Titelbild Corona Crash

Aktuell01. April 2020

Corona Crash – Auswirkungen auf Finanzmärkte

Die weltweite Corona-Krise stürzt Aktienmärkte in den Panikmodus. Vermeintlich sichere Anlagen performen nicht wie erwartet. Wie nachhaltig werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft sein? Costantino Lanni, Leiter Center for Financial Studies HWZ und Studiengangsleiter MAS Banking und Finance, erklärt im Video, was in den letzten Wochen an den Finanzmärkten passiert ist, setzt dies in einen grösseren Kontext und beantwortet die Frage, ob sich ein Wiedereinstieg in die Finanzmärkte bereits lohnt. Wir haben die wichtigsten Inhalte des Videos zusammengefasst.

Kurseinbrüche von rund 20%

Der Schweizer Aktienmarkt hat innerhalb der letzten Wochen massiv verloren. Solche Kurseinbrüche sind in einem langfristigen Aufwärtstrend nicht aussergewöhnlich, jedoch überrascht die Heftigkeit und Geschwindigkeit, mit welcher der Einbruch stattgefunden hat. Die Kurse haben sich zwar seit einer Woche auf tieferen Niveaus stabilisiert, es bleibt aber abzuwarten, ob dies ein Zwischenstopp auf dem Weg nach unten ist oder ob die Bodenfindung bereits erreicht ist.

Auch die anderen Vermögensklassen, welche in turbulenten Zeiten eher als sicherer Hafen gelten, sind überraschenderweise eingebrochen oder haben sich nur seitwärts bewegt. Bitcoin, welches von vielen als Währungsdiversifikation gelobt wurde, hat den Härtetest nicht bestanden.

Um die aktuelle Situation einzuordnen: In den letzten 20 Jahren gab es zwei solche Einbrüche. Einerseits war dies die Dotcom-Krise 2001/2002 und andererseits die Finanzkrise 2007/2008. Die Kursverluste in diesen Krisen betrugen rund 50%.

4-fache Schockstarre

Das beängstigende an der heutigen Situation ist gemäss Lanni «die vierfache Schockstarre», bestehend aus der Gesundheitskrise, dem Angebotsschock, der Nachfragekrise und der Aktienmarktkrise.

Laut Costantino Lanni ist es wichtig sicherzustellen, dass die Krise nicht auf den Arbeitsmarkt übergreift und es zu Massenarbeitslosigkeit kommt. Eine hohe Arbeitslosigkeit und zahlreiche Firmenkonkurse könnten dazu führen, dass es zu Korrekturen am Immobilienmarkt kommt und dies könnte das Bankensystem nachhaltig schaden. Gemäss Lanni ist enorm wichtig das Vertrauen in die Wirtschaftsaktivitäten wieder herzustellen.

Weshalb werden Unternehmen unterschiedlich von der Krise getroffen?

Entscheidend für die Auswirkungen der Krise auf Organisationen, sind das Geschäftsmodell, der Liquiditätsbedarf und der Verschuldungsgrad. Eine Beurteilung der unternehmerischen Risiken kann anhand verschiedener Faktoren vorgenommen werden. Beispielsweise sind personalintensive Betriebe oder Unternehmen mit hoher Fixkostenstruktur stärker betroffen. Auch die finanzielle Flexibilität spielt eine grosse Rolle, Unternehmen welche sich stark verschuldet haben, werden in der aktuellen Situation Mühe haben noch mehr Fremdkapital zu erhalten. Der unternehmerische Spielraum ist also stark eingeschränkt.

Lohnt sich ein Einstieg in die Finanzmärkte?

Die Analyse der Auswirkungen auf Unternehmen führt zur Frage, ob ein Einstieg in die Finanzmärkte bereits lohnenswert ist und falls ja, auf welche Titel gesetzt werden soll. Die Auswahl der Gesellschaften ist u.a. abhängig von der Dauer der wirtschaftlichen Rezession, aber auch von der Frage, ob sich strukturelle Veränderungen aus dieser Krise ergeben. Geht man von einer kurzen Krise aus, mit rascher wirtschaftlichen Erholung, so lohnt es sich in Titel zu investieren, die in den letzten Wochen hohe Kursverluste verbuchten, aber deren Geschäftsmodell nicht nachhaltig geschwächt wurde. Ein spekulativerer Ansatz wäre, in Firmenanteile zu investieren, welche in den letzten Wochen überdurchschnittlich stark verloren haben, höhere Verschuldung aufweisen und ein anfälligeres Geschäftsmodell aufweisen. Bei einer raschen Erholung könnten mit diesen Titeln grosse Gewinne realisiert werden, dauert die Krise aber länger, muss mit Totalausfällen gerechnet werden.

Portrait Burcu Angst

Burcu Angst

Project Manager Corporate Communications

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