecher in die Parapsychologie machen.

Das möchte ich jetzt noch loswerden:
Unsere Freiheit und unser Recht auf ein selbstbestimmtes Leben sind ein hohes Gut, auf das wir gut aufpassen müssen. Ich wünsche mir, dass wir vielleicht durch die aktuelle Krise wieder bewusster dieses Gut zu schätzen lernen.

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