Die neue Leadership-Generation kommt

16.03.2017

Die erste Durchführung des CAS Next Generation Leadership fand mit dem Leadership Labor und der Zertifikatsfeier auf der Rigi einen krönenden Abschluss. Im Leadership Labor, einer öffentlichen Veranstaltung, gaben die Studierenden ihr erlerntes Wissen und Instrumente anschaulich an Dritte weiter.

Die digitale Transformation ist nicht nur in den Medien ein Dauerthema. Tagtäglich werden wir mit den Auswirkungen der Digitalisierung konfrontiert. Einige Studien prüfen den Digitalisierungsgrad von Unternehmen, andere untersuchen, wie sich die Berufsbilder unter den sich verändernden Bedingungen wandeln werden, welche Jobs wegfallen und was für Arbeitsformen und -strukturen entstehen können.

Wir leben im Zeitalter der vierten industriellen Revolution. Die Art der Arbeit, wie wir sie verstehen und wie wir miteinander zusammenarbeiten, verändert sich. Wie gehen wir mit diesem Kulturwandel um? Was ist für das eigene Unternehmen sinnvoll und was nicht?

Führungsmethoden für die neue Welt

Der Zertifikatslehrgang Next Generation Leadership setzt bei diesen Fragen an und vermittelt neue Führungsmethoden, die den sich verändernden Ansprüchen gerecht werden: Wenn Hierarchien bröckeln und Organisationen fluide Strukturen aufweisen werden. Das heisst auch, dass Führungskräfte einen Kontrollverlust erleiden und es entscheidend ist, wie sie damit umgehen.

Als Shared-Leadership-Projekt haben Unternehmensentwickler Dr. Dieter Schmid, Dr. Cornelia Birta, Prof. Dr. Antoinette Weibel und Matthias Mölleney, Leiter des Centers for HR & Leadership an der HWZ, ein neues Leadership-Modell konzipiert. Dieses bildet das Herzstück des von ihnen entwickelten Studiengangs und trägt den veränderten Ansprüchen Rechnung.

Antoinette Weibel und Cornelia Birta erzählten uns vor einem Jahr, wie man mit weniger Macht mehr erreicht, dass zukünftige Führungspersonen sich allem voran selber führen müssen und dass Empathie, Vertrauen, Kreativität und Motivation grundlegend sind. Die erfolgreiche Umsetzung des Wandels weg vom internen Wettbewerb hin zu einer Kooperationskultur sei der entscheidende Erfolgsfaktor. (Hier erfahren Sie mehr dazu.)

Das Leadership Labor

Mit der ersten Durchführung des Studiengangs wurde Neuland betreten: So begann der Studiengang mit einem Self-Leadership-Modul, das ein Retreat beinhaltete. Die neun Teilnehmenden haben inzwischen ihr Wissen und Erlerntes auch in einer neuen Form geteilt und angewendet. Konkret luden sie unter der Führung von Dieter Schmid zum Next Generation Leadership Labor – einem Tag mit aktiven Workshops, in denen sie einen Überblick über die neuen Führungsmethoden gaben und zeigten, wie diese in den Organisationen implementiert werden können.

Rund 40 Personen sind der Einladung gefolgt und fanden sich letzten Freitag in der HWZ ein. Im Laufe dieses Tages haben sie alle drei Workshops durchlaufen:

Workshop 1: Wo wollen wir hin?

Eine Vision für die Next Generation
(Geleitet von Thierry Strässle und Peter Frischknecht)

Workshop 2: Welchen Weg gehen wir?

Die Next Generation Leadership Toolbox
(Geleitet von Jasmina Tdorovic, André Rindlisbacher, Armin Eyer)

Workshop 3: Wir machen den 1. Schritt!

Innovationskultur durch Self Leadership
(Geleitet von Sara Matter, Monica Monsch, Iva Lazlo, Thomas Norgate)

Fördern und fordern

Dieser Grundsatz fand sich in allen Workshops wieder. Aktive Mitarbeit, Reflexion der eigenen Organisation, aber vor allem über die eigene Rolle – was man verändern kann, worauf man achten kann –, wurde in allen Workshops anschaulich vermittelt. Das Schöne: Es blieb nicht bei der Theorie. Die Studierenden zeigten Instrumente und Übungen, sie vermittelten das Rüstzeug für die Führung von morgen. Und das mit Elan und Glaubwürdigkeit. Sie erzählten aus ihrem Berufsalltag, welche «Tools» sie bereits anwenden und was sie in Zukunft umsetzen wollen. Es wurde deutlich, dass sie den Willen haben, etwas zu verändern und sich auf den Wandel einlassen. (Wer inhaltlich mehr erfahren möchte: http://hwzleadership.ch/, der Blog des Studiengangs.)

Was neben Offenheit und Gestaltungswillen im Sinne einer Kooperationskultur ebenfalls deutlich wurde: Der positive Teamgeist der heterogenen Studiengruppe. Sie sind in den 15 Kurstagen offenbar zu einer eingeschweissten Gruppe herangewachsen, die verschiedenen beruflichen Hintergründe als Bereicherung nutzend.

Krönender Abschluss auf dem Gipfel

Tags darauf fand der Abschluss des CAS Next Generation Leadership statt: Keine gewöhnliche Zertifikatsfeier, sondern eine Wanderung auf die Rigi, samt Übernachtung und eindrücklichem Sonnenaufgang. Die Wanderung scheint sinnbildlich für die (Entwicklungs-) Reise der Studierenden. Mit dem Abschluss in der Tasche wissen sie, wohin sie wollen und welchen Weg sie dafür einschlagen. Den ersten Schritt haben sie schon gemacht.