9. Februar 2026 · Testimonial
Philipp Bolliger: Mit klaren Zielen in die Geschäftsleitung
Vom berufsbegleitenden Bachelor in Betriebsökonomie an der HWZ bis in die Geschäftsleitung der FERI (Schweiz) AG: Philipp Bolliger zeigt, dass Karriere kein Zufall ist. Im Interview spricht der HWZ-Alumnus über Resilienz im Berufsalltag, den Wert eines praxisnahen Studiums und warum klare Ziele wichtiger sind als ein geradliniger Lebenslauf.
Philipp, seit Kurzem bist du Teil der Geschäftsleitung der FERI (Schweiz) AG – herzlichen Glückwunsch! Wie hast du dich in deiner neuen Rolle eingelebt und was hat sich für dich im Alltag am deutlichsten verändert?
Herzlichen Dank! Ich habe mich dank meiner Kollegen in der Geschäftsleitung sowie unseren Mitarbeiter:innen sehr schnell und gut eingelebt. Es sind deutlich mehr Meetings dazugekommen und ich widme mich nun vermehrt strategischen Themen. Ausserdem befasse ich mich stärker mit Führungsthemen als noch in meiner Rolle als Teamleiter.
Was treibt dich in deiner neuen Funktion besonders an und welche Vision möchtest du gemeinsam mit deinem Team im Portfoliomanagement verwirklichen?
Wir möchten Investment-Konzepte mit Schweizer Qualität und maximalem Nutzen für unsere Investor:innen entwickeln. Natürlich steht auch Wachstum im Zentrum unseres Handelns: Mit meinem Team möchte ich in den nächsten drei Jahren ein Vermögen in der Höhe von CHF 2 Milliarden bei der FERI (Schweiz) AG verwalten. Die FERI-Gruppe verwaltet bereits Vermögen in ganz Europa von über CHF 50 Milliarden!
Du bist Ende 2017 bei FERI eingestiegen und hast dich vom Portfolio Manager bis in die Geschäftsleitung entwickelt. Welche Stationen oder Momente waren auf diesem Weg für dich besonders prägend?
Ich habe schon früh gelernt, dass es im Leben sowohl beruflich als privat immer wieder entscheidende Momente gibt, bei denen es gilt, sich für einen Weg zu entscheiden und diesen konsequent zu verfolgen. Ich hätte mehrfach die Möglichkeit gehabt, mich beruflich zu verändern, aber ich hatte immer mein Ziel vor Augen: was ich bei FERI noch alles erreichen möchte. Dabei hat es mir geholfen, mich regelmässig zu reflektieren, statt beim ersten Rückschlag aufzugeben.
Wenn du auf diesen Weg zurückblickst: Was war eine Fähigkeit oder Haltung, die du dir erst im Berufsalltag aneignen musstest und die heute besonders wichtig für dich ist?
Resilienz und Durchhaltewillen! Der Karrierepfad ist nicht linear und es gibt immer wieder Rückschläge. Das können z. B. wichtige Weggefährten sein, die die Firma verlassen oder ein herausforderndes Wirtschaftsumfeld. Ich setze mir daher immer ein Ziel, welches ich in fünf Jahren erreichen möchte. Das hält mich in der Spur, unabhängig wie das Umfeld gerade gestaltet ist.
Kurz vor deinem Einstieg bei FERI hast du deinen Bachelor Betriebsökonomie mit Major Banking & Finance an der HWZ abgeschlossen. Welche Rolle hat dein Studium dabei gespielt, dass sich dir diese Chance eröffnet hat?
Es war sicher notwendig, dass ich einen Bachelor vorweisen konnte, um die Chance im Portfolio Management zu erhalten. Dass das Studium berufsbegleitend war, sehe ich dabei als einen ganz wichtigen Faktor. Berufserfahrung schlägt langfristig theoretisches Wissen und ich konnte meines aus dem Studium laufend in den Berufsalltag einfliessen lassen.
Wenn du an konkrete Projekte oder Entscheidungen aus deinem Berufsalltag denkst: Welche Inhalte oder Denkweisen aus dem Studium konntest du direkt in der Praxis einsetzen?
Im vierjährigen, berufsbegleitenden Studium habe ich gelernt, Durchhaltewillen aufzubauen, mir selbst Ziele zu setzen, mich zu überprüfen und aus Fehlern zu lernen. Nicht jedes Fach oder Modul ist mir leichtgefallen. Aber ich habe gelernt, mit solchen Hürden umzugehen und meine begrenzte Zeit optimal einzuteilen.
Wovon hast du rückblickend im Studium an der HWZ am meisten profitiert – fachlich, methodisch oder persönlich?
Ich habe besonders davon profitiert, dass das Studium im ähnlichen Zeithorizont liegt, wie ich mir meine Ziele setze – vier Jahre sind ein Marathon, kein Sprint. Es galt also auch im Studium, das Ziel im Auge zu behalten und die Hürden zu meistern.
Fachlich habe ich das berufsbezogene Wissen der Dozenten enorm geschätzt. Ich habe stets gespürt, dass diese Personen einen engen Bezug zum «realen» Leben haben. Ihre Beispiele aus dem Alltag haben extrem geholfen, die Brücke zur Theorie zu schlagen, die teilweise sehr abstrakt war.
Heute gibst du dein Wissen selbst als Dozent weiter. Hat das dein Verständnis von Ausbildung und Praxis verändert?
Ich doziere ebenfalls an einer berufsbegleitenden Fachhochschule in Stuttgart und geniesse es, nun auf der anderen Seite der Vorlesung zu sein. Mein Verständnis hat sich nicht verändert, sondern ich habe mich vielmehr darin bestärkt gefühlt, dass mein Weg zwischen Berufsalltag und Studium genau richtig war. Ich versuche immer, meinen Studierenden Beispiele aus meinem Alltag mitzugeben, weil diese helfen, komplexe Finanzthemen besser zu verstehen und selbstständig anzuwenden.
Welchen persönlichen Rat würdest du heutigen und künftigen HWZ-Studierenden mit auf den Weg geben, die eine Karriere im Finanz- und Investmentumfeld anstreben?
Entscheide dich für ein berufsbegleitendes Studium – es hilft dir, die komplexe Materie besser zu verstehen. Setz dir vor, während und nach dem Studium Ziele. Was möchtest du erreichen? Möchtest du später einen Job im Management ausführen und strategische Themen vorantreiben? Oder bist du lieber mittendrin im Geschehen und magst den direkten Kundenkontakt? Ich sehe immer wieder junge Menschen, die zwar ein Studium begonnen oder abgeschlossen haben, aber nicht wissen, warum sie dies eigentlich tun. Meiner Meinung nach sollte man studieren, um ein Karriereziel zu erreichen und nicht, um den Abschluss in der Tasche zu haben.
