Podcast stefanundstefan
Wie Kuhn Rikon Tradition und Innovation seit 1899 verbindet
Wie bleibt ein Unternehmen seiner Geschichte treu und schafft es gleichzeitig, sich immer wieder neu zu erfinden? Im HWZ-Podcast «stefanundstefan» sprechen Stefan Eggenberger und Stefan Vogler mit Dorothee Auwärter, Verwaltungsratspräsidentin von Kuhn Rikon, über die Führung ihres traditionsreichen Familienunternehmens, über Swissness, Innovation und die Frage, wie viel Veränderung eine starke Marke verträgt.
Podcast · 13. Oktober 2026
- Hier in die aktuelle Folge von «HWZ on Air: stefanundstefan»:
- Special Guest in diesem Podcast von stefanundstefan®
- Veränderung als Teil der Tradition
- Von Smart Cooking bis zur künstlichen Intelligenz
- Wenn KI entscheidet, welche Pfanne die beste ist
- Swissness ist mehr als ein Label
- Führung braucht Neugier und Mut
- Key Takeaways aus der Folge
«HWZ on Air: stefanundstefan» – der HWZ Podcast mit Stefan Eggenberger und Stefan Vogler. Die beiden nehmen in ihren Gesprächen und Expert:innen relevante Themen aus der Kommunikation unter die Lupe. Sie analysieren, kommentieren und geben praktische Hilfestellung. Beispiele aus der Praxis werden mit Wissen aus der Lehre gemischt und ergeben die perfekte Unterstützung für den Kommunikationsalltag. Bissige Kommentare inklusive.
Hier in die aktuelle Folge von «HWZ on Air: stefanundstefan»:
Special Guest in diesem Podcast von stefanundstefan®
Dorothee Auwärter, Verwaltungsratspräsidentin bei Kuhn Rikon, ist zusammen mit ihrem ältesten Bruder und den Cousins die vierte Generation der Familie Kuhn und Auwärter am Ruder. Die Rechtsanwältin und EMBA HSG ist Partnerin bei Schiller Rechtsanwälte, Winterthur, Mitglied weiterer Verwaltungsräte und engagiert sich als in der Schweiz produzierendes KMU im Vorstandsausschuss der Swissmem.
Veränderung als Teil der Tradition
Kuhn Rikon blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück. Stillstand ist für Dorothee Auwärter keine Option: «Das Unternehmen habe sich immer wieder an neue Rahmenbedingungen anpassen müssen», sagt sie im Podcast. Als unabhängiges Familienunternehmen helfen Kuhn Rikon Strukturen mit kurzen Entscheidungswegen, langfristiger Perspektive und der Möglichkeit, auch einmal etwas zu wagen. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung gegenüber dem Unternehmen, der Marke und den Mitarbeitenden bestehen.
Gerade die Mitarbeitenden sind für Dorothee ein wichtiger Teil dieser Kontinuität. Gute, motivierte und loyale Mitarbeitende seien entscheidend für den langfristigen Erfolg. Verändert habe sich hingegen die Art der Führung: Während frühere Generationen stärker hierarchisch geprägt waren, beschreibt Dorothee Auwärter ihren eigenen Führungsstil als deutlich teamorientierter.
Tradition bedeutet damit nicht, alles so zu machen wie früher. Sie kann auch bedeuten, die Bereitschaft zur Veränderung von einer Generation an die nächste weiterzugeben.
Von Smart Cooking bis zur künstlichen Intelligenz
Innovation bedeutet bei Kuhn Rikon nicht, das Kochen neu zu erfinden. Pfannen bleiben Pfannen und Küchenmesser bleiben Küchenmesser. Weiterentwicklung findet vielmehr in kleinen, kontinuierlichen Schritten statt – bei Materialien, Funktionen, Prozessen und Kooperationen.
Ein Beispiel dafür ist Smart Cooking: Gemeinsam mit Partnern entwickelt Kuhn Rikon Kochgeschirr, das mit dem Herd kommunizieren kann. Auch hinter den Kulissen kommt Digitalisierung zum Einsatz, etwa in Produktionsprozessen, internen Abläufen oder im Marketing.
Dabei zieht das Unternehmen bewusst Grenzen: Kochen sei sinnlich, emotional und für viele Menschen ein gesellschaftliches Erlebnis. Nicht alles, was digitalisiert werden könne, müsse deshalb auch digital werden.
Wenn KI entscheidet, welche Pfanne die beste ist
Eine der grössten Veränderungen sieht Dorothee Auwärter derzeit weniger beim Produkt als bei dessen Vermarktung und Vertrieb. Lange führte der Weg vom Fachhandel zum Online-Shop und von dort über Suchmaschinen wie Google. Nun verändert künstliche Intelligenz dieses Verhalten erneut: Konsumierende suchen nicht mehr zwingend nach einer «Bratpfanne», sondern fragen ein KI-System direkt, welche die beste sei.
Für Marken entsteht daraus eine neue Herausforderung: Sie müssen auch in diesen digitalen Empfehlungssystemen sichtbar und relevant bleiben.
Swissness ist mehr als ein Label
Auch Swissness spielt für Kuhn Rikon eine wichtige Rolle. Für Dorothee Auwärter ist sie allerdings mehr als eine Herkunftsbezeichnung. Entscheidend seien ebenso Qualität, Funktionalität und Verlässlichkeit.
Das Unternehmen unterscheidet bewusst zwischen Produkten, die in der Schweiz hergestellt werden und das Swiss-Made-Label tragen dürfen, und solchen, die in der Schweiz entwickelt und designt, aber im Ausland produziert werden.
Für Dorothee Auwärter gehört diese Transparenz zur Glaubwürdigkeit der Marke. Gleichzeitig zeigt sich die Stärke von Kuhn Rikon in der emotionalen Verbindung zu den Produkten: Eine Pfanne begleitet Menschen über Jahre und steht in der Küche, an einem Ort, an dem Familienleben, Traditionen und gemeinsame Erlebnisse entstehen.
Führung braucht Neugier und Mut
Zum Abschluss richtet Dorothee Auwärter den Blick auf die nächste Generation von Führungskräften. Zwei Eigenschaften hält sie für besonders wichtig: Neugier und Mut.
Neugier auf Menschen, Unternehmen und eine Zukunft, die sich laufend verändert. Und Mut, nach Rückschlägen weiterzumachen und Entscheidungen zu treffen, deren Ausgang nicht immer sicher ist.
Gerade ein Unternehmen mit langer Geschichte müsse deshalb bereit sein, Gewohnheiten immer wieder kritisch zu hinterfragen, ohne die eigene Identität aus den Augen zu verlieren.
Key Takeaways aus der Folge
Veränderungsbereitschaft in der Tradition sichern langfristigen Unternehmenserfolg.
Familienunternehmen können von kurzen Entscheidungswegen profitieren.
Digitalisierung und KI verändern Prozesse wie beispielsweise die Produktsuche und die Sichtbarkeit von Marken.
Transparenz, Qualität und emotionale Relevanz machen aus Swissness ein echtes Markenversprechen.
Gute Führung braucht Neugier, Mut und Lernbereitschaft.

