Dr. Martina Vogel – Dozentin an der HWZ

Im Fokus18. Juni 2019

Dozierende im Fokus: Dr. Martina Vogel

Seit 2010 begleitet Dr. Martina Vogel unsere Studierenden des Bachelors Business Communications. Die Entwicklung, welche die jungen Menschen im Verlaufe des Studiums durchlaufen, begeistern Martina Vogel jedes Jahr aufs Neue: «Aus unerfahrenen, aber neugierigen jungen Menschen wurden gestandene Persönlichkeiten mit einer Fachexpertise, die bereit sind, ihre Träume zu realisieren und dafür nun auch gerüstet sind.» Mehr über ihren eigenen Werdegang, ihre Träume, den Mut zur Selbstständigkeit, verrät sie uns in dieser Rubrik.

Die Reihe «Dozierende im Fokus» bringt Ihnen die Dozenten und Dozentinnen der HWZ unterhaltsam und ungezwungen näher.

Welches Fach unterrichten Sie?

  • In der Vorlesung «Medienwissenschaft» den Kursteil «Öffentliche Kommunikation – Public Relations & Werbung»
  • Im Fachbereich Unternehmenskommunikation «Staatliche Kommunikation – die Gesamtbetrachtung»
  • Im letzten Semester «Überzeugen & Personal Branding»

In welchem Studiengang?
Bachelor Business Communications

Seit wann unterrichten Sie an der HWZ?
Seit 2010

Wie kamen Sie zur HWZ?
Ich hatte gerade meine Doktorarbeit am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (heute IKMZ) beendet und war als Senior Consultant in einer Kommunikationsagentur tätig, als ich von Cyril Meier die Anfrage erhielt, im Bereich PR zu unterrichten. Ich war davon schon einige Jahre als Dozentin an der UZH tätig und habe mich sehr darauf gefreut, den Fokus mehr auf die Praxis zu richten.

Ihr HWZ-Highlight?
Es gibt ein Highlight, das ich jedes Jahr wieder erlebe: Ich unterrichte u.a. Studierende, die das erste Modul ihres Studiums besuchen. Die meisten sind noch sehr unsicher, «planlos» und manchmal naiv unterwegs, haben grosse Träume und wenig Erfahrung. Dann treffe ich am Ende ihres Studiums wieder auf sie, bewerte ihren Überzeugungsauftritt zur Bachelor-Arbeit oder nehme ihre letzte mündliche Prüfung ab. Was in der Zeit dazwischen passiert ist, fasziniert mich immer wieder: Aus unerfahrenen, aber neugierigen jungen Menschen wurden gestandene Persönlichkeiten mit einer Fachexpertise, die bereit sind, ihre Träume zu realisieren und dafür nun auch gerüstet sind.

Warum mich mein Fachgebiet begeistert:
Ich habe seit 2011 eine Kommunikationsagentur und lebe mein «Fachgebiet» tagtäglich mit grosser Begeisterung. Kommunikation in all ihren Facetten fasziniert mich schon seit meiner Kindheit – auch weil sie so vielfältig ist, sich immer wieder verändert und man nie auslernt. Kommunikation ist für mich aber mehr als ein Fachgebiet oder eine Branche. Kommunikation ist da, wo Menschen sind. Deshalb sind mir die Gespräche mit den Studierenden in den Pausen und im Anschluss an die reguläre Vorlesung so wichtig. Es geht dabei nicht nur um Fachliches, sondern häufig auch um mögliche Karrierewege und anstehende Entscheidungen.

Das möchte ich den Studierenden vermitteln:
Ich möchte ihnen die Freude an der Kommunikation vermitteln, egal in welcher Form und über welche Kanäle. Ich möchte sie dafür sensibilisieren, Trends immer auch kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. Und ich will ihnen einen Teil des notwendigen Rüstzeugs mit auf den Weg geben, damit sie ihre Ziele erreichen können. Wenn sie dann am Ende ihres Studiums auch noch über mehr Kompetenzen in den Bereichen PR, politische Kommunikation und Rhetorik haben, ist mein Ziel erreicht.

Das ist für mich typisch HWZ:
Die Warteschlange vor dem Lift 😊

Ich komme aus …
dem Fricktal, wohne aber in Baselland und meine Agentur ist im Herzen von Basel.

Zürich ist für mich …
praktisch jede Woche Ziel meiner Zugfahrten. Um zu unterrichten, Kunden zu besuchen und leider viel zu selten, um Freunde zu treffen. Obwohl ich Zürich zu Beginn meines Studiums gar nicht mochte, ist es in der Zwischenzeit fast ein nach Hause kommen, wenn der Zug am HB einfährt.

In meiner Freizeit …
verbringe ich Zeit mit meiner Familie, treffe Freunde und treibe Sport. Für Letzteres bleibt leider sehr wenig Zeit, neben der Agentur, dem Unterrichten und der Familie. Deshalb steht auch seit acht Jahren ein Marathon auf meiner To Do-Liste – und bleibt da wohl auch noch eine Weile stehen.

Meine Lieblingsjahreszeit:
Sommer! Ich liebe es, mich im Wasser abzukühlen, laue Sommerabende zu geniessen (die Basler Buvettes am Rhein sind einfach unschlagbar!) und mir nicht Gedanken machen zu müssen, wie viele Schichten Kleider es sein müssen.

Dieses Buch lese ich gerade:
Stephen Hawking: Kurze Antworten auf grosse Fragen.

iPhone oder Android? iPhone.

Mein nächster Urlaub führt mich …
ins Tessin: Eine Woche Camping mit meinen kleinen Jungs. Ich muss allerdings gestehen: Wir haben einen kleinen Bungalow gemietet mit einem richtigen Bett.

Für mich die beste Erfindung:
Laptop, iPhone und der persönliche Hotspot. Mit diesen drei Dingen kann ich von überall arbeiten. Für mich wahrer Luxus.

Wem folgen Sie am liebsten in den sozialen Medien?
Celeste Barber. Sie parodiert die Scheinwelt der Schönen und Reichen und hat auf Instagram fast 6 Millionen Follower. Es geht dabei aber um mehr als das Nachahmen von Prominenten. Es geht um ein Phänomen, über das wir auch im Unterricht immer wieder diskutieren: In der ‹perfekten› Welt der sozialen Netzwerke wird es immer schwieriger zu unterscheiden, was echt ist und was nicht. Barber bringt mit ihren Bildern ein bisschen Normalität in diese Scheinwelt – und mich immer wieder zum Lachen.

Was ich an der HWZ einführen würde:
Einen dritten Lift und eine Kaffeemaschine auf jedem Stockwerk.

Als Kind wollte ich …
Journalistin bzw. konkret Kriegsreporterin werden. Mein Vater hatte seine liebe Mühe damit, hätte er mich doch gerne als Lehrerin gesehen. Er hat später lange nicht verstanden, was ich eigentlich mache und schon gar nicht, wie man darüber ein ganzes Buch schreiben kann (und dafür sogar einen Doktortitel erhält 😊). Als ich ihm aber eines Tages sagen konnte, dass ich an Hochschulen unterrichte, war er glücklich.  

Wie sieht die erste Stunde Ihres Tages aus?
Die erste Stunde meines Tages beginnt meistens viel zu früh mit dem nervigen Klingeln meines iPhone. Dann gibt es zuerst einmal Kaffee während ich meine Mails abrufe und im Bad bin. «Chindsgi-/Spielgruppen-Täschli» packen, Kinder wecken und für den Tag parat machen. Dann nochmals Kaffee und der Tag kann kommen.

Nebst meinem Fachgebiet hege ich eine Schwäche für …
Sketchnotes, Handlettering und alle Arten von Visualisierungen. Eigentlich ist es ein Teil meines Fachgebiets, da es auch um Kommunikation geht. Aber nebst dem fachlichen Aspekt (übrigens: Flipchart is the new PowerPoint!) hilft es mir, mir in meinem oft sehr stressigen Alltag einige ruhige Minuten zu schaffen. Lettern und visualisieren hat für mich etwas fast Meditatives.

Netflix oder TV?
TV. Meine Studierenden schmunzeln immer, wenn ich sage, dass ich noch nie Netflix geschaut habe. Ich bin manchmal schon mit Replay überfordert und bin froh, wenn das funktioniert – da will ich mein Glück nicht noch mehr strapazieren 😉

Was war Ihr erster Job?
Ich habe mit sieben Jahren angefangen, die Hunde von anderen Leuten zu hüten. Nicht wegen des Geldes, sondern weil ich selber keinen haben durfte. Mit 16 bekam ich endlich einen eigenen Hund – und musste einen neuen Job suchen. Nach zwei Wochen Regale auffüllen und Kisten schleppen im Dorfladen habe ich den Absprung ins Gastgewerbe geschafft und bis zum Ende meines Studiums im Restaurant eines Sportcenters gejobbt. Zudem habe ich als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen geschrieben, Radio gemacht und die Frühschichten auf einer Wirtschaftsredaktion übernommen.

Was ist für Sie Erfolg?
Eine Frage, die mir schon oft gestellt wurde. Ich halte nicht sehr viel davon, Erfolg oft in einem einzigen Satz zu definieren, denn Erfolg kann vieles sein. Für mich ist es der Umstand, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, die gesteckten Ziele zu erreichen und danach immer wieder neue Herausforderungen und Aufgaben zu finden, die mich erfüllen. Erfolg ist aber auch, mir bei all dem selbst treu zu bleiben und glücklich zu sein. Und der grösste Erfolg ist es wohl, herauszufinden, was Erfolg für einem ganz persönlich bedeutet. Denn genauso wie Glück ist Erfolg etwas sehr Individuelles.

Was war die beste Entscheidung in Ihrer beruflichen Laufbahn?
Dass ich den Mut hatte, mich mit 30 selbständig zu machen und meine eigene Agentur zu gründen. Es hat niemand auf mich gewartet, das war mir sehr wohl bewusst. Trotzdem habe ich es gewagt. Naivität, «jugendlicher» Übermut oder Abenteuerlust – was auch immer es war: es war die beste Entscheidung meines Lebens. Meine Dozierendentätigkeit war mir dabei immer eine grosse Hilfe und ist es noch immer. Sie «zwingt» mich, am Ball zu bleiben, mich mit den neuesten Trends zu befassen – sowohl fachlich als auch didaktisch.

 

 

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