16. April 2026 · Campus
Praxisnah lernen im Projektmanagement-Seminar für Service 7000
Im diesjährigen Projektmanagement-Seminar stellten sich Studierende einer realen Herausforderung des Unternehmens Service 7000: Mithilfe einer datenbasierten Sentimentanalyse sollten Prozessstärken und -schwächen sichtbar gemacht werden. Innerhalb von nur vier Tagen entstanden fundierte Analysen, konkrete Handlungsempfehlungen und umsetzbare Lösungsansätze – zur grossen Zufriedenheit des Auftraggebers.
Im Rahmen des Projektmanagement-Seminars arbeiten die Studierenden im Bachelor Wirtschaftsinformatik während einer intensiven Seminarwoche an einem «Living Case». Die Aufgabenstellung wird gemeinsam mit einem realen Auftraggeber entwickelt und bildet eine konkrete Herausforderung aus der Praxis ab.
Sentimentsanalyse für Service 7000
In diesem Jahr durften die Studierenden mit Service 7000 zusammenarbeiten. Im Zentrum stand die Aufgabe, Kundenfeedbacks mithilfe von Textanalysen zu untersuchen, zentrale Pain Points im Reparaturprozess zu identifizieren und daraus datenbasierte Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.
Marco Cathomas, IT-Leiter bei Service 7000, begleitete die Studierenden während der Woche zusammen mit Prof. Dr. Evangelos Xevelonakis, Studiengangs- und Seminarleiter an der HWZ.
Marco, was war euer konkreter Auftrag an die Studierenden und welche Herausforderung aus eurem Alltag steckt dahinter?
Die Aufgabe war das Erstellen einer Sentimentsanalyse auf Basis von verschiedenen Kommunikationsprotokollen. Dabei sollen Stärken und Schwächen im Prozess aufgezeigt und mögliche Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Einige Prozessstärken und -schwächen sind aktuell lediglich Bauchgefühl – die Sentimentsanalyse soll dieses Bauchgefühl messbar machen.
Warum habt ihr euch entschieden, mit Studierenden zusammenzuarbeiten? Wovon habt ihr gehofft, als Unternehmen zu profitieren?
Das Brückenbauen zwischen Theorie und Praxis ist aus meiner Sicht sehr wichtig.
Die Studierenden können in einem realen Case ihr an der HWZ erlerntes Wissen anwenden. Die Service 7000 wiederum profitiert von der Methodenkompetenz und der wissenschaftlichen Qualität des HWZ. So entstehen Lösungen, die nicht nur theoretisch gut sind, sondern auch praxistauglich sind.
Was war euer erster Eindruck, als ihr die Konzepte und Ideen der Studierenden gesehen habt?
Ich war zuerst einmal vom Umfang der Arbeiten beeindruckt. Die Studierenden hatten für die Ausarbeitung der Aufgabe lediglich drei Tage Zeit – am Tag vier fanden bereits die Präsentationen statt. Um den Zeitplan einhalten zu können, war es für die Teams wichtig, die verschiedenen Aufgaben den Skills der Teammember entsprechend zu verteilen. Das erarbeitete Prozesswissen der Studierenden in dieser kurzen Zeit ist sehr bemerkenswert.
Was hat euch an den Ergebnissen besonders überrascht?
Ich leite die IT der Service 7000 seit 20 Jahren. So kenne ich die Stärken und Schwächen der Prozesse bereits sehr gut. Dementsprechend gab es für mich keine grossen Überraschungen. Sehr spannend war jedoch, dass die Sentimentsanalyse die bekannten Prozessstärken und -schwächen bestätigte.
Welche Ideen oder Ansätze könnt ihr euch vorstellen, tatsächlich bei euch umzusetzen? Was nehmt ihr aus dem Projekt mit, das ihr kurz- oder mittelfristig weiterverfolgen möchtet?
Kurzfristig habe ich bereits einige Projekte zur Verbesserung der durch die Sentimentsanalyse bestätigten Findings lanciert.
Mittelfristig kann ich mir die Umsetzung der Sentimentsanalyse in unserem ERP-System sehr gut vorstellen. Die Arbeiten haben gezeigt, dass es möglich ist, die Sentimente der Kundinnen und Kunden mithilfe moderner Methoden zu kategorisieren und zu bewerten. Dies ist sehr hilfreich, um die Bedürfnisse und Pain Points der Kundinnen und Kunden besser zu verstehen und schneller zu reagieren.
Welche Chancen bieten solche Praxisprojekte aus eurer Sicht für Studierende – gerade im Hinblick auf ihren späteren Job?
Die Studierenden mussten sich im Team den individuellen Skills entsprechend organisieren, nicht perfekte Daten auswerten, kreativ nach Lösungen suchen und termingerecht präsentieren. Genau solche Aufgaben erwarten die Studierenden auch später im Job.
Was würdet ihr Studierenden mitgeben, die an so einem Projekt teilnehmen?
Die Studierenden können stolz auf ihre Arbeit sein. Sie haben sich mit einer realen Fragestellung auseinandergesetzt und dabei nicht nur fachliches Wissen angewendet, sondern auch kritisch gedacht, Ergebnisse reflektiert und Verbesserungspotenziale erkannt. Gerade dieser reflektierte Umgang mit einem komplexen Thema macht die Arbeiten besonders wertvoll.
Einblicke ins PM-Seminar
Das Projektseminar zeigt immer wieder eindrucksvoll, wie praxisnah und zukunftsorientiert die Ausbildung an der HWZ ist und wie Studierende durch reale Praxis-Cases wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse für ihre berufliche Zukunft sammeln können.
Das folgende Video zeigt einige Einblicke in die Zusammenarbeit der Teams, die Arbeitsatmosphäre vor Ort und den konkreten Nutzen für Studierende und Auftraggeber.

