12. März 2026 · Campus
Von der Studentin zur Departementsleiterin: Silvana Cucu gestaltet das Digital Business Management der HWZ
Vom Studium in die Führungsebene in wenigen Jahren: Silvana Cucu kennt die HWZ aus nahezu jeder Perspektive. Heute leitet sie das Departement Digital Business Management und will die Wirtschaftsinformatik strategisch neu positionieren. Im Interview spricht sie über ihren Weg von der Politologie in die ICT, was die HWZ ihr bedeutet sowie über Leadership mit sportlicher Mentalität.
Bevor wir über deine Rollen und Funktionen sprechen: Wie würdest du dich jemandem beschreiben, der dich noch nie an der HWZ erlebt hat? 😊
Als aufgestellte, wissbegierige und zielstrebige Person mit Wortwitz, einer Vorliebe für abgestimmte Ohrringe und Manschettenknöpfe sowie einem Faible für Zahlen und Geschichte(n).
Dein Weg begann in der Politologie und führte dich über die Wirtschaftsinformatik zur HWZ. Was hat dich damals motiviert, von Politikwissenschaften in Richtung Information and Communication Technology (ICT) zu wechseln?
Mein erster Job nach dem Studium hat mich in die ICT-Welt geführt. Dies jedoch nur am Rande und nur als Anwenderin. Irgendwann wollte ich ICT nicht nur anwenden, sondern ein tiefgreifendes technisches Verständnis erlangen. Zudem habe ich in meinen vorherigen Funktionen gemerkt, dass ich ohne weiterführende Ausbildung im Bereich der (Wirtschafts-)informatik beruflich nicht weiterkomme.
Aus dieser Entwicklung heraus übernimmst du seit diesem Jahr die Leitung des Departements Digital Business Management – eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung der HWZ. Was reizt dich an dieser Aufgabe besonders und worauf dürfen wir gespannt sein?
Es ist die Vielseitigkeit, die den Reiz ausmacht. Ich darf Menschen bewegen – intern wie extern – neue Trends aufspüren, ihnen nachgehen und mir dabei überlegen, wie diese in Weiterbildungsangebote umgesetzt werden können, die für die Studierenden und die Wirtschaft einen Mehrwert schaffen. Das wäre ohne die Unterstützung meines Teams nicht möglich.
Mein erklärtes Ziel für das Departement: die «Wirtschaftsinformatik» aus dem Dornröschenschlaf holen und den anderen Departementen und Eco-Systems zudienen – ICT gibt es nicht um ihrer selbst willen.
Du hast die HWZ aus vielen Perspektiven erlebt: als Studentin, Dozentin und heute als Führungsperson in der Rolle als Departementsleiterin. Was macht die HWZ aus deiner Sicht als Arbeits- und Bildungsort besonders?
Als Bildungsort: die absolute Vereinbarkeit von Studium und Beruf, die Praxisorientierung, die «hands-on»-Mentalität gepaart mit Theorie sowie der Zusammenhalt innerhalb der Studiengruppe. Ich erlebe es immer wieder und durfte es auch selbst erleben: Lerngruppen tragen uns durchs Studium und nicht selten entstehen daraus Freundschaften.
Als Arbeitsort: Im Englischen gibt es den schönen Ausdruck «food for thought». Und genau das sind die Gespräche mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen. Sie regen zum Denken an, sind warmherzig und definitiv nie langweilig. Und all die versteckten Talente und kreative Hobbies – eine stetige Inspirationsquelle für mich.
Rückblickend: Was war aus deiner Sicht entscheidend dafür, dass sich diese Türen geöffnet haben und welchen Anteil hattest du selbst daran?
Entscheidend war zweifelsfrei der Amtsantritt von Brian Rüeger als neuer Rektor im Oktober 2024. Durch die angestossenen Veränderungen in der Organisation, zusammen mit der Unterstützung durch zwei Mentoren aus der Leitungsebene, hat sich dieses einzigartige Momentum für mich ergeben. Grundsätzlich werden persönliche Meriten an der HWZ wertgeschätzt und Leistungen gefordert, aber auch gefördert. Es ist wie im Spitzensport: Erfolg ist die Verschmelzung von verschiedenen Elementen mit unterschiedlichem Anteil – ohne richtiges, jahreslanges Training geht es nicht.
Wenn man dich ausserhalb der HWZ trifft: Wie verbringst du deine Zeit, was gibt dir Energie und wobei kannst du zwischen all diesen Rollen und Funktionen komplett abschalten?
Ich bin ein grosser Fan des ASVZ-Angebots (A.dR.: Akademischer Sportverband Zürich) und vor allem vom Lauftraining. Die Bewegung an der frischen Luft und in der Natur bedeutet für mich Abschalten pur. Zum Spass lerne ich nebenbei Irisch (Gälisch). Meine grösste Energiequelle ist jedoch unbestritten Zeit mit der Familie und Freunden verbringen – ganz analog.
Leadership mit sportlichem Background: Welche Erfahrungen aus dem Sport helfen dir heute im Führungsalltag am meisten?
Allen voran ist es die Stetigkeit und Ausdauer, die ich am meisten in den Führungsalltag transferieren kann. Auch die Tatsache, Rückschläge zu akzeptieren und aus diesen zu lernen. Ebenfalls von grosser Bedeutung: wie viel als Team erreicht werden kann, wenn die jeweiligen Stärken optimal zum Einsatz kommen.
Du dozierst Process Modelling – ein Fach, das für Struktur, Klarheit und Überblick steht. Was fasziniert dich daran, komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen?
Prozesse sind überall im beruflichen Alltag anzutreffen. Und weil es so viele sind, haben wir den Eindruck, es sei komplex. Gerade dieses Aufbrechen in die kleinsten Einheiten und das Verständnis wie ein Rädchen in das andere greift – oder eben, wo sich Sand im Prozessgetriebe befindet – fasziniert mich. Notabene kann Optimierung, Automatisierung und allenfalls der Einsatz von Agenten nur möglich sein, wenn die Prozessgrundlagen vorhanden sind.
Neben deiner operativen Rolle engagierst du dich auch im Alumni-Vorstand. Was bedeutet dir dieses Netzwerk und warum lohnt es sich, verbunden zu bleiben?
Mehr als einmal habe ich bei alumni HWZ die Magie des Vernetzens erlebt: Eine Person sucht eine neue berufliche Herausforderung – wenige Momente später wird eine Verbindung zu einer Alumna aus genau dieser Branche hergestellt. Die HWZ als gemeinsame Basis öffnet den Raum für eine besondere Art des Austausches. Und das schätze ich sehr.
Zum Schluss ein Blick zurück mit Wirkung nach vorne: Was würdest du heutigen Studierenden raten, die vielleicht – wie du damals – an einem Wendepunkt stehen?
Insbesondere für ICT-Quereinsteiger:innen: Habt den Mut und studiert Wirtschaftsinformatik/Digital Business & AI bzw. taucht in einen CAS in diesem Bereich ein. Es lohnt sich.

