13. Februar 2026 · 40 Jahre HWZ

Zwei Studiengänge, ein gemeinsamer Weg an der HWZ

Seit 40 Jahren begleitet die HWZ Menschen in intensiven Lern- und Lebensphasen. Auch für Simon Mollet und Patrick Jungi wurde die Hochschule zu einem gemeinsamen Bezugspunkt. Im Bachelor und im EMBA erlebten sie zwei verschiedene Studienwelten, die ihren Alltag, ihre Beziehung und ihren Blick auf Lernen und Praxis nachhaltig prägten. Eine Geschichte über Unterstützung, gegenseitiges Verständnis und darüber, wie Weiterbildung auch als Paar zusammenschweisst.

Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.


Ihr wart bereits ein Paar, als ihr euch beide für ein Studium an der HWZ entschieden habt – allerdings in unterschiedlichen Studiengängen. Wie kam es dazu?

Patrick Jungi: Simon startete im Jahr 2020 mit dem Bachelor-Studium, da waren wir knapp zwei Jahre zusammen. Während der Pandemie ergab sich für mich die Möglichkeit, mich bei der Hiltl AG weiterzuentwickeln. Um die neue Rolle des Co-Geschäftsführers meinen Vorstellungen entsprechend zu erfüllen, wollte ich mich berufsbegleitend weiterbilden. Ich habe mich daraufhin im Jahr 2021 für den EMBA angemeldet. So kam es, dass wir während rund anderthalb Jahren gleichzeitig an der HWZ studierten.

Zwei Studiengänge, zwei Welten: Simon im Bachelor Business Communications HWZ, Patrick im Executive MBA – General Management HWZ. Wie unterschiedlich – oder ähnlich – habt ihr das Studium an der HWZ erlebt?

Diesen Umstand fanden wir witzig. Wir beide haben uns aufgrund der guten Vereinbarkeit von anspruchsvollem Berufsleben und Studium – unabhängig voneinander – für die HWZ entschieden. Zusammen an der gleichen Hochschule zu studieren, verbindet natürlich zusätzlich. Die Themen unserer Studiengänge waren dann doch verschieden, obwohl wir in gewissen Fächern die gleichen Dozenten hatten. Aufgrund der unterschiedlichen Präsenztage haben wir uns an der HWZ nicht oft gesehen und daher das Studium eher zu Hause besprochen.

Wie sah euer gemeinsamer Alltag während dieser Zeit aus? Gab es Rituale, Absprachen oder Momente, die euch geholfen haben, Studium, Beruf und Beziehung unter einen Hut zu bringen?

Simon Mollet: In dieser Zeit war das Reisen noch wichtiger als sonst. Es half, den Alltag zu vergessen und etwas zu planen, das nicht mit Studium oder Job zu tun hatte. Die Vorfreude war dabei eine grosse Motivation – vor allem 2023, dem intensivsten Jahr. Dann schloss Patrick seinen EMBA ab und ich startete ins letzte Semester. Wir reisten im Sommer auf die Färöer-Inseln in ein kleines Airbnb direkt am Meer. Dort konnten wir richtig abschalten. Im selben Jahr feierte ich meinen 30. Geburtstag und dafür war schon länger eine grosse Reise geplant. Diese führte uns nach Indien und war nochmals perfekt, um den Kopf freizubekommen, indem wir in eine komplett andere Welt eintauchten, bevor ich mich meiner Bachelor Thesis widmete.

Inwiefern habt ihr euch gegenseitig unterstützt, auch wenn ihr fachlich in ganz unterschiedlichen Welten unterwegs wart?

Patrick: Indem wir uns abgesprochen haben, wer wann in welchem Teil der Wohnung lernt, an der Schule ist und das Büro zu Hause in Anspruch nehmen darf. 😉 Wir haben uns auch abgestimmt, wann das Studium vor Ausflügen oder Ferien Priorität hat und jemand nicht abkömmlich ist. Das war vor allem in der Zeit des Schreibens der Bachelor bzw. Master Thesis wichtig. Gute Kommunikation und Rücksicht sind wesentlich. Natürlich war es von grossem Vorteil, dass wir beide gleichzeitig studierten. So war von Anfang an klar, dass es intensive Phasen gibt, in denen das Studium Vorrang hat.

Auch wenn ihr nicht im gleichen Studiengang wart: Gab es Berührungspunkte an der HWZ, die euch verbunden haben – etwa Menschen, Orte oder prägende Momente?

Patrick: Das wissenschaftliche Arbeiten war immer wieder Thema in unseren Alltagsgesprächen. Ich persönlich finde es in meiner jetzigen Rolle als Geschäftsführer der Hiltl AG enorm wichtig zu verstehen, wie man Wissen schafft. Das ist notwendig, um kritisch zu hinterfragen, faktenbasiert zu argumentieren und richtig zu entscheiden.

Simon: Als Patrick in der Projektwoche in Darden war, kam plötzlich ein Foto mit Bernhard Schweizer, meinem Studiengangsleiter. Sie sassen während dem Welcome Dinner nebeneinander und kamen irgendwie ins Gespräch, weil beide nicht gerne Pinot Noir trinken. Im Verlauf des Gesprächs fand Patrick heraus, dass Bernhard mein Studiengangsleiter war. So klein ist die Welt. 😊

Wenn ihr heute auf diese intensive Phase zurückblickt: Was hat das gleichzeitige Studieren mit eurer Beziehung gemacht?

Simon: Es gab intensive Momente und wir mussten lernen, uns in diesen Zeiten nicht aus den Augen zu verlieren. Unsere gemeinsame Freizeit wurde uns immer wichtiger und wir versuchten, freie Wochenenden mit Quality Time zu verbringen.

Patrick: Und es gab uns natürlich noch eine Gemeinsamkeit mehr. Die Zugehörigkeit zur gleichen Hochschule verbindet. Demnächst beginnt Simon seinen MSc in Business Administration an der HWZ. Wenn dieser abgeschlossen ist, sind wir gemeinsam praktisch während der ganzen Zeit unserer Beziehung an der HWZ immatrikuliert gewesen.

Ein gemeinsamer Moment

Zu ihrem Lieblingsbild erzählen Simon und Patrick, warum Reisen für sie mehr ist als Auszeit und wie dieser Moment mit ihrer Zeit an der HWZ verbunden ist.

Was verbindest du persönlich mit diesem Moment?
Simon: Das war der erste Wochenend-Trip nach der intensiven Schreibphase der Bachelor Thesis im April 2024. Ein Wochenende zum Abschalten und sich in der wunderbaren Stadt treiben zu lassen. Das Foto ist am Reffen Street Food in Kopenhagen entstanden – einer meiner Lieblingsorte in der Welt, wo sich Touristen und Einheimische am Wochenende treffen.

Welche Verbindung gibt es zu eurer Zeit an der HWZ?
Patrick: In der Studienzeit war Simon mindesten einmal jährlich in Kopenhagen; sei es an einem Polterabend mit Freunden oder mit mir. So entwickelte sich Kopenhagen zu unserer Lieblingsstadt. Das entspannte Lebensgefühl der Dänen und ihr Pragmatismus haben uns immer wieder geerdet, auch wenn es nur für ein Wochenende war.

Inwiefern profitiert ihr heute – beruflich oder persönlich – noch von eurer jeweiligen HWZ-Ausbildung? Gibt es etwas, das ihr euch aus dieser Zeit gegenseitig «mitgenommen» habt?

Patrick: Ja, faktenbasiertes Diskutieren und wohl auch noch mehr Achtung voreinander. Wir beide wissen, wie viel man für sein Studium leisten, wie intensiv man für die Diplome arbeiten und sein Leben anpassen muss.

Welchen Rat würdet ihr Paaren geben, die überlegen, parallel zu Beziehung und Beruf ein Studium oder eine Weiterbildung an der HWZ zu starten?

Simon: Es ist eine intensive Zeit, in der man viel lernt. Nicht nur an der HWZ, sondern auch in und über die Beziehung. Blockiert euch direkt ein paar Wochenenden für euch, ohne Verpflichtungen für das Studium. Sei es, um die Wohnung auf Vordermann zu bringen oder ein Wochenend-Trip zu unternehmen. Die Kalender füllen sich schnell mit Terminen und ehe man sich versieht, bleibt neben Arbeiten und Lernen nicht mehr viel Zeit übrig.

Patrick: Das stimmt. Setzt euch auch in dieser intensiven Zeit Prioritäten, sonst steht alles dem Arbeiten und Lernen hinten an. Mein Rat: Seht das Ganze auch etwas locker. Mut zur Lücke tut gut. 😉

Zum Schluss: Wofür sollte die HWZ auch künftig bekannt sein?

Simon: Für gute Dozierende und dafür, die führende Hochschule für Wirtschaft zu sein.

Patrick: Weiterhin für den guten Ruf, forschungsbasiertes Wissen anwendungsorientiert zu lehren. Es gibt heute viel zu viel studierte Menschen, die theoretisches Wissen besitzen, aber es nicht in die Praxis übersetzen oder es anwenden können. Das bringt niemandem etwas. Dank den Dozierenden, die nebenbei in der Privatwirtschaft tätig sind, gelingt genau diese Übersetzung, die den wahren Mehrwert des Studiums darstellt.