17. Februar 2026 · 40 Jahre HWZ

Wie Cyril Meier der HWZ den Weg ins Digital Business ebnete

Cyril Meier gestaltete von 2003 bis zu seiner Pensionierung 2018 als Schulleitungsmitglied die Entwicklung der HWZ aktiv mit und legte damit wichtige Grundlagen für ihre heutige Position. Er konzipierte und leitete den Bachelor-Studiengang Kommunikation, lancierte ab 2011 erste Weiterbildungsangebote im Bereich Digital und entwickelte 2016 mit der HWZ Academy den Angebotsbereich für lebenslanges Lernen. Im Gespräch blickt er auf zentrale Meilensteine und wesentliche Herausforderungen zurück.

Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.


Cyril, du warst von Anfang an dabei, als unser Bachelor in Kommunikation an der HWZ entstanden ist. Was hat dich damals motiviert, diesen Studiengang überhaupt aufzubauen?

Ende 2002 war ich Direktor des Schweizerischen Public Relations Instituts SPRI. Der damalige Rektor der HWZ, Hugo Götz, wollte im Bereich öffentliche Kommunikation einen Diplomstudiengang aufbauen. Für dieses Vorhaben holte er mich als Externen in einem Teilpensum in die Schulleitung. Es bestand ein journalistisch orientiertes Vorkonzept des bekannten Publizisten Karl Lüönd. Meine Aufgabe war es, ein definitives, berufsbegleitendes Studiengangskonzept zu verfassen, welches zukunftsorientiert das Berufsfeld Kommunikation abbildete. Dieses Berufsbild schloss auch das stark wachsende Feld von Marketing und Unternehmenskommunikation ein, sodass den Absolvent:innen bestmögliche Karrierechancen offenstehen sollten. Das war damals ein Novum, denn andere Hochschulen setzten noch auf klassische Publizistik, Journalismus und PR im Vollzeitformat. Vom «Bachelor Kommunikation» sprach man erst ab 2006, im Zuge des neuen Fachhochschulgesetzes «Bologna».

Videotraining im Bachelor Kommunikation

Du sprichst es an, damals war es noch ein Diplomstudiengang. Was waren die grössten Herausforderungen beim Aufbau des Studiengangs?

Der Diplomstudiengang Kommunikation FH, so die damalige offizielle Bezeichnung, sollte im Herbst 2003 starten. Zunächst mussten wir ein Studienkonzept erarbeiten, das von den kantonalen und eidgenössischen Behörden bewilligt wurde. Parallel dazu galt es, den Studiengang bekannt zu machen – mit Anzeigen, Medienarbeit, Informationsveranstaltungen und zahlreichen Beratungsgesprächen. Die Erleichterung war gross, als die notwendige Mindestzahl an Anmeldungen bereits im Frühsommer erreicht war. Im Herbst starteten wir den Studiengang dann ausgebucht. Neue Dozierende waren zu rekrutieren und einzuführen, der Studienbetrieb laufend zu optimieren, die Anliegen der Studierenden aufzunehmen – ich habe die Überstunden nicht gezählt. In den Folgejahren stiegen die Neuanmeldungen auf jeweils 120 bis 140 Studierende an.

Stets nach dem Motto «Ziel allen Lernens ist das erfolgreiche Tun»: Management Game im Bachelor Kommunikation 2010.

Nebst der Umstellung auf das Bologna-System samt Neuakkreditierung war auch die Digitalisierung zunehmend ein Thema. Wie hast du diesen Wandel erlebt?

Bereits 2003 integrierten wir Know-how zu Informations- und Medientechnologien in den Bachelor-Studiengang. Als ab 2008 das iPhone neue Anwendungen eröffnete und Plattformen wie Facebook, YouTube und Twitter rasant an Bedeutung gewannen, wurde klar, dass hier ein grosser Aus- und Weiterbildungsbedarf entstehen würde. 2011 lancierten wir als erste Hochschule der Schweiz einen CAS für Social Media Management. Als fachlichen Leiter konnte ich Manuel C. Nappo gewinnen, unseren späteren, sehr erfolgreichen Leiter des Institute for Digital Business. Es folgten in schneller Folge weitere CAS, unter anderem zu Mobile Communication, Digital Risk Management und Ethik.

Nach zwölf Jahren Entwicklungs- und Aufbautätigkeit übergab Cyril Meier (links) 2015 die Studiengangsleitung Business Communications an den langjährigen Dozenten Bernhard Schweizer (Mitte). Rechts im Bild: Dr. Matthias Nast, Stv. Studiengangsleiter.

2015 hast du die Leitung des heutigen Studiengangs Bachelor Business Communications abgegeben, um die HWZ Academy zu gründen. Was waren die Überlegungen dahinter?
Die HWZ war damals ausschliesslich mit grossen Aus- und Weiterbildungsprogrammen präsent. Für gezielte, kürzere Lernformate oder spezifische interne Schulungen von Unternehmen gab es bei uns bislang kein Angebot. Mit ein- bis mehrtägigen Seminaren sowie firmeninternen, spezifischen Schulungen schlossen wir diese Lücke. Seither ist das Angebot der HWZ Academy kontinuierlich gewachsen. Ich wünsche mir, dass Unternehmen und die öffentliche Hand dem lebenslangen Lernen, insbesondere für die Altersgruppe Ü50,  höhere Priorität einräumen würden.

Du bist seit 2018 pensioniert, engagierst dich jedoch noch stark auf Vereinsebene im Bereich Kommunikation. Wie beurteilst du die aktuellen Herausforderungen und Chancen im Bildungsbereich und für die HWZ?

Aus meiner Sicht ist entscheidend, die langjährigen Stärken der HWZ weiter zu pflegen: praxisnahe und zukunftsorientierte Studiengänge, hohe didaktische Qualität sowie eine ausgeprägte Kundenorientierung gegenüber Dozierenden, Studierenden und Mitarbeitenden. Für die weitere Entwicklung und Reputation der HWZ bin ich sehr zuversichtlich – gerade auch, weil der Innovationsdruck durch KI enorm ist und die HWZ ihre Wandlungsfähigkeit immer wieder bewiesen hat.

November 2017: Gratulationsstrauss für die 1000. Absolventin des Bachelorstudiengangs Kommunikation.

Inwiefern hat dich deine Zeit an der HWZ geprägt? Was bleibt dir besonders in Erinnerung?

Ich habe die 15 Jahre vor meiner Pensionierung 2018 in Vollzeit an der HWZ verbracht. In dieser Zeit wurde mir mehr denn je bewusst, wie entscheidend die Zusammenarbeit mit den richtigen Personen ist – getragen von Sympathie, Verbindlichkeit, Dynamik und gemeinsamem Erfolg. Das klingt einfach, ist aber schwer umzusetzen. Umso glücklicher bin ich, dass ich diese Konstellationen an der HWZ immer wieder neu erleben durfte – mit Mitarbeitenden, Dozierenden und Studierenden. So viele engagierte Menschen voller Tatkraft!

Welche Schlagzeile über die HWZ würdest du gerne einmal lesen?

HWZ-Absolventinnen von Firmen klar bevorzugt – dank Leistung und Praxiskompetenz.

Vielen Dank für diese Einblicke in die Geschichte der HWZ. Für deinen weiteren Weg wünschen wir dir alles Gute, viel Freude und Gesundheit!