Campus18. August 2021

«Es ist ein Vorteil, wenn man sich mit dem Case identifizieren kann»

Lieferdienste boomen. Und es stossen immer wieder neue Anbieter hinzu. Wie beispielsweise das Zürcher Start-up «STASH». Was Stash bis anhin fehlte? Ein richtiges Kommunikationskonzept. Eine Studiengruppe aus dem Bachelor Business Communications liess sich die Chance nicht nehmen und konzipierte. Nina Bauer, Mitglied dieser Studiengruppe, erzählte uns mehr über diese Projektarbeit.

Foto: Die Studiengruppe, die für «STASH» konzipierte, von rechts nach links: Nina Bauer, Anja Brühlmann, Cindy Pennaforte und Stephanie Wüthrich. Das fünfte Mitglied, Fabian Liechti, fehlt auf dem Foto.

Das Kommunikationskonzept wurde im Rahmen des Moduls «Entrepreneurship» bei Max Meister und Pascal O. Stocker im 8. Semester des Bachelor Business Communications erarbeitet.

Nina, seit über einem Jahr boomt das Geschäft der Lieferdienste stärker als zuvor – und es nimmt nicht ab. Gehörst du auch zu denjenigen, die oft online bestellen und sich den Einkauf oder das gewünschte Produkt nach Hause liefern lassen?
Auf jeden Fall! Ich bin eine treue Kundin und muss zugeben, dass ich Lieferdienste noch viel öfter nutze als vor Corona. Bis anhin griff ich vor allem für fertige Mahlzeiten oder Kleider auf Lieferdienste zurück, im Convenience-Bereich habe ich es noch nicht oft ausprobiert. Es muss immer spontaner und schneller gehen und darum sehe ich grosses Potenzial im Geschäftsmodell von «STASH», dem neuen Zürcher Lieferdienst. Die heutige Gesellschaft ist sich gewöhnt, so bequem wie möglich an Produkte zu kommen – was sicherlich durch Corona gefördert wurde.

Du hast es bereits erwähnt: Es kommen immer wieder neue Anbieter auf den Markt, wie beispielsweise der neue Zürcher Lieferdienst «STASH», für den du gemeinsam mit vier Mitstudierenden ein Kommunikationskonzept erstellt hast. Wie war eure erste Reaktion, als ihr von dieser Aufgabe erfahren habt?
Obwohl wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas von Stash gehört hatten, sahen wir bereits von Beginn an grosses Potenzial in diesem Case, zumal wir uns auch selbst zur Zielgruppe zählen.

Cases, mit denen man sich 1:1 identifizieren kann, machen am meisten Spass und sind auch für den Auftraggebenden zusätzlich gewinnbringend.

Wie ist es euch bei der Konzeption ergangen?
Unser erster Eindruck von Stash war sehr positiv. Der Lieferdienst war bereits auf diversen relevanten Kanälen präsent und pflegte einen sympathischen Auftritt. Auch haben wir einige Male selber bestellt, um das Kauferlebnis von A bis Z zu erleben und analysieren. Nach einem Workshop zusammen mit dem Kunden inklusive Führung im Stash-Headquarter, erhielten wir einen vertieften Einblick in ihr Business und konnten gemeinsam die Ziele des Konzepts schärfen. Somit legten wir den Fokus auf die Positionierung und vor allem auf eine Bekanntmachungsstrategie, da Gerüchte herumschwirrten, dass die Konkurrenz «Gorillas» einen Sitz in der Schweiz plant. Als Team waren wir von Anfang an eingespielt, da wir in diversen Gruppenarbeiten bereits in dieser Konstellation zusammengearbeitet haben (Tipp an neue Studierende: Ein eingespieltes Team ist sehr wertvoll! 😉 ). Es war von Anfang an klar, wer welche Aufgaben übernimmt und wer den Teamlead sowie den Kontakt zum Kunden pflegt. Mit einer klaren Aufgabenverteilung (via MS-Teams / Tasks) und einem wöchentlichen Jour fixe hatten wir einen regelmässigen Austausch. Zudem konnten wir uns wieder physisch treffen, was für uns einen grossen Mehrwert brachte. Wir mieteten dazu jeweils einen Seminarraum an der HWZ.

Stash ist ein Start-up. Welche Rolle spielt dieser Faktor, wenn es um die Konzeption geht?
Stash schenkte uns grosses Vertrauen bei der Erarbeitung des Cases und wir schätzten die Kommunikation auf Augenhöhe. Unsere Vorschläge und Inputs wurden ernst genommen und wir spürten die Motivation seitens des Auftraggebers.

Wie bei den meisten Start-ups sind die finanziellen Ressourcen, vor allem auch im Bereich Marketing und Kommunikation, begrenzt. Dies forderte uns umso mehr, den Fokus auf die realistischen und relevanten Massnahmen zu setzen und konkrete Vorschläge aufzuzeigen.

Was uns als Team motivierte, war, dass alles sehr realitätsgetreu und nahbar war und Stash die Wichtigkeit einer erfolgreichen Kommunikation sieht und sich darauf einlässt.

Was waren die Herausforderungen während des Prozesses?
Die grösste Herausforderung war, sich neben dem Lieferdienst-Gigant «Gorillas» – welcher sich in der Schweiz einnisten will – neu und anders zu positionieren. Der Auftritt von Stash ist bis zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich ähnlich aufgebaut. Wir mussten Faktoren finden, mit denen sich Stash von «Gorillas» abheben und eine «eigene Schiene» fahren kann.

Über «STASH»

«STASH» ist der erste «Quick Commerce» (Q-Commerce) Fahrradkurier in der Schweiz und liefert über 500 Produkte innerhalb von 10 Minuten an Kundinnen und Kunden in die Zürcher Kreise 4 und 5. Nach der aktuell laufenden Pilotphase wird Stash weitere Kreise beliefern und sich anschliessend in weiteren Schweizer Städten ausbreiten.

www.stash.ch

Inwiefern habt ihr von dieser Projektarbeit profitiert?
Für uns war dieser Case von A bis Z ein riesiges Learning. Wir durften aktiv die Rolle als Kommunikationsberater einnehmen und von unserem erlernten Know-how aus den letzten acht Semestern profitieren. Am meisten gefiel uns, dass dieser Case sehr realitätsgetreu ist und unsere Vorschläge Potenzial zur Umsetzung haben. Wir sind schon jetzt gespannt, für welche Massnahmen sich Stash entscheidet und freuen uns darauf, die weiteren strategischen Schritte mitzuverfolgen! Ein grosser Dank geht an das ganze Stash-Team und auch an Max Meister und Pascal O. Stocker, die uns während der Erstellung des Cases begleitet haben.

 

Und wie zufrieden war der Auftraggeber mit der Studiengruppe? Wir haben bei Simon Koch, CEO von «STASH», nachgefragt:

Simon, wie lief die Zusammenarbeit mit den Studierenden?

Es gab einen Kick-Off-Call, in welchem wir Stash vorstellten. Das Team der HWZ war bereits sehr gut informiert und hatte viele Fragen. Rund drei Wochen vor Abschluss hat uns das Team zusätzlich bei uns im Lager besucht. Wir konnten weitere Fragen beantworten und eine erste Fassung des Konzeptes sehen. Als Start-up-Unternehmende arbeitet man schnell sehr viel und das kann schnell zu einem Tunnelblick führen. Die externe Sicht hat uns geholfen, das Thema Kommunikation aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.

Die Studiengruppe im Gespräch mit Simon Koch (links) und seinem Team von Stash.

Werdet ihr Teile aus dem Konzept übernehmen?

Ja, wir werden sicherlich gewisse Teile aus dem Konzept für weitere Planungsschritte mit einfliessen lassen. Unser Head of Marketing hat bei der Planung für den City Lunch Zürich im September bereits erste Ideen übernommen.

Oderbolz Laura HWZ Kommunikation

Laura Oderbolz

Project Manager Corporate Communications

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