Vereinbarkeit: Natasa Kovacevic

Aktuell10. August 2022

«Meinen Erfolg verdanke ich auch meinem grossartigen Umfeld»

Sie ist wissbegierig, ambitioniert und hat Grosses vor – Natasa Kovacevic hat zuerst den Bachelor Business Communications und anschliessend den MAS Business Communications an der HWZ absolviert. Das war ihr jedoch noch nicht genug. Neben ihrem Job als Head of Marketing & Communication bei einem grossen IT-Dienstleister besucht die dreifache Mutter zurzeit ein Doktoratsstudium in London. Wir wollten wissen, was sie antreibt und wie sie das alles schafft.

Die HWZ steht für praxisnahe Studiengänge. Als rein berufsbegleitende Fachhochschule ermöglichen wir unseren Studierenden, das im Studium Gelernte direkt im Beruf anzuwenden. Damit sich unsere Studierenden neben dem Studium auch auf ihren Job fokussieren können, sorgen wir für arbeitgeberfreundliche Studienzeiten. Dennoch: Für eine optimale Vereinbarkeit des Studiums mit dem Beruf und dem Privatleben ist Planung gefragt. Wir haben bei Studierenden und Absolvierenden nachgefragt, die uns eindrücklich zeigen, wie man alles unter einen Hut bringt.

Über die Absolventin

Natasa, was bedeutet für dich lernen und sich weiterbilden?
Ich habe eine aussergewöhnlich stark ausgeprägte Wissbegier. Das bedeutet, dass ich für mein Leben gerne lerne und mich fortlaufend und nachhaltig weiterentwickeln möchte. Die Liebe zum Lernen entstand übrigens während meines Bachelors an der HWZ. Es gibt mir sehr viel Kraft, Unwissenheit in Kompetenzen umzuwandeln und das ist es, was mich motiviert, immer weiterzugehen und nicht stehenzubleiben.

Ich bin zudem überzeugt davon, dass es das Lernen ist, was mir hilft, in der heutigen sogenannten VUCA-Welt, die von Unbeständigkeit und Unsicherheit geprägt ist, erfolgreich durchzukommen. Damit meine ich aber nicht nur das Lernen in der Schule, sondern auch das Lernen durch Veränderungen und Herausforderungen im Alltag.

Du hast es bereits angesprochen: Du hast vor einigen Jahren den Bachelor Business Communications an der HWZ absolviert. Wie kam es dazu?
Meine berufliche Laufbahn startete ich mit einer Lehre zur Detailhandelsassistentin, weil ich damals keine kaufmännische Lehre finden konnte. Nach der Detailhandelslehre besuchte ich die kaufmännische Berufsmatur, während der ich mich bereits intensiv mit möglichen Studiengängen im Bereich Wirtschaft auseinandersetzte. Dabei stiess ich auf den Bachelorstudiengang Business Communications an der HWZ, für den ich mich schliesslich entschied. Für die Bachelor Thesis erhielt ich damals sogar eine Auszeichnung.

Als ich bei der HWZ mit dem Bachelor startete, arbeitete ich noch als Anwaltsassistentin. Mein Wunsch, das Gelernte auch in der Praxis unter Beweis zu stellen, wuchs. Aus diesem Grund entschied ich mich während des Bachelors für ein Marketing-Praktikum in einem IT-Unternehmen. Nach dem Praktikum erhielt ich die Chance, als Marketing- und HR-Leiterin für einen IT-Dienstleister zu arbeiten. Seither bin ich in führenden Rollen für IT-Dienstleister tätig. Die Branche habe ich nie gewechselt 😊

Mit dem Studium folgte sogleich auch der Einstieg in den Marketing- und Kommunikationsbereich, wo du richtig durchstarten konntest. Dennoch: Der Bachelor alleine war dir nicht genug. Du hast dich schon relativ bald nach dem Abschluss für die erste Weiterbildung entschieden. Was waren deine Ambitionen? Und weshalb hast du dich für den MAS Business Communications und damit erneut für die HWZ entschieden?
Um ehrlich zu sein, war es meine Wissbegier, die mich dazu führte, eine Weiterbildung zu machen. Dass ich mich wieder für die HWZ entschied, lag daran, dass ich die HWZ-Dozierenden und ganz besonders den Mix zwischen Theorie und praxisrelevanten Inhalten schätzte.

Ich habe mir unterschiedliche Weiterbildungen an der HWZ angeschaut. Was mich persönlich beim MAS Business Communications überzeugte, war die Möglichkeit, von den insgesamt vier CAS (a. d. R.: Mittlerweile sind es noch drei CAS) zwei Vertiefungen frei zu wählen. So wählte ich neben den beiden Pflicht-CAS (CAS Unternehmensführung und CAS Strategisches Kommunikationsmanagement) die beiden Wahl-CAS Customer Behavior und Corporate Writing. Ich erhielt also die Möglichkeit, mich nicht nur in eine spezifische Richtung weiterzubilden, sondern mich mit verschiedenen Aufgaben auseinanderzusetzen.

Neben Job und Privatleben bedeutet eine Weiterbildung auch immer ein zusätzlicher Aufwand, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Welche Überlegungen hast du dir vor der Weiterbildung gemacht?
Weiterbildung ist immer auch ein zeitlicher Faktor, der hinzukommt. Das ist so. Zwei Jahre vor Beginn der Weiterbildung kam mein Sohn zur Welt. Ich liebte es (und liebe es heute noch), viel Zeit mit ihm zu verbringen und ihm meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. Damals war ich auch als Marketing- und Kommunikationsleiterin und Mitglied der operativen Geschäftsleitung tätig und hatte damit einen anspruchsvollen Job, bei dem mir aber viel Flexibilität bezüglich Arbeitszeiten gewährt wurde. So konnte ich  einerseits für meinen Sohn da sein, andererseits aber auch einen guten Job im beruflichen Umfeld machen. Wir hatten zu dieser Zeit den Wunsch, unsere Familie zu vergrössern und ich fragte mich, ob ich es schaffen würde, Job, Familie und Weiterbildung unter einen Hut zu kriegen. Aber ich liebe alles, was ich tue. Ich liebe meine Familie, welche bei mir höchste Priorität geniesst, ich liebe es aber auch zu arbeiten und zu lernen. Deshalb fiel mir die Entscheidung dann eben doch sehr leicht.

Und deine Familie ist dann auch gewachsen…
Genau! Nachdem ich den MAS Business Communications im Januar 2017 startete, bekamen wir (nach meinem Sohn) im darauffolgenden September Zwillinge – ein Junge und ein Mädchen. Ich absolvierte also hochschwanger den ersten CAS. Meine Mitstudierenden waren alle sehr gespannt auf den Nachwuchs und fieberten mit.

Natasa Kovacevic, Absolventin MAS Business Communications

Natasa Kovacevic mit ihrer Familie.

Wie hast du es geschafft, mit drei kleinen Kindern und einem anspruchsvollen Job alles unter einen Hut zu bringen? Das scheint mir eine ziemliche Herausforderung zu sein…
Ich erkrankte während meiner Zwillings-Schwangerschaft an einer Schwangerschaftsvergiftung, die ich mit viel Mühe überlebte. Die Zeit nach der Geburt im Krankenhaus war entsprechend schwierig. Daran denkt man im Vorfeld natürlich nicht, auch wenn man Entscheidungen wie beispielsweise das Absolvieren einer Weiterbildung trifft. Ich wollte mich im Jahr nach der Geburt voll und ganz auf meine Familie und meinen Job fokussieren und pausierte mit der Weiterbildung. Je mehr Zeit verging und je besser es mir ging, kam das starke Bedürfnis wieder auf, die Schulbank zu drücken. So entschied ich, ein Jahr nach der Geburt wieder loszulegen und die weiteren drei CAS zu absolvieren.

Ich bin ein Mensch mit grossem Durchhaltevermögen und mit einer grossen Liebe zum Lernen. Diese beiden persönlichen Eigenschaften sind gute Voraussetzungen dafür, alles unter einen Hut zu kriegen. Aber mein Erfolg lag nicht nur an mir selbst, sondern auch an einem grossartigen Umfeld, das ich habe. Dafür bin ich unendlich dankbar. Mein Ehemann beispielsweise kümmerte sich an den Samstagen, an denen ich im Unterricht war, um unsere drei Kinder und hatte grosses Verständnis dafür, dass ich an vielen Abenden (wenn die Kinder schliefen) mit Lernen oder Arbeiten beschäftigt war. Aber auch meine Eltern und meine Schwester waren immer da, wenn wir kurzfristig eine Betreuung für die Kinder brauchten. Zu wissen, dass die Kinder glücklich und in sehr guten Händen sind, hilft sehr.

Hast du Tipps an all diejenigen, bei denen neben Job und Weiterbildung auch das Familienleben eine zentrale Rolle spielt?
Eine gute Organisation und die konsequente Einhaltung von geplanten Aktivitäten sind sehr wichtig. Menschen, die neben der Weiterbildung und dem Job noch weitere Verpflichtungen haben, haben nicht besonders viel Zeit und müssen sie deshalb sehr gut einteilen.

Was für mich auch besonders wichtig ist, ist Achtsamkeit und damit auch der Umgang mit mir selbst. Ich habe dank unterschiedlicher Techniken gelernt, fokussierter und gelassener zu werden, besser mit Stress umzugehen und mehr im Hier und Jetzt zu leben.

Das tägliche Reflektieren beispielsweise hilft mir dabei, sehr gut mit Spannungen im Alltag umzugehen und mir bewusst zu machen, wie es meinem Körper und Geist geht. Dies gibt mir täglich enorm viel Kraft und trotz vieler Aufgaben und Verantwortungen auch eine innere Ausgeglichenheit.

Nach dem MAS-Abschluss an der HWZ war mit Lernen noch nicht Schluss. Du bist dich laufend am Weiterbilden. Was treibt dich an?
Ich habe im vergangenen November die Chance erhalten, bei einem der erfolgreichsten IT-Dienstleister der Schweiz neu als Mitglied der Geschäftsleitung und Head of Marketing & Kommunikation zu agieren und damit ein zehnköpfiges Team zu führen. Um mich noch besser auf diese neue Rolle vorzubereiten, habe ich den CAS in Management & Psychologie absolviert.

Zurzeit besuche ich das Doktoratsstudium zur Erreichung des Doktortitels «Doctor of Business Administration» an der Middlesex University in London. Meinen Schwerpunkt bei der Doktorarbeit werde ich auf die Verhaltensökonomie legen. Ein Thema, dem ich erstmals im CAS Customer Behavior HWZ begegnet bin und mich seither nicht mehr loslässt. Ich habe damals auch meine Master Thesis darüber geschrieben.

Du willst mehr über unsere Studierenden und Absolvierenden erfahren, die Job, Studium & Privatleben unter einen Hut bringen?

Oderbolz Laura HWZ Kommunikation

Laura Oderbolz

Project Manager Corporate Communications

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