10. Februar 2026 · Campus
Studium trifft Startup-Realität
Wenn Studierende Theorie in die Praxis übertragen, entstehen immer wieder besonders spannende Einblicke. Florian Durrer, Student im Bachelor Business Communications (BBC) an der HWZ und Gründer eines Start-ups in der Event- und Gastronomiebranche, zeigt eindrücklich, wie praxisnahes Lernen im unternehmerischen Alltag funktionieren kann. Parallel zu seinem Studium machte er sich selbstständig und setzte das Wissen aus der integrierten Kommunikation unmittelbar im eigenen Unternehmen ein.
Vom Studium direkt ins eigene Start-up
Im Februar 2025 gründete Florian Durrer, Student im Bachelor Business Communications, gemeinsam mit einem Mitgründer die Upwood Gastro GmbH. Der Einstieg in die Event- und Gastronomiebranche war ein bewusster Quereinstieg, denn sein beruflicher Hintergrund liegt im Marketing. Umso wertvoller waren für ihn die im Bachelor Business Communications erlernten Kenntnisse: Sie konnten von Beginn an direkt im Aufbau seines Unternehmens angewendet werden.
Als junges Start-up mit begrenzten Ressourcen standen wir vor der Herausforderung, gleichzeitig Sichtbarkeit zu schaffen, eine Marke aufzubauen und ein überzeugendes Erlebnis zu bieten. Bekanntheit allein reicht in dieser Branche nicht aus, entscheidend ist, dass die Marke glaubwürdig und erlebbar wird.
Die praxisnahen Studienprojekte erwiesen sich als besonders wertvoll. Statt mit hypothetischen Fallbeispielen zu arbeiten, konnte er reale Fragestellungen aus dem eigenen Unternehmensalltag bearbeiten, reflektieren und weiterentwickeln:
Im Modul Digital Tools, Channels & Publishing entstand eine crossmediale Kampagne für die Upwood Gastro GmbH. Instagram diente als Leitmedium, ergänzt durch eine Landingpage, ein Kampagnenvideo und physische Touchpoints im Betrieb. Alle Massnahmen waren entlang der Customer Journey aufgebaut und aufeinander abgestimmt. Dabei wurde deutlich, welche digitalen Instrumente in der Praxis tatsächlich Reichweite erzeugen und wie wichtig eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg ist.
Im Modul Event, Live Communication & Sponsoring entwickelte Florian ein Eventkonzept für die eigene Eventlocation. Der Fokus lag auf Live-Kommunikation als emotionalem Markenkontakt. Während digitale Kanäle Aufmerksamkeit schaffen, ermöglichen Events eine direkte Nähe zur Marke. Gäste erleben Atmosphäre, Angebot und Identität unmittelbar vor Ort. Gleichzeitig entstehen Inhalte, die digital weiterverwendet werden können.
Auftraggeber und Umsetzer zugleich
Eine besondere Herausforderung bestand darin, gleichzeitig Auftraggeber und Ausführender zu sein. Florian arbeitete im Studium mit Mitstudierenden zusammen, die einen externen Blick auf das Unternehmen brachten. Inputs von Dozierenden, Mitstudierenden und Teammitgliedern halfen dabei, bestehende Annahmen zu hinterfragen und Unternehmensbereiche zu betrachten, die im operativen Alltag nicht zu seinen primären Aufgabenfeldern gehören.
Für mich persönlich als Gründer war dieser Transfer besonders wertvoll. Theoretische Modelle halfen, Entscheidungen strukturierter zu treffen, während die Praxis zeigte, dass Konzepte flexibel angepasst werden müssen. Die Möglichkeit, Erkenntnisse aus verschiedenen Studienmodulen direkt im eigenen Unternehmen anzuwenden, machte das Studium greifbar, praxisnah und nachhaltig lehrreich.
Entrepreneurship an der HWZ: ein zentraler Fokus
Die HWZ verfolgt das Ziel, die unternehmerischste Hochschule der Schweiz zu sein. Dazu gehören das Forschen, Ausbilden und Zusammenarbeiten mit Unternehmer:innen, um gemeinsam Mehrwerte für die Schweiz zu schaffen. Studierende werden gezielt gefördert, eigene Ideen zu entwickeln, unternehmerisch zu denken und innovative Projekte umzusetzen.
Heute führen Florian und sein Mitgründer das Unternehmen gemeinsam, beschäftigen einen festen Mitarbeitenden sowie rund sechs Personen im Aushilfsteam. Sein Weg zeigt eindrücklich, wie wichtig praxisnahe Ausbildung und echte unternehmerische Erfahrungen während des Studiums sind. Solche Möglichkeiten tragen dazu bei, dass Theorie und Praxis optimal miteinander verbunden werden können, und bereiten Studierende auf die Herausforderungen der Arbeitswelt vor.
