KTI-Projekt

Jährlich werden in der Schweiz CHF 1.5 Mia. in berufliche Weiterbildung investiert. Dies ist für den Wirtschaftsstandort Schweiz von zentraler Bedeutung, denn gut qualifizierte Mitarbeitende stellen einen entscheidenden Faktor für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen dar.

Aktuell

Artikel zum KTI-Projekt

HR-Today: Was bringt die Lernerei?

Die Messung des Lerntransfers von betrieblichen Weiterbildungen ist zentraler Bestandteil eines effektiven Wirkungscontrollings. Es fehlt aber an praxistauglichen, wissenschaftlich validen Instrumenten. Das soll sich dank eines KTI-Projekts bald ändern. Die Forscher und Praxispartner geben einen exklusiven Einblick.

Handelszeitung: Ist das angemessen oder vermessen?

Return on Education Wie Firmen den Wert beruflicher Weiterbildung beurteilen, beeinflusst den Nutzen der Personalentwicklung. Diese Hypothese wird durch ein Forschungsprojekt gestützt.

 

Auftrag

Forschungsprojekt «Der Wert der beruflichen Weiterbildung»

Jährlich werden in der Schweiz CHF 1.5 Mia. in berufliche Weiterbildung investiert. Dies ist für den Wirtschaftsstandort Schweiz von zentraler Bedeutung, denn gut qualifizierte Mitarbeitende stellen einen entscheidenden Faktor für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen dar. Die Relevanz beruflicher Weiterbildung wird angesichts der aktuellen Veränderungen wirtschaftlicher (z. B. Stärke des Schweizer Frankens und damit verbundene Massnahmen zur Produktivitätssteigerung im Inland) und politischer Rahmenbedingungen (z. B. Umsetzung Masseneinwanderungsinitiative und damit verbundene Massnahmen zur Förderung Schweizer Fachkräfte) noch offenkundiger.

Gleichzeitig müssen Schweizer Unternehmen ihre Kostenstrukturen – auch bezüglich Weiterbildungs-investitionen – kritisch überprüfen und laufend den sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen. Diese schwierige Aufgabe wird durch einen schnell wachsenden und immer heterogener werdenden Weiterbildungsmarkt in der Schweiz zusätzlich erschwert. Es überrascht daher nicht, dass eine aktuelle Studie der Universität St.Gallen (Swiss Centre for Innovations in Learning, 2015) die transferförderliche Gestaltung von Weiterbildungsangeboten als die aktuell grösste Herausforderung im Bereich der betrieblichen Weiterbildung identifiziert. Als Folge davon benötigen Schweizer Unternehmen jeglicher Grösse dringend ein konsistentes Instrumentarium, das es ihnen ermöglicht,

  • ihre beruflichen Weiterbildungsmassnahmen zu evaluieren,
  • deren Lerntransfer zu messen und
  • deren finanziellen Nutzen (Return on Education, ROE) zu ermitteln.

Dies würde es Organisationen erlauben, innerbetriebliche Lernprozesse als Grundlage für ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu qualifizieren und quantifizieren. Ein entsprechendes wissenschaftlich fundiertes und validiertes Instrumentarium existiert jedoch noch nicht, so dass sich die für Organisationen zentrale Frage nach dem funktionalen und finanziellen Mehrwert von Weiterbildungen heute praktisch nicht beantworten lässt (Käpplinger, 2009; Lindt, 2011).

Ziele

Aus diesem Grund wurde das Projekt «Der Wert beruflicher Weiterbildung» durch die Forschungspartner Pädagogische Hochschule Schwyz (PH SZ) und die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich mit den Umsetzungspartnern BOSS Business Consulting AG (BOSS), Credit Suisse AG (CS), CSS Versicherung AG (CSS), Die Schweizerische Post AG und Kaufmännischer Verband (KFMV) gegründet. Ziel des Projekts ist es, ein innovatives, wissenschaftlich basiertes und praxistaugliches Instrumentarium zur Transfermessung beruflicher Weiterbildung zu entwickeln und zu validieren. Zudem werden ein neues Berechnungsmodell und ein darauf basierendes IT-Tool entwickelt, das es Firmen ermöglicht, den Return on Education (ROE) ihrer Weiterbildungsinvestitionen zu ermitteln. Dies kann das Projekt leisten durch

  • seinen interdisziplinären Forschungsansatz (basierend auf Erkenntnissen der Lernpsychologie, des Human Resource Management, der Betriebswirtschaft und des Controlling),
  • die Kombination von ergebnis- und prozessorientierten Modellen zur Messung von Lerntransfer,
  • hypothesengeleitetes Testen von prozessübergreifenden Kausalketten entlang der Weiterbildungs-Wertschöpfungskette statt einem ausschliesslichen Fokus auf Einzelprozesse,
  • seinen Mixed-Method-Ansatz (Nutzung von quantitativen und qualitativen Methoden) zur breiteren methodischen Abstützung der Resultate und
  • den Einbezug von Unternehmen und Verbänden aus unterschiedlichen Branchen während der gesamten Projektdauer zur praktischen Validierung und Steigerung der Praxisrelevanz und Generalisierbarkeit der Ergebnisse über den Dienstleistungssektor hinaus.

Für die am Projekt beteiligten Organisationen bedeutet die Entwicklung eines Instrumentariums zur Evaluation und Transfermessung als Projektergebnis einen hohen praktischen und wirtschaftlichen Nutzen, da sie damit erstmals die Möglichkeit erhalten, den Lerntransfer und den monetären Wert ihrer hohen Weiterbildungsinvestitionen zu messen. Zudem wird es für sie möglich, das Kosten-Nutzen-Verhältnis verschiedener Lernmethoden zu überprüfen und Investitionsentscheide zu bewerten. Das praktische Erfahrungswissen der verschiedenen Projektbeteiligten fliesst in die Entwicklung eines Best-Practice-Prozesses ein und gewährleistet damit eine hohe Akzeptanz und Effektivität im späteren betrieblichen Einsatz. Schliesslich kann das entwickelte Instrumentarium auch zur Analyse und Konzeption in verschiedenen Phasen der Weiterbildungs-Wertschöpfungskette genutzt werden.

In dem Projekt werden – wo möglich und vorhanden – verschiedene aktuelle, wissenschaftlich validierte Modelle und Skalen kombiniert. Durch den Rückgriff auf bereits bestehenden Elemente muss das „Rad nicht völlig neu erfunden“ werden und es ist zu erwarten, dass auf diese Weise ein wissenschaftlich fundiertes und validiertes Instrumentarium schneller bereitgestellt werden kann. Fehlende Aspekte werden im Rahmen des Projekts neu entwickelt und mit bestehenden Elementen vernetzt.

Downloads:

Projektplan

Team

Forschungspartner

Pädagogische Hochschule Schwyz

  • Prof. Dr. Martin Gubler
  • Dr. Anita Sandmeier
  • PD Dr. Ulrike Hanke

HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich

  • Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
  • Dr. Swantje Heidecke

Umsetzungspartner

BOSS Business Consulting AG
Credit Suisse AG
CSS Versicherung AG
Die Schweizerische Post AG
Kaufmännischer Verband

Kontakt

Portrait Martin Gubler

Leiter Forschungsprogramm Personalentwicklung & Weiterbildung PHSZ

Prof. Dr. Martin Gubler
+41 41 859 05 55
martin.gubler@phsz.ch

Thomas Rautenstrauch

Leiter Center for Accounting & Controlling

Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
+41 43 322 26 62
thomas.rautenstrauch@fh-hwz.ch