12. März 2026 · Campus
HWZ Executive School: Weiterbildung kennt keine Karrierestufe
Die HWZ stärkt ihre Executive Education mit einem neuen Bereich – der HWZ Executive School – und baut damit ihr Weiterbildungsangebot für erfahrene und angehende Führungskräfte weiter aus. Peter Statz, Leiter der HWZ Executive School, und Dr. Meike Wiemann-Hügler, stellvertretende Leiterin, sprechen darüber, wie sich der Markt für Executive Education entwickelt, welche Rolle Fachhochschulen in der Weiterbildung von Führungskräften spielen und welche Vision hinter der neuen Executive School der HWZ steht.
Peter und Meike, warum bündelt die HWZ ihre Executive Education gerade jetzt in einer eigenen Executive School und welche Rolle spielt dieser neue Bereich für die Weiterentwicklung der HWZ?
Peter Statz: Die HWZ befindet sich seit einiger Zeit in einem Transformationsprozess, der mit dem Amtsantritt des neuen Rektors im Oktober 2024 zusätzlichen Schwung erhalten hat. In diesem Zuge wurden verschiedene Aktivitäten, Netzwerke und Kompetenzen der Hochschule stärker gebündelt und klarer positioniert. Vor diesem Hintergrund ist auch die Idee entstanden, den Bereich der Executive Education sichtbarer zu machen und organisatorisch zusammenzuführen.
Mit der neuen Executive School möchten wir insbesondere eine Zielgruppe noch gezielter ansprechen, die für die HWZ seit jeher wichtig ist: erfahrene und angehende Führungspersönlichkeiten und Entscheidungsträgerinnen und -träger. Dabei geht es uns weniger um etwas grundsätzlich Neues, sondern vielmehr darum, bestehende Stärken der HWZ – praxisnahe Weiterbildung, enge Verbindungen zur Wirtschaft und hochwertige Programme – in einem gemeinsamen Rahmen noch besser zugänglich zu machen.
Die Executive School soll zudem Raum für zusätzliche Formate bieten, etwa thematische Veranstaltungen, internationale Study Tours oder neue Netzwerkangebote. Ein wichtiges Anliegen ist uns dabei auch die langfristige Beziehung zu unseren Teilnehmenden: Über eine wachsende Executive Community möchten wir den Austausch unter Alumni sowie mit der Hochschule nachhaltig fördern.
In diesem Sinne verstehen wir die Executive School nicht als Abgrenzung zu bestehenden Programmen oder Departementen, sondern als Plattform, die ihre Angebote sichtbar verbindet und einen weiteren Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der HWZ leistet.
Was hat sich in den letzten Jahren im Markt für Executive Education verändert und welche Lücke im Schweizer Bildungsmarkt möchtet ihr mit der Executive School schliessen?
Der Markt für Executive Education verändert sich durchaus, auch wenn sich seine Grundlogik nicht völlig neu erfindet. Führungskräfte beschäftigen sich heute verstärkt mit Themen wie Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Transformation oder geopolitischen Entwicklungen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Weiterbildung, die sich gut mit einem anspruchsvollen Berufsalltag verbinden lässt und Raum für Austausch mit anderen erfahrenen Führungspersönlichkeiten bietet.
Was sich besonders verändert hat, ist die Erwartung an kontinuierliches Lernen. Viele Führungskräfte sehen Weiterbildung nicht mehr als einmaligen Abschluss, sondern als langfristigen Entwicklungsprozess über verschiedene Karrierephasen hinweg. Gerade durch die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz verkürzt sich zudem die Halbwertszeit von Wissen. Führungskräfte müssen technologische Entwicklungen, neue Geschäftsmodelle und deren Auswirkungen auf Organisationen laufend verstehen und einordnen können.
Es geht uns weniger darum, eine vermeintliche Lücke im Markt zu beanspruchen. Vielmehr möchten wir einen Ort schaffen, an dem sich Führungskräfte über längere Zeit hinweg weiterentwickeln und miteinander vernetzen können.
Es gibt bereits Executive Schools an Schweizer Universitäten. Die HWZ wäre die erste Schweizer Fachhochschule mit einer eigenständig geführten Executive School. Worin unterscheidet sich unser Angebot zu jenen der Universitäten?
Peter: Genau, es gibt bereits Executive Schools an Schweizer Universitäten. Diese haben eine lange Tradition und leisten einen wichtigen Beitrag zur Managementweiterbildung. Die HWZ bringt als Fachhochschule jedoch eine etwas andere Perspektive in diesen Markt ein.
Fachhochschulen sind traditionell stärker anwendungsorientiert und eng mit der Wirtschaft verbunden. Diese Nähe zur Praxis prägt auch unsere Executive Education. Viele unserer Programme entstehen in Zusammenarbeit mit Führungskräften und Unternehmen und orientieren sich stark an aktuellen Herausforderungen im Managementalltag.
Ein weiterer Unterschied liegt möglicherweise in der Zusammensetzung der Teilnehmenden. Während universitäre Programme häufig sehr international und akademisch geprägt sind, finden sich an der HWZ viele Führungskräfte aus der Schweizer Wirtschaft, die ihre konkreten Fragestellungen und Erfahrungen in die Programme einbringen. Dadurch entsteht ein sehr praxisnaher Austausch unter Peers.
Meike: Zudem möchten wir mit der Executive School auch die Community rund um unsere Programme stärker entwickeln. Neben den Studiengängen sollen deshalb vermehrt Formate entstehen, die den langfristigen Austausch zwischen Führungskräften fördern. In diesem Sinne verstehen wir die Executive School nicht als Gegenmodell zu den universitären Angeboten, sondern als eine ergänzende Perspektive innerhalb der Schweizer Executive Education.
An wen richtet sich die Executive School konkret und welche Herausforderungen von Führungskräften wollt ihr damit adressieren?
Peter: Die Executive School richtet sich in erster Linie an erfahrene Führungskräfte auf Geschäftsleitungs- und oberer Managementebene sowie an Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Organisationen aktiv weiterentwickeln und Transformation verantwortungsvoll gestalten möchten.
Viele Executives bewegen sich heute in einem Umfeld, das von hoher Dynamik und Unsicherheit geprägt ist – häufig beschrieben als BANI-Welt: brüchig, komplex und schwer vorhersehbar. Führung bedeutet deshalb zunehmend, mit Ambiguität umgehen zu können, unter Unsicherheit fundierte Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig Orientierung für Organisationen zu schaffen.
Neben klassischen Managementthemen gewinnen deshalb Fähigkeiten wie Kreativität, systemisches Denken und verantwortungsvolle Unternehmensführung an Bedeutung. Besonders wichtig wird dabei eine Erkenntnis: Je stärker Technologie, Digitalisierung und künstliche Intelligenz in Unternehmen Einzug halten, desto zentraler wird der Faktor Mensch. Führung bedeutet heute stärker denn je, Organisationen so zu gestalten, dass Menschen ihr Potenzial entfalten können, Verantwortung übernehmen und gemeinsam innovative Lösungen entwickeln.
Unsere Executive School möchte Führungskräfte genau in diesen Kompetenzen stärken. Unsere Programme verbinden aktuelle Entwicklungen aus Wirtschaft und Technologie mit einem modernen Verständnis von Leadership – und schaffen gleichzeitig Räume für Austausch unter Executives, die vor ähnlichen strategischen Herausforderungen stehen.
Welche Kompetenzen und Themen stehen im Zentrum der Programme – etwa in Bereichen wie Leadership, Transformation, Innovation oder Digitalisierung?
Meike: Die Leitidee unserer Programme könnte man wie folgt formulieren: Leadership for Human-Centered Transformation. Im Zentrum stehen Kompetenzen, die für eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Unternehmensführung entscheidend sind. Dazu gehören strategisches Leadership, die Gestaltung von Transformationsprozessen sowie der souveräne Umgang mit technologischen Entwicklungen.
Ein besonderer Fokus liegt darauf, Führungskräften zu vermitteln, wie neue Technologien und AI-Geschäftsmodelle Entscheidungsprozesse und Organisationen verändern – und wie sie diese Entwicklungen aktiv und verantwortungsvoll gestalten können. Gerade weil sich technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich künstlicher Intelligenz, so dynamisch entwickeln, wird es für Führungskräfte immer wichtiger, ihr Wissen kontinuierlich zu aktualisieren und neue Kompetenzen aufzubauen.
Dabei bauen wir auf den Erfahrungen und Kompetenzen auf, die wir im Executive MBA General Management und besonders im Executive MBA Digital Leadership bereits etabliert haben, und vertiefen diese im Kontext aktueller technologischer Entwicklungen. Verantwortungsvolle Leadership-Kompetenzen und eine klare Werteorientierung bilden dabei eine zentrale Grundlage.
Noch befindet sich die Executive School in der Konzeptions- und Aufbauphase, die offizielle Lancierung ist für den späten Herbst geplant. Welche Vision habt ihr für diesen neuen Bereich und wie soll sich das Angebot in den nächsten Jahren entwickeln?
Peter: Wir möchten die bestehenden Stärken der HWZ – Praxisnähe, enge Verbindungen zur Wirtschaft und qualitativ hochwertige Programme – gezielt bündeln und weiterentwickeln.
Ein Leitgedanke unserer Executive School ist der Dreiklang Mensch, Organisation und Technologie. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen ihr volles Potenzial dann entfalten, wenn diese drei Dimensionen wirkungsvoll zusammenspielen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, technologische Entwicklung und verantwortungsvolle Führung miteinander in Einklang stehen. Die Programme der HWZ Executive School verbinden deshalb Themen wie Leadership, Transformation, Innovation und Digitalisierung mit Fragen gesellschaftlicher Verantwortung und stärken die Fähigkeit, Unternehmen erfolgreich und verantwortungsvoll in einer zunehmend technologiegeprägten Welt zu führen.
In diesem Sinne möchten wir in den kommenden Jahren Schritt für Schritt eine Plattform aufbauen, die exzellente Weiterbildung, ein starkes Netzwerk von Führungskräften und eine reflektierte Perspektive auf modernes Leadership miteinander verbindet.
HWZ Executive School
Die HWZ Executive School ist ein neuer Bereich der HWZ, der die Executive-Education-Aktivitäten der Hochschule bündelt. In diesem Rahmen werden verschiedene Programme für erfahrene und angehende Führungskräfte zusammengeführt und schrittweise weiterentwickelt. Das Angebot wird bestehende Executive-Weiterbildungen sowie neue Formate für Führungskräfte und Entscheidungsträgerinnen und -träger umfassen. Weitere Informationen folgen mit der offiziellen Lancierung des Bereichs im späten Herbst 2026.
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