Best of Bachelor Theses 2026

Louisa Schmitz über den Einfluss von Generativer KI auf Employability von Studierenden

Die HWZ präsentiert jährlich eine Auswahl der besten Abschlussarbeiten in Form eines «Best of Bachelor Theses» Booklet. Im Bachelor Betriebsökonomie an der HWZ untersuchte Louisa Schmitz, wie Studierende in der Schweiz generative KI wahrnehmen und welchen Einfluss dies darauf hat, wie sie ihre eigene zukünftige Beschäftigungsfähigkeit einschätzen. Warum sie dieses Thema gewählt und welche Erkenntnisse sie gewonnen hat, verrät sie im Interview.

Forschung · 6. November 2026

Über Louisas Abschlussarbeit

  • Thema: Generative KI im Wandel der Arbeitswelt: Wie Wahrnehmung, Akzeptanz und Nutzung die Einschätzung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit bei Studierenden in der Schweiz prägen

  • Betreuungsperson: Debbie Mandel

  • Note: Die Arbeit über die Einschätzung der eigenen beruflichen Zukunft von Studierenden in der Schweiz erhielt die Bestnote 6.

Liebe Louisa, herzliche Gratulation zur «Best of Bachelor Theses» Würdigung! Um was geht es in deiner Abschlussarbeit zum Thema generative KI im Wandel der Arbeitswelt?

Vielen Dank! In meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, wie Studierende in der Schweiz generative KI wahrnehmen und nutzen, und welchen Einfluss dies darauf hat, wie sie ihre eigene zukünftige Beschäftigungsfähigkeit einschätzen. Mich hat besonders interessiert, ob Studierende KI eher als Chance oder als mögliche Bedrohung für ihre berufliche Zukunft wahrnehmen.

Im Kern ging es für mich um die Frage: Verändert der Umgang mit generativer KI auch die Art und Weise, wie wir unsere eigene Rolle in der zukünftigen Arbeitswelt einschätzen?

Auf welchen Teil deiner Thesis bist du besonders stolz und warum?

Besonders stolz bin ich darauf, dass es mir gelungen ist, ein sehr aktuelles Thema empirisch greifbar zu machen. Generative KI entwickelt sich unglaublich schnell und wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen anhand von Daten zu untersuchen und daraus konkrete Zusammenhänge abzuleiten, fand ich besonders spannend.

Was hat dich dazu inspiriert, dieses Thema zu wählen?

Die Idee für das Thema entstand vor allem durch Gespräche mit anderen Studierenden in meinem Umfeld. Viele von ihnen befanden sich gerade auf Jobsuche und stellten fest, dass der Berufseinstieg teilweise herausfordernder war als erwartet. Gleichzeitig wurde in den Medien immer häufiger darüber diskutiert, wie generative KI die Arbeitswelt verändert, Berufsbilder neu definiert und welche Auswirkungen dies langfristig auf Arbeitsplätze haben könnte. Dadurch habe ich angefangen, mich zu fragen, was diese Entwicklungen eigentlich für uns als Studierende bedeuten, die kurz vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen.

Was waren für dich die grössten Erkenntnisse aus deiner Arbeit?

Eine der grössten Erkenntnisse war für mich, dass generative KI von Studierenden nicht einfach nur als Chance oder Bedrohung wahrgenommen wird. Vielmehr hängt die Einschätzung der eigenen beruflichen Zukunft mit verschiedenen Faktoren zusammen, beispielsweise damit, wie nützlich die Technologie wahrgenommen wird und welche Einstellung man ihr gegenüber hat.

Louisa Schmitz, Absolventin Bachelor Betriebsökonomie HWZ

Besonders spannend fand ich, dass eine häufigere Nutzung von generativer KI allein nicht automatisch bedeutet, dass Studierende ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit höher einschätzen. Das hat mir gezeigt, dass es nicht nur darum geht, neue Technologien möglichst oft zu nutzen, sondern vor allem darum, Kompetenzen aufzubauen und zu verstehen, wie man sie sinnvoll für sich einsetzen kann.

Welchen Herausforderungen bist du bei der Datenanalyse und Überprüfung der Hypothesen begegnet?

Ich habe zu Beginn unterschätzt, wie schwierig es ist, genügend Teilnehmende für meine Umfrage zu erreichen. Und für eine solide Datengrundlage war ich darauf angewiesen, dass sich genügend Personen die Zeit nehmen, den Fragebogen vollständig auszufüllen.

Bei der anschliessenden Datenanalyse war es für mich besonders wichtig, die Ergebnisse objektiv zu betrachten. Nicht jede Hypothese wurde so bestätigt, wie ich es ursprünglich erwartet hatte. Gerade dann musste ich genau prüfen, welche Zusammenhänge statistisch tatsächlich unterstützt werden und wie sich unerwartete Ergebnisse erklären lassen. Rückblickend war das einer der spannendsten und lehrreichsten Teile meiner Bachelorarbeit.

Welche Methodik hast du in deiner Bachelorarbeit verwendet, um auf deine Forschungsergebnisse zu kommen?

Ich habe einen quantitativen Forschungsansatz gewählt und dafür eine Online-Umfrage unter Studierenden in der Schweiz durchgeführt. Die erhobenen Daten habe ich anschliessend statistisch ausgewertet, um die zuvor aufgestellten Hypothesen zu überprüfen und mögliche Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Faktoren zu erkennen.

Louisas Bachelorarbeit überzeugt durch die souveräne Bearbeitung eines aktuellen Themas, eine einwandfreie wissenschaftliche Vorgehensweise sowie eine ausserordentliche Stringenz und Kohärenz. Insgesamt ist die Thesis ein kleines Meisterwerk mit hohem Erkenntnisgewinn für die Praxis, das die Auszeichnung «Best of Bachelor Thesis» in jeder Hinsicht verdient.

Debbie Mandel, Dozentin und Betreuerin der Thesis

Louisa, weisst du noch, weshalb du dich damals für den Bachelor Betriebsökonomie an der HWZ entschieden hast?

Bereits während meiner KV-Ausbildung haben mich die betriebswirtschaftlichen Fächer besonders interessiert. Mir hat gefallen, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und zu sehen, wie unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens zusammenspielen. Deshalb wollte ich nach dem KV mein Wissen in diesem Bereich weiter vertiefen und gleichzeitig bewusst eine breite Ausbildung wählen, die mir später verschiedene berufliche Möglichkeiten offenlässt.

An der HWZ hat mich vor allem das Teilzeitmodell angesprochen. Für mich war es wichtig, während des Studiums weiterhin Berufserfahrung sammeln zu können und nicht ausschliesslich theoretisch zu lernen. Rückblickend war genau diese Kombination besonders wertvoll, weil ich viele Inhalte aus dem Studium mit Situationen aus meinem Arbeitsalltag verknüpfen konnte und umgekehrt durch meine praktische Erfahrung gewisse Zusammenhänge im Studium schneller verstanden habe.

Wovon hast du während des Studiums am meisten profitiert? Standest du zu Beginn des Studiums an einem anderen Punkt wie jetzt nach deinem Abschluss?

Ja, definitiv. Zu Beginn meines Studiums hatte ich noch keine genaue Vorstellung davon, in welche Richtung ich mich beruflich langfristig entwickeln möchte. Über die vier Jahre hat sich immer stärker herauskristallisiert, dass mich insbesondere digitale Transformation und künstliche Intelligenz interessieren. Heute kann ich mit meinem Master genau an diesen Interessen anknüpfen.

Auch mein Austauschsemester in Sydney war für mich eine sehr prägende Erfahrung. In einem internationalen Umfeld zu studieren, neue Perspektiven kennenzulernen und mich ausserhalb meines gewohnten Umfelds zurechtzufinden, hat mich sowohl persönlich als auch fachlich weitergebracht.

Was sind deine zukünftigen Pläne? Möchtest du deine Forschung weiterverfolgen?

Direkt nach meinem Bachelorabschluss bin ich nach Madrid gezogen und absolviere aktuell den Master in Digital Strategy, AI & Innovation. Hier kann ich sowohl weitere internationale Erfahrungen sammeln sowie interessante Themen in den Bereichen Technologie, Strategie und Transformation weiter vertiefen.

Ob ich meine Forschung in dieser Form wissenschaftlich weiterverfolgen werde, weiss ich heute noch nicht. Die Themen dahinter werden mich aber sicherlich weiterhin begleiten. Mich interessiert die Frage, wie Unternehmen neue Technologien sinnvoll einsetzen und gleichzeitig die Menschen bei diesen Veränderungen mitnehmen können. Beruflich möchte ich mich deshalb nach meinem Master gerne in Richtung Consulting, Transformation oder Change Management weiterentwickeln.

Welchen Rat würdest du denjenigen geben, die vor der Herausforderung ihrer Bachelorarbeit stehen?

Mir hat es sehr geholfen, einen eigenen Rhythmus zu finden und konstant an der Arbeit dranzubleiben, anstatt zu versuchen, möglichst viel auf einmal zu erledigen. Wenn möglich, habe ich mich auch zum Arbeiten verabredet. So konnte man sich gegenseitig motivieren und der ganze Prozess hat sich direkt etwas leichter angefühlt.

Und der Klassiker: ein Thema wählen, das einen wirklich interessiert. Man beschäftigt sich über mehrere Monate sehr intensiv damit und wenn die eigene Neugier vorhanden ist, können gerade die Recherche, die Auswertung der Daten und das Entdecken unerwarteter Ergebnisse wirklich Spass machen.