25. März 2026 · Campus

Stabübergabe im CAS Innovation Management: Oliver Durrer wird neuer Studiengangsleiter

Zehn Jahre lang hat Martin Kägi als Studiengangsleiter den CAS Innovation Management geprägt – nun übernimmt Oliver Durrer die Leitung. Im gemeinsamen Interview sprechen sie über praxisnahe Innovation, aktuelle Entwicklungen und die künftigen Schwerpunkte des Studiengangs.

Martin, du hast den CAS Innovation Management über zehn Jahre geleitet. Worauf bist du besonders stolz, wenn du zurückblickst?

«Dass es uns im Dozierenden-Team gelungen ist, immer wieder auf reale Herausforderungen aus der Schweizer Wirtschaft zu blicken. Kein Showprogramm, keine Silicon-Valley-Geschichten. Zum Beispiel im Format der Practice Days oder auch wenn Gastreferierende dabei waren. Da sollten die CAS-Teilnehmenden immer einen Beitrag leisten: Limitierte Ressourcen, keine perfekte Technologie, viel Unsicherheit und die Frage: Was ist trotzdem möglich? Innovation im echten Leben. Und genau das hat mich fasziniert.»

Neben dem konsequenten Praxisbezug hebt Martin Kägi auch die nachhaltige Wirkung des Netzwerks hervor:

«Auch dass aus dem CAS ein Netzwerk entstanden ist, das über Jahrgänge hinweg lebt, freut mich. Ich bin ein schamloser Vernetzer. Dahinter steckt die Haltung, dass in Partnerschaften, auch über Unternehmensgrenzen hinweg noch viel Potential steckt.»

Martin Kägi gibt die Studiengangsleitung ab, bleibt dem CAS jedoch weiterhin als Dozent verbunden.

Vom Methodenwissen zur Umsetzungskompetenz

In den letzten zehn Jahren hat sich das Verständnis von Innovationsmanagement grundlegend verändert: Während früher primär Methoden im Fokus standen, rückt heute deren wirksame Umsetzung im organisationalen Kontext in den Vordergrund, wie Martin erklärt:

«Als wir starteten, waren Themen wie Agilität oder Design Thinking an Fachhochschulen noch weitgehend unbekannt. Die Neugier war gross: Was ist das, wie funktioniert das? Das hat sich verändert – heute sind diese Konzepte vielen vertraut. Entscheidend ist nun die Umsetzung: Wie kommt Innovation in die Organisation? Dafür braucht es einen erweiterten Blick auf Teamdynamik, Führung und Kultur. Eine gute Idee oder Technologie allein reicht nicht.

Wie gelingt es, die Perspektive des Gegenübers wirklich wertzuschätzen – auch wenn jemand ganz anders denkt? Das ist letztlich eine Haltungsfrage. Und die ist oft schwieriger als die Anwendung von Methoden.»

Der Erfolg des CAS zeigt sich nicht nur in ausgebuchten Durchführungen, sondern vor allem in der Wirkung bei den Teilnehmenden.

Gab es einen Moment, bei dem du gemerkt hast: Das Programm funktioniert wirklich?

«Der CAS war regelmässig ausgebucht, ich wurde früh für den Best Teacher Award vorgeschlagen – das hat mich natürlich gefreut. Aber berührt hat mich vielmehr, wenn Teilnehmende in ihren Organisationen echte Wirkung erzielen konnten.»

Eine Erfahrung ist Martin besonders geblieben:

«Da gab es zum Beispiel eine Teilnehmerin. Zu Beginn war sie unsicher und zweifelte daran, ob das, was sie im Betrieb ausprobieren wollte, überhaupt funktionieren würde. Den nötigen Freiraum für einen partizipativeren, kreativeren Arbeitsmodus musste sie sich in einem Workshop regelrecht erkämpfen. Umso bemerkenswerter war das anschliessende Feedback – positiv und verbunden mit der Aufforderung, genau so weiterzumachen.»

Was den CAS Innovation Management besonders macht

Ein zentrales Element des CAS Innovation Management ist die besondere Lernkultur, die sich über die Jahre entwickelt hat. Für Martin Kägi beginnt diese bei der Haltung des Dozierenden-Teams:

Was den CAS ausmacht, beginnt bei der Haltung, die wir im Dozierenden-Team in den Raum bringen. Gerade weil wir unter den Teilnehmenden immer viele erfahrene Führungskräfte und Innovationsprofis hatten. Da geht es mir nicht darum, Wissen zu vermitteln, sondern gemeinsam in den Austausch zu kommen. Gerade beim Thema Innovation bin ich im Tiefsten überzeugt, dass die Erfahrung, die jemand mitbringt, mindestens so wertvoll ist wie meine. Als Dozent bin ich in solchen Momenten Teil der Gruppe. Nicht vorne, nicht oben.

Martin Kägi, ehemaliger Studiengangsleiter CAS Innovation Management HWZ

Das schafft einen Raum, der weit über reines Lernen hinausgeht:

«Viele Jahrgänge werden im Laufe des CAS zu sozialen Lerngemeinschaften, in denen die Menschen ihre 'Rüstungen' des Alltags ablegen konnten.»

Martin Kägi, Dr. Linard Barth und Oliver Durrer.

Stabübergabe nach zehn Jahren

Nach zehn Jahren übergibt Martin Kägi die Studiengangsleitung an Oliver Durrrer. Bewusst und zum richtigen Zeitpunkt.

Martin, warum ist jetzt der richtige Moment für die Übergabe?

«Zehn Jahre, fünfzehn Durchführungen – ich habe ein Flair für schöne Zahlen. Und ich höre lieber auf, wenn die Energie und die Rückmeldungen zu mir selbst (noch) gut sind.»

Neben diesem persönlichen Entscheid haben sich auch seine inhaltlichen Interessen weiterentwickelt:

«Heute interessiert mich stärker die Frage, was es überhaupt braucht, damit Zusammenarbeit und Partizipation möglich werden. Denn genau das ist die Grundlage für echte Innovation. Seit drei Jahren bin ich Co-Studiengangsleiter im CAS Systemische Organisationsentwicklung, dort kann ich diesen Ansatz weiter vertiefen.»

Auch auf Departementsebene wird seine Arbeit gewürdigt:

Mit dem CAS Innovation Management hat Martin Kägi an der HWZ Pionierarbeit geleistet. Mit seiner Arbeit – sowohl als Studiengangleiter als auch in der Co-Leitung der Fachstelle für Innovation & Lean Management – hat er einen Grundstein für unser heutiges Departement Entrepreneurship, Innovation & Academy gelegt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und umso mehr freue ich mich, dass er uns als Dozent mit seiner Erfahrung erhalten bleibt.

Dr. Linard Barth, Leiter Departement Entrepreneurship, Innovation & Academy HWZ

Martin freut sich, dass er dem CAS weiterhin als Dozent verbunden ist. Gleichzeitig freut er sich, die Leitung an einen erfahrenen Innovationspraktiker zu übergeben, der sie sehr auf seine neue Rolle freut.

Oliver, was hat dich an der Rolle besonders gereizt?

«Innovation ist für mich ein Herzensthema. Zugleich ist es eine meiner grössten Passionen, Menschen zu begleiten, die Wandel gestalten und mit Wirkung voranbringen wollen. Ich freue mich sehr, auf dem soliden Fundament auf- und auszubauen, das Martin in den letzten zehn Jahren geschaffen hat - und ihn dabei als Dozenten weiter an Bord wissen zu dürfen.»

Neue Schwerpunkte im CAS Innovation Management

Mit der neuen Leitung wird der CAS Innovation Management gezielt weiterentwickelt, sowohl inhaltlich als auch didaktisch.

Oliver, welche Erfahrungen bringst du mit und was ändert sich im CAS konkret?

«Ich bringe ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen erfahrener Führungskräfte mit, insbesondere dafür, wie man unternehmerisches Denken und Handeln in bestehende Strukturen einbringt, um Innovationspotenzial, -kraft und -kultur zu entfalten.»

Ein zentraler Ausbau betrifft die persönliche Begleitung der Teilnehmenden – ein Ansatz, den Oliver als Dozent bereits erfolgreich im Executive MBA Digital Leadership der HWZ einsetzt:

«Seit dem Start des EMBA Digital Leadership im Jahr 2020 durfte ich als Dozent für Innovation und Intrapreneurship erleben, wie stark persönliche Sparring-Sessions die Teilnehmenden in ihren Innovationsvorhaben, dank individuellem Mentoring und Coaching, gezielt weiterbringen. Deshalb werden wir dieses bewährte Format neu auch im CAS Innovation Management integrieren.»

Oliver Durrer freut sich auf seine neue Aufgabe als Studiengangsleiter des CAS Innovation Management HWZ.

Blick nach vorne: Innovation zwischen KI, Kultur und Verantwortung

Wie Oliver betont, steigen die Anforderungen an Innovation Management – getrieben durch technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen.

«KI verändert tiefgreifend sowohl die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen als auch die Art, wie Unternehmen Innovation managen.»

Damit rückt auch die Rolle von Führung stärker in den Fokus:

Die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Technologie langfristig harmonisch und wirksam orchestrieren zu können, wird dadurch zur entscheidenden Führungsaufgabe im Wandel.

Oliver Durrer, Studiengangsleiter CAS Innovation Management HWZ

Gleichzeitig gewinnen übergeordnete Fragestellungen an Bedeutung: Nachhaltigkeit, Ethik und geteilter Mehrwert – also die Frage, wozu Innovation dient und wer davon profitiert – rücken laut Oliver verstärkt in den Fokus.

Innovation als Führungsaufgabe

Während Innovation früher oft in spezialisierten Abteilungen verankert war, ist sie heute zentraler Bestandteil moderner Führung. Oliver erklärt:

«Moderne Führungskräfte müssen heute nicht nur eine Innovationsthese entwickeln, sie müssen bereit sein, diese immer wieder in Frage zu stellen und stetig weiterzuentwickeln. Das erfordert Mut zur Unvollständigkeit und die Fähigkeit, im Team und als Organisation, schnell aus Experimenten am und vom Markt zu lernen.»

Ein entscheidender Erfolgsfaktor dabei ist das Arbeitsumfeld im Team:

«Und: Es erfordert psychologische Sicherheit im Team. Denn Innovation kann nur dort gedeihen, wo Menschen sich trauen, Ideen einzubringen, auch wenn sie scheitern könnten.»

Bewährte Stärke trifft neue Perspektiven

Der CAS Innovation Management an der HWZ bleibt auch unter neuer Leitung ein praxisnahes, wirkungsorientiertes Weiterbildungsangebot.

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Was bedeutet Innovation für den ehemaligen und den neuen Studiengangsleiter des CAS Innovation Management?

Martin Kägi: «Für mich ist Innovation kein Selbstzweck. Wir haben die Wahl und die Verantwortung, etwas Gutes daraus zu machen – für die Mitarbeitenden, für die Kundinnen und Kunden und für die Gesellschaft.»

Oliver Durrer: «Innovation ist für mich sowohl Handwerk als auch Mittel, um stetig ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Wert zu schaffen. Denn auch hier gilt: Der Wandel ist die einzige Konstante – und lebenslanges Lernen die entscheidende Antwort darauf.»