9. Januar 2026 · Campus

Warum der CAS Managing China Relations entscheidend ist

Wie lassen sich Geschäftsbeziehungen mit China strategisch, sicher und zukunftsfähig gestalten, wenn geopolitische Spannungen, regulatorische Eingriffe und sicherheitspolitische Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnen? Alicia Hennig, Studiengangsleiterin des CAS, erklärt im Interview, welche Lücke der CAS schliesst, für wen er gedacht ist und warum ein vertieftes China-Verständnis heute unverzichtbar ist.

Portrait Alicia Hennig HWZ

China ist für die Schweiz und viele international tätige Unternehmen ein wichtiger wirtschaftlicher und politischer Akteur. Gleichzeitig nehmen geopolitische Spannungen, regulatorische Anforderungen sowie Fragen rund um Sicherheit, ESG und Compliance spürbar zu. Der CAS Managing China Relations der HWZ vermittelt darin ein vielschichtiges, kritisches und praxisnahes Verständnis der vielfältigen Beziehungen zu China.

Im Interview zeigt Dr. Alicia Hennig, Studiengangsleiterin, auf, warum der CAS gerade jetzt wichtig ist und welchen Mehrwert er bietet.

Was war der Hauptgedanke bzw. das Bedürfnis bei der Entwicklung des CAS Managing China Relations HWZ? Welche Lücke soll der Kurs schliessen?

Der Kurs wurde so konzipiert, dass hier zusätzlich zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven auch Risiko- sowie Sicherheitsaspekte adressiert werden. Um geschäftliche Beziehungen mit und in China strategisch sicherer ausrichten zu können, sind diese Aspekte massgeblich in Zeiten steigender geopolitischer Spannungen. Insofern trägt dieser Kurs auch der aktuellen geopolitischen Realität Rechnung.

Für welche Profile und beruflichen Hintergründe ist der CAS deiner Meinung nach besonders geeignet?

Der CAS eignet sich grundsätzlich für jede Person, die mehr über China lernen möchte als nur kulturelle Etikette oder rein wirtschaftliche Perspektiven. Er erfordert kein spezifisches Hintergrundwissen, aber er ist so konzipiert, dass er insbesondere den Teilnehmenden neue Einsichten und ergänzendes Wissen vermittelt, die im Rahmen ihrer Berufstätigkeit bereits regelmässig mit China zu tun haben.

Wie sind die Module gestaltet, beziehungsweise bauen sie aufeinander auf?

Wir starten mit einem Basismodul, in dem die Teilnehmenden über die Grundzüge der Gesellschaft sowie des politischen und wirtschaftlichen Systems informiert werden. Das Basismodul bildet die Verständnisgrundlage für die weiteren Vertiefungen und Schwerpunkte wie Chinas Innovations- oder Aussenpolitik, die in weiteren Modulen folgen. Es ist zudem wichtig, die Grundlagen des politischen Systems zu kennen, um daraus entsprechende Risiken für die eigene Geschäftstätigkeit in bzw. mit China ableiten zu können.

Der CAS deckt viele Bereiche ab – von Geschichte, Politik und Wirtschaft bis zu Compliance, Menschenrechten oder Umweltfragen. Worauf liegt der Fokus?

Der Kurs fokussiert sich auf die vielfältigen Beziehungen, die wir zu China haben, jenseits rein wirtschaftlicher Betrachtungen. Er bietet eine breite Palette an Perspektiven, jedoch stets vor dem Hintergrund der derzeitigen geopolitischen Realität.

Der CAS zielt insbesondere darauf ab, durch vertiefende Einsichten und zusätzliches Wissen die geschäftliche Handlungssicherheit in Zeiten geopolitischer Herausforderungen zu stärken.

Alicia Hennig, Studiengangsleiterin

Die HWZ ist bekannt für ihren Praxisbezug. Wie zeigt sich dieser konkret im CAS Managing China Relations HWZ aus?

Der Praxisbezug wird dadurch hergestellt, dass bei den jeweiligen Themenblöcken die Auswirkungen auf die geschäftlichen Beziehungen stets mit thematisiert werden. Zudem vermitteln eingeladene Gastsprecher:innen Perspektiven und Bezüge aus der Praxis, beispielsweise von den Handelskammern oder aus dem Bereich Wirtschaftsaussenförderung.

Wie beurteilst du die aktuelle Relevanz des CAS im sich wandelnden geopolitischen und wirtschaftlichen Kontext, insbesondere mit Blick auf Schweiz-China-Beziehungen, globale Lieferketten oder ESG-Themen?

Der CAS Managing China Relations HWZ hat in diesem Kontext eine hohe Relevanz. Drei Schweizer Experten adressieren spezifisch den Schweizer Kontext der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, aber auch Risikoperspektiven wie politische Einflussnahme.

Gibt es Networking-, Alumni- oder Praxisprojekte im Kurs – also Gelegenheiten, Kontakte zu Unternehmen, Expert:innen oder anderen Teilnehmenden mit China-Bezug zu knüpfen?

Auf der Basis meiner Erfahrung als Dozentin in einem anderen CAS-Kurs ergeben sich immer Synergieeffekte durch die verschiedenen Hintergründe und Interessen der Teilnehmenden. Daraus können eigenständig organisierte Alumni-Gruppen oder Netzwerke entstehen. Da dieser Kurs im April 2026 zum ersten Mal stattfindet, werde ich mich dafür einsetzen, auf Basis der ersten Teilnehmendengruppe ein Alumni-Netzwerk für mehr China-Kompetenz in der Schweiz aufzubauen.

Wie fördert der CAS strategische Entscheidungs- und Handlungskompetenzen im Umgang mit China?

Der Kurs liefert durch thematische Schwerpunkte spezifische Einsichten zu China, die strategische Entscheidungs- und Handlungskompetenzen in diesem Zusammenhang fördern sollen. Hier sind insbesondere die Sicherheits- und Risikoperspektiven von Bedeutung, da diese bislang in Weiterbildungskursen zu China nicht ausreichend berücksichtigt werden. In Zeiten geopolitischer Herausforderungen sind sie jedoch entscheidend für eine verbesserte Entscheidungs- oder Handlungskompetenz, um das Risikomanagement in Bezug auf das eigene China-Geschäft gezielter zu konfigurieren oder die weitere geschäftliche Entwicklung besser einschätzen zu können, und gegebenenfalls Anpassungen am Geschäftsmodell vornehmen zu können.

Die Universität Zürich bietet einen ähnlichen CAS. Inwiefern hebt sich der CAS an der HWZ davon ab – was ist sein USP?

Der CAS Managing China Relations HWZ beschäftigt sich mit den vielfältigen Beziehungen zu China, einschliesslich der politischen Beziehungen. Der Fokus ist deutlich breiter als eine reine Betrachtung des chinesischen Marktes oder eine ausschliesslich geschäftlich-kommerzielle Perspektive auf China.

Gibt es weitere Aspekte, auf die du hinweisen möchtest?

Vor dem Hintergrund dessen, dass sich die Handels- und politischen Beziehungen zu den USA gewandelt haben und gewisse Herausforderungen darstellen, rücken unsere Beziehungen zu China als zweitgrösste Volkswirtschaft verstärkt in den Vordergrund. Gleichzeitig sollten wir angesichts der geopolitischen Lage ein solides Grundverständnis der politischen und wirtschaftlichen Spannungspotentiale sowie der damit verbundenen geschäftlichen Risiken entwickeln. Dieser Kurs leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

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