Ein «DAS» der HWZ im Land des Donnerdrachen

09.10.2017

HWZ-Mitarbeiterin Denise Feuz betreut seit sechs Jahren das «BMMHP – Bhutan Middle Management Hotel Program» am Royal Institute for Hospitality and Tourism in Thimphu, Bhutan. Dieses Programm, welches zum vierten Mal durchgeführt wird, ermöglicht bhutanischen Studierenden im Rahmen eines zweijährigen Ausbildungsprogrammes ein «DAS in Hospitality Management» der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich abzuschliessen. Nun hatte sie zum ersten Mal die Möglichkeit, selber nach Bhutan zu reisen und die Studierenden und Mitarbeitenden persönlich kennen zu lernen.

 

Ein Bericht von Denise Feuz

«Is this really happening?» Die Maschine startet, sie wird mich nach Bangkok bringen. Frühmorgens am nächsten Tag reise ich weiter nach Paro. Ein langersehnter Wunsch geht in Erfüllung, ich lerne Bhutan kennen. Seit sechs Jahren bin ich Teil vom «BMMHP – Bhutan Middle Management Hotel Program».  Nun kann ich das, was mir erzählt wurde, mit eigenen Augen sehen, lerne Partner, Projektangehörige und Studierende kennen. Die Vorfreude ist enorm!

Drei HWZ-Studierende im Austauschsemester

Die ersten Tage verbringe ich am «Royal Institute for Hospitality and Tourism (RITH)» , wo der frühere Prorektor der HWZ, Urs Dürsteler,  eine Woche lang als Dozent im Einsatz ist. Ich freue mich die Teilnehmenden als erfrischende und fokussierte Studiengruppe kennen zu lernen.  Die bhutanische Mentalität widerspiegelt das Verhalten im Unterricht, und es ist nicht zu übersehen, dass auch die Studierenden wertschätzen, Teil dieses Programmes zu sein.

Nachmittags waren Urs Dürsteler und ich mit Projektarbeiten, Meetings und Einladungen beschäftigt. Beispielsweise wurden wir von Thankur S Powdyel, Präsident am Royal Thimphu College, zum Tee eingeladen und hatten einen inspirierenden Austausch. Diese Gelegenheit wurde von uns genutzt, um auch die wertvollen Erfahrungen zu würdigen, welche HWZ-Bachelorstudierende im Rahmen eines Auslandsemesters am RTC machen konnten. Zurzeit sind drei Bachelorstudierende für ein Semester in Bhutan. Wir haben sie getroffen und während eines gemeinsamen Nachtessens im wunderschönen Hotel Taj Tashi kennengelernt.

Zertifikatsfeier mit Karaoke

Zum Abschluss dieser intensiven Kurswoche, haben wir am 25. August 2017 die Zertifikate (CAS l in «Hospitality Management») an einer so genannten «not an auspicious day» Zeremonie an die Studierenden abgegeben. «Not an auspicious day» heisst übersetzt «kein günstiger/verheissungsvoller Tag», gemeint ist damit aber eine informale Zeremonie.  Die anschliessende Feier findet dann auch in einem lockeren Rahmen, begleitet von gutem Essen, Musik und untermalt von Tanz- und Gesangseinlagen (es wurde sogar gerappt!) statt. Ich bin überrascht, wie offen und unbekümmert die Studierenden in Gruppen oder einzeln auf die Bühne treten. Karaoke ist in Bhutan, wie in vielen asiatischen Ländern, populär. Und auch hier verbindet Musik sehr. Bhutaner sind eher zurückhaltend, was sich sofort ändert, wenn Musik läuft oder ein Mikrofon die Runde macht. Nach diesem schönen Abend fallen wir erfüllt und dankbar in unsere Betten. Die Woche ist schon fast um, und wir müssen uns schon wieder von der Gruppe verabschieden. Noch einmal werden die Smartphones gezückt, um Erinnerungsfotos zu schiessen. Mit viel Herzlichkeit werden unzählige Gruppen geformt. Schön zu sehen, wie dankbar und erleichtert die Teilnehmer sind, auch wenn der Abschied teilweise schwerfällt.

«Tiger’s Nest»

Das Wochenende nutzen wir für eine Fahrt nach Paro zu einem sehr beliebten Ausflugs- bzw. Pilgerziel Bhutans, dem Taktshang Monastery (übersetzt «Tiger’s Nest») auf 3120 M.ü.M. Mein persönliches Highlight, lange schon hatte ich dieses Ziel auf meiner Bucket List. Keine Reise nach Bhutan wäre abgeschlossen, ohne diesen wunderschönen Ort besucht zu haben. Ein ehemaliger Projektmitarbeiter und seine Partnerin begleiten uns. Nach einer gut zweistündigen Wanderung mit Pilgerflair werden wir mit dem Anblick des Klosters belohnt. Es ist schwierig, diesen Anblick mit den richtigen Worten zu beschreiben. Die eindrucksvolle Baukunst aus dem Jahr 1692. Die faszinierende Schönheit der Klosteranlage. Die imposante, 900 Meter hohe Felswand. Die unvergessliche, andächtige Stimmung und Energie. Diese Erinnerungen trage ich stolz in meinem Herzen.

Erfüllt von vielen schönen Erinnerungen, herzlichen Begegnungen und Dankbarkeit besteigen wir nach zehn intensiven Tagen das Flugzeug zurück in die Schweiz…