3. Februar 2026 · Testimonial
«Führung ist situativ und braucht Anpassungsfähigkeit sowie Haltung»
Wie gelingt wirksame Führung in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt? Karin Schmidt, Leiterin Human Resources bei Raiffeisen Schweiz, spricht im Interview über ihr Führungsverständnis und die Bedeutung von Haltung, Kultur und Praxisnähe. Rückblickend zeigt sie auf, wie der EMBA General Management an der HWZ ihren Blick auf das Business geschärft hat und sie bis heute in ihrer Führungsrolle begleitet.
Von 2012 bis 2014 hast du den EMBA General Management an der HWZ absolviert. Was hat dich damals zu diesem Schritt bewogen und mit welchen Erwartungen bist du ins Studium gestartet?
Mir war es wichtig, eine Weiterbildung zu absolvieren, die breit abgestützt ist und nicht nur HR spezifische Themen behandelt. Da HR meines Erachtens nahe am Business ist, muss es in der Lage sein, auf Augenhöhe mit ihm zu sprechen. Daher fiel meine Wahl auf den EMBA General Management HWZ.
Heute bist du Leiterin Human Resources von Raiffeisen Schweiz. Welche Entscheidungen, Chancen oder auch Stolpersteine waren auf deinem Weg dorthin besonders prägend?
Zu Beginn meiner Laufbahn war entscheidend, dass ich Vorgesetzte hatte, die an mich geglaubt und mein Potential erkannt haben. In Kombination mit meiner Motivation, Lernfreude – und gelegentlich einer Portion Mut – hat mich das stetig weitergebracht.
Wenn du auf diese Zeit zurückblickst: Welche Learnings aus dem EMBA haben dir konkret geholfen, Verantwortung in anspruchsvollen Führungs- und HR-Rollen zu übernehmen?
Es war für mich die Breite an Themen des EMBA, die bereichernd war. Die Vernetzung der Themen fand ich sehr wertvoll, genauso wie das interaktive, gemeinsame Lernen und konstant herausgefordert zu werden. Was ebenfalls hilfreich war, war die sehr heterogene Zusammensetzung unserer Studiengruppe. Wir konnten dadurch enorm voneinander profitieren.
Gab es einen beruflichen Meilenstein, bei dem du besonders deutlich gespürt hast, wie stark dich diese Weiterbildungsphase geprägt hat?
Aus meiner Sicht gibt es nicht den Meilenstein, sondern ich zehre stets vom Gelernten und Erlebten. Ich pflege noch immer den Kontakt zu einem Teil meiner Studienkolleginnen und -kollegen, was ich sehr schön finde.
In deinem Interview mit der Finanz und Wirtschaft sagst du, dass aktuell zwar die Arbeitnehmenden «am Drücker» sind, sich dieses Verhältnis aber langsam wieder zu verschieben scheint. Woran machst du diese Entwicklung fest und was bedeutet sie für Unternehmen?
Auf dem Arbeitsmarkt sehen wir eine leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit während gleichzeitig die ausgeschriebenen Stellen rückläufig sind. Es bewegen sich also mehr Arbeitnehmende auf dem Markt als es Jobangebote gibt. Bei uns selbst sehen wir, dass wir eine hohe Zahl an Bewerbungen erhalten und Stellen teilweise schneller besetzt werden können.
Mir scheint es zentral, dass Unternehmen in der Auswahl ihrer zukünftigen Mitarbeitenden weiterhin sehr sorgfältig sind und sicherstellen, dass sowohl für sie als auch für die neuen Mitarbeitenden eine Win-win-Situation entsteht.
Du betonst die wachsende Bedeutung von Führung, Kultur und Haltung. Wie hat sich dein eigenes Führungsverständnis über die Jahre verändert?
Mit der Zeit wurde mir klar, dass es nicht die richtige Führung gibt. Führung ist situativ, braucht Anpassungsfähigkeit und Fingerspitzengefühl. Mitarbeitende auf ihrem Weg zu begleiten, zu fordern und zu fördern ist für mich entscheidend. Gemeinsam mit dem Team möchte ich Erfolge erzielen und einen Mehrwert für unser Unternehmen schaffen. Dabei gehe ich als Vorbild voraus und versuche, mein Team zu Höchstleistungen zu inspirieren.
Der EMBA an der HWZ ist stark praxisnah und berufsbegleitend aufgebaut. Wie wichtig war diese Kombination für deinen persönlichen Lernerfolg und die direkte Anwendung im Berufsalltag?
Genau diese Kombination war für mich entscheidend.
Ich habe bewusst einen Ausbildungsgang gewählt, der sehr praxisnah war. Mir also erlaubte, Themen in der Realität zu spiegeln und nicht nur theoretisch vermittelt zu bekommen. So konnte ich während des Studiums neu Erlerntes laufend anwenden und umsetzen.
Welche Fähigkeiten sind aus deiner Sicht heute entscheidend für Führungskräfte, um in einem dynamischen und kompetitiven Arbeitsmarkt wirksam zu bleiben?
Zusätzlich zu meinem oben erwähnten Führungsverständnis ist es für mich zentral, dass Führungskräfte sich ihrer Rolle und ihrer Strahlkraft bewusst sind und diese aktiv wahrnehmen. Es geht darum, ein gemeinsames Verständnis für und eine gemeinsame Ausrichtung auf die Ziele zu geben, Inspiration zu schaffen, gemeinsam zu gestalten und authentisch und klar zu kommunizieren.
Du arbeitest mit unterschiedlichen Generationen zusammen. Was zeichnet die neue Generation von Mitarbeitenden aus und was können Führungskräfte von ihr lernen?
Die junge Generation sucht nach sinnstiftenden Aufgaben, Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und inspirierenden Vorgesetzten. Sie will einen Impact erzielen und in einem coolen Team sowie flexibel arbeiten. Ich denke, das ist gar nicht so viel anders als die Erwartungen der älteren Generationen. Der Unterschied ist, dass die junge Generation aktiv dafür einsteht und wechselwilliger ist, wenn diese Vorstellungen nicht erfüllt sind.
Zum Abschluss: Welchen Rat würdest du jemandem geben, der heute überlegt, einen EMBA an der HWZ zu absolvieren – mit Blick auf Karriere, Persönlichkeit und Wirkung?
Ich finde das EMBA-Programm absolut empfehlenswert. Es ist thematisch breit aufgestellt, gibt die Möglichkeit in unterschiedliche Branchen zu sehen und ist praxisorientiert. Auch die Entwicklung der eigenen Führungsfähigkeiten wird gefördert und so kann sich jede Absolventin und jeder Absolvent auch persönlich weiterentwickeln. Ganz grundsätzlich empfehle ich, neugierig zu sein, die Komfortzone zu verlassen und offen für Veränderungen zu sein.
