Aktuell07. August 2018

Integrierte Kommunikation für den FC St. Gallen und für Swiss Sailing

Ein Integriertes Kommunikationskonzept für den FC St. Gallen 1879, einen ambitionierten Verein der Raiffeisen Super League, und für den Schweizer Segelverband Swiss Sailing – Teams aus dem HWZ-Studiengang Business Communications entwickelten mit viel Engagement fundierte, praxisorientierte Konzepte für ihre Auftraggeber.

Ein Beitrag von Dozent Dr. Christian Winiker

Für die meisten Studierenden war es eine Premiere: Die Grundlagen der Integrierten Kommunikation anhand eines konkreten Auftrags umsetzen. Die Auftraggeber waren sehr erfreut, wie die Teams das jeweilige kommunikative Umfeld analysiert, den Handlungsbedarf erkannt und mit grossem Elan passende Botschaften und Massnahmen entwickelt haben. Überzeugt haben ebenso der professionelle Auftritt und die Qualität der Dokumente.

Dickes Lob gab es von höchster Stelle: Matthias Hüppi, nach 38 Jahren Sportjournalismus beim Schweizer Fernsehen nun seit Januar 2018 Präsident des FC St. Gallen 1879, zeigte sich von den Arbeiten begeistert:

Die Teams haben die kommunikativen Herausforderungen des FC St. Gallen sehr gut erfasst. Wir sind daran, den Klub auch kommunikativ neu auszurichten. In den Konzepten stecken viele Ideen, die wir weiterverfolgen werden.

Ebenso wertvoll wie die Ideen war der kritische Blick von aussen. «Die Studierenden haben uns auch auf einzelne Schwachstellen hingewiesen, die wir angehen wollen», ergänzt Hüppi.

«Die Resultate der Konzepte sind begeisternd.» Matthias Hüppi, Verwaltungsratspräsident FC St. Gallen 1870

Kommunikation im konstanten Rampenlicht

Der FC St. Gallen als sportliches Aushängeschild der Ostschweiz bewegt die Herzen von Zehntausenden von Fans. Er weist den dritthöchsten Zuschauerschnitt der Super League auf, bei den Saisonabonnementen peilt er die Marke von 10000 an. Seine Werte und Botschaften sollen ankommen, auch wenn’s sportlich mal weniger gut läuft. Die Vorschläge der Teams umfassten unter anderem die Co-Kreation von Inhalten, ein soziales Engagement und regelmässige Gespräche mit den Fangruppen. Sie zeigten weiter auf, wie die sozialen Medien für die Ziele des FC St. Gallen genutzt werden können. Instagram, Facebook und Youtube stehen hier im Fokus, aber auch eine «Social Wall» bietet attraktive Möglichkeiten.

Im Fussball sind die Emotionen intensiv – die guten wie die schlechten. Matthias Hüppi illustrierte anhand aktueller Beispiele, wie volatil und unvorhersehbar das Fussballgeschäft ist, wie schnell die Stimmung umschlagen kann. Um in einem solchen Umfeld erfolgreich zu sein, braucht es eine flexible, rasche, klare Kommunikation, die jederzeit konsistent und glaubwürdig bleiben muss.

Der älteste Fussballclub auf europäischem Festland

Was selbst nur wenige Fussballfans wissen: Der älteste Fussballclub auf europäischem Festland heisst nicht etwa FC Barcelona, Juventus Turin oder Bayern München, sondern FC St. Gallen. 1879 gegründet, feiert der Verein am 19. April 2019 sein 140-Jahr-Jubiläum. Die Kommunikationskonzepte hatten zu berücksichtigen, wie dieses Alleinstellungsmerkmal, eine kommunikative Perle sondergleichen, verwertet werden kann. Am Jubiläumsanlass wird man sehen, welche Ideen übernommen wurden.

Segelnation Schweiz

Alan Roura, Vendee Globe (Bild von Swiss Sailing zVg)

Segeln = Alinghi, dies die typische Assoziation in der Schweiz. Doch der Segelsport umfasst viel mehr. Im Dachverband Swiss Sailing sind über 150 Clubs und 45 Klassenvereinigungen mit ihren rund 27‘000 Mitgliedern vereint, darunter rund 6‘000 Hochsee-Seglerinnen und -Segler sowie der Leistungssport. Weiter gehören windbetriebene Sportarten wie Windsurfen und Kitesurfen sowie ferngesteuerte Modellboote zum Verband.

Als gesamtschweizerischer Verband muss Swiss Sailing die Interessen seiner Mitglieder in allen Landesteilen berücksichtigen. Dies erhöht die Komplexität der Kommunikation zusätzlich, nachdem Swiss Sailing ohnehin mit sehr heterogenen Anspruchsgruppen kommunizieren muss: Nebst den Clubs, Regionalpräsidenten und Mitgliedern handelt es sich um Partner wie etwa Mäzene, Donatoren und Sponsoren; im sportlichen Bereich sind es Veranstalter von Regatten, im kommerziellen Bootbauer und -händler. Weitere Anspruchsgruppen sind die Wasserschutzpolizei, das Bundesamt für Sport, die Ämter für Umwelt sowie Parlamentarierinnen und Parlamentarier aller Stufen. Die Teams schlugen eine entsprechend breite Palette von Massnahmen vor, unter anderen einen nationalen «Clean-Up Day». Das Potenzial von Live Streamings, Guerilla Marketing und der sozialen Medien soll konsequent genutzt werden.

Wir haben mit unserer Strategie 2020 einiges auf der Agenda. Die Teams haben uns viele konkrete, praxistaugliche Massnahmen vorgeschlagen, wie wir unsere Kommunikationsziele erreichen können

fasst Martin Vogler, Präsident von Swiss Sailing, die Arbeiten der Studierenden zusammen.

Unbekannte Weltmeister

Während im Fussball bereits kleine internationale Erfolge hohe mediale Resonanz auslösen, finden im Segelsport selbst Spitzenleistungen wenig Beachtung. Wer kennt Nicolas Rolaz und Max Wallenberg, die 2014 in Argentinien resp. 2016 in Portugal Optimist-Weltmeister wurden? Oder Cornelia und Ruedi Christen vom Thunersee-Yachtclub, mehrfache Weltmeister bei den Tempest? Eines der Teams recherchierte, dass SRF rund 10x so viel Sendezeit für Fussball im Vergleich zu Segeln widmet. Um dies zu ändern, sollen beispielsweise die Exponenten des Leistungssports stärker eingebunden und mittels einer Hashtag-Kampagne die Reichweite erhöht werden.

Swiss Sailing steht in einer Umbruchphase: Seit 2017 lenkt ein neu gewählter Zentralvorstand die Geschicke des Verbandes. Zu den Prioritäten gehört die interne Kommunikation, insbesondere die Umsetzung der Strategie «Transparenz-Dialog-Präsenz». Auch dazu ist in den Konzepten einiges zu finden.

Der grosse Einsatz hat sich für die Studierenden nicht nur für ihr weiteres Studium gelohnt: Der FC St. Gallen hat alle Teams zu einem Heimspiel eingeladen, während Swiss Sailing das Siegerteam an einem Nachmittag in den Segelsport einführen wird.

2018 World Cup Series Miama ©Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing

Dr. Christian Winiker

Christian Winiker

Dozent

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