5 Social Media Trends, die Sie kennen müssen

27.06.2017

In den letzten Jahren hat sich Social Media stark mit unserem Alltag verknüpft. Ein grosser Teil der Menschen verbringt täglich viele Minuten auf Social Media. Für die junge Generation der 18- bis 24-Jährigen ist Social Media die wichtigere Newsquelle als TV, Print und Radio. Für den Bereich Social Media kann man heute getrost sagen: Hier spielt die Musik. Daher lohnt es sich für alle – egal ob Marketingleiter, Business Developer, Sales Experte, Branding-Spezialist oder PR-Profi – einen Blick auf die folgenden fünf Social-Media-Trends zu werfen.

Text: Sven Ruoss, Studiengangsleiter HWZ

Beitragsbild

1. Stories – Mood Schnipsel im Netz

Posts, welche sich nach einer bestimmten Zeit selber zerstören, waren vor einigen Jahren noch undenkbar. Dann kam die App Snapchat und traf damit den Nerv der Zeit. Die aneinandergereihten Posts werden zu Stories und Social-Media-Nutzer lieben genau dieses neue Feature. Es macht Spass, vergängliche Inhalte zu teilen. Bisher galt im digitalen Zeitalter, dass jeder Tweet und jedes gepostete Video noch Jahrzehnte danach im Netz gefunden wird. Nicht so bei den Stories. Bei Snapchat bleiben die Stories 24 Stunden verfügbar und zerstören sich danach selbst. Der Erfolg der vergänglichen Nachrichten wurde von Facebook blitzschnell wahrgenommen. Nach dem missglückten Kaufversuch von Snapchat war das Motto von Mark Zuckerberg bezüglich Stories klar: «Wir kopieren Stories für unsere Produkte». Mittlerweile gibt es Stories bei Facebook, WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger. Insbesondere bei Instagram sind die Stories unterdessen sehr wichtig. Denn die App lebt von der visuellen Inszenierung und dem optisch ansprechenden Storytelling. Im Juni 2017 nutzten täglich rund 250 Mio. Instagram-Nutzer Stories.

2. Live-Streaming – Video in Echtzeit

Wer kann sich noch an den rasanten Aufstieg der Live-Streaming App Meerkat erinnern? Diese App sorgte im März 2015 an der Tech-Konferenz SXSW für den Live-Streaming-Hype. Inzwischen ist viel passiert. Alle grossen Social Media Player haben neue Features und Produkte rund um Live-Streaming lanciert. Die bekanntesten Services sind heute Periscope, YouTube Live und Facebook Live. Live-Streaming ist ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft der Social-Media-Plattformen. Einerseits wächst die Nutzung von Videos stark und Live-Videos haben eine deutlich längere Verweildauer als vorproduzierte Videos. Bei Facebook soll die Verweildauer bei Live-Videos dreimal länger sein als bei normalen Videos. Andererseits wächst der Werbemarkt für Videos rasant. Um mehr Video Views zu realisieren, eignet sich Live-Streaming optimal. Denn, bis jetzt konsumieren die meisten Social-Media-User die Videos, produzieren selbst jedoch keine. Live-Streaming wird dies ändern. Das bisherige Stigma, dass Videos gut gefilmt und geschnitten werden müssen, damit Menschen diese schauen, löst sich auf. Jeder kann heute mit Live-Streaming eigene Live-Inhalte produzieren und so dazu beitragen, dass die täglichen Video Views auf den Social-Media-Plattformen weiterhin wachsen.

3. Augmented Reality – Kombination von Virtualität und Realität

Im Sommer 2016 wurde dank der Pokémon Go App der Begriff «Augmented Reality» einer breiten Bevölkerung bekannt. Die Millennials kennen die kotzenden Regenbögen der Linsen von Snapchat schon längst. Mittlerweile setzt auch Facebook auf Augmented Reality. Mit der «Camera Effects Platform» will das Unternehmen der angereicherten Realität zum Siegeszug verhelfen. Auch hier in der Schweiz gibt es bereits Anwendungsbeispiele. Die Migros App erkennt tausende von Produkten und zeigt dem Anwender Zusatzinformationen, wie beispielsweise Rezepte und Bewertungen. Anders als bei Virtual Reality kombiniert Augmented Reality Virtualität und Realität. Dabei spielt häufig die dreidimensionale Erscheinung eine zentrale Rolle. Die Wahrnehmung einer Person wird durch die Einblendung von virtuellen und dreidimensionalen Objekten bereichert. Gemäss dem deutschen Markenreport 2017 wird Augmented Reality die Mediennutzung und das Konsumverhalten der Menschen entscheidend verändern. Momentan fehlt es bei den Unternehmen häufig noch an Know-how zu Augmented Reality. Wenn in wenigen Jahren das Wissen darüber vorhanden ist und Ressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden, wird Augmented Reality einen festen Platz in unserem Alltag haben.

Quelle: Augmented Creativity | Bob Sumner | TEDxZurich

4. Social Messaging – One-to-One-Kommunikation

Nur schon ein Blick auf die Nutzerzahlen der Social Messaging Dienste wie WhatsApp, Facebook Messenger, WeChat und Viber lässt erraten: Social-Messaging-Dienste boomen. Diese Dienste werden gemäss Prognosen 2018 mehr Nutzer als Facebook, Twitter, Instagram und LinkedIn zusammen haben. Warum ist das so? Die heutige Generation liebt die One-to-One-Kommunikation. Die Digital Natives wollen persönlich und nah kommunizieren. Sie wollen Transparenz darüber, wer welche Informationen sieht und wer nicht. Social Messaging ist das neue SMS: persönlich, privat und transparent. Für Unternehmen stellt der wachsende Datenverkehr über Instant Messenger eine Herausforderung dar. Der so genannte Dark Social Traffic ist, wie der klassische E-Mail-Verkehr, nicht verfolgbar und damit nicht messbar. Social Messaging bietet Unternehmen jedoch neue Möglichkeiten, um mit Kunden One-to-One zu kommunizieren. Dies wird dazu führen, dass Unternehmen und Marken deutlich prominenter auf Social Messaging Diensten präsent sein werden. Bereits heute gibt es Beispiele, wie sich Unternehmen mit Usern via Social Messaging verbinden und austauschen können.

5. Intelligent Personal Assistants – Hallo Siri….

Quelle: Giphy

Ist für Sie der Anruf einer Kundenservice-Hotline ein Gräuel? Wieso schildern Sie ihr Problem nicht über Social Media? Bereits jeder dritte Mensch zieht beim Kundenservice Social Media einem Telefonanruf vor. Und immer öfters steckt auf Seiten des Unternehmens ein Chatbot dahinter. Eine stetig wachsende Bevölkerung zieht es vor, dass eine Technologie ihr Problem schnell, effizient und unkompliziert löst. Chatbots werden mit uns Menschen Dialoge führen. Apples Siri oder Amazons Alexa sind erste vielversprechende Gehversuche. Bereits heute gibt es unterschiedlichste Chatbots. Sales Bots unterstützen uns bei der Auswahl von Produkten oder Dienstleistungen. Media Bots stellen uns personalisierte Inhalte mit Nachrichten- oder Unterhaltungswert zusammen. HR Bots unterstützen Personalabteilungen bei der Auswahl neuer Mitarbeitenden. Social Bots schliesslich übernehmen den Smalltalk in sozialen Netzwerken oder Datingplattformen. Falls diese Bots über eine künstliche Intelligenz verfügen, spricht man von Intelligent Personal Assistants. Die künstliche Intelligenz im Messenger wird künftig zu unserem Assistenten im Alltag und Beruf. Für Chatbots gilt das gleiche. Personal Assistants werden für uns vielleicht Reisen buchen, Rechnungen bezahlen und Wünsche, die wir jetzt selber noch nicht kennen, erfüllen .

Top oder Flop? Wie sollen Unternehmen reagieren?

Bild-Shrug-Emoji

Ist Snapchat eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den blauen König oder einfach ein gelbes Vögelchen? Setzt Pinterest den Massstab bei der visuellen Suche? Wird 2020 jedes Unternehmen mit Slack arbeiten? Die Zukunft einzelner Plattformen vorauszusagen, bleibt ein schwieriges Unterfangen. Generelle Social Media Trends zu identifizieren ist wesentlich einfacher. Die fünf beschriebenen Themen werden uns mit Sicherheit weiter beschäftigen. Dabei müssen sich die Unternehmen gut überlegen, ob und wie sie auf diese reagieren wollen: Wie wollen sie vergängliche Inhalte einsetzen? Wie profitieren sie von Live-Streamings? Gibt es in einer Organisation sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality? Sollte in Zukunft mit den Kunden über WhatsApp kommuniziert werden? Wie kann man mit Chatbots das Leben der Kunden einfacher gestalten? Es bleibt spannend!

Social Media Experten braucht das Land

Wollen Sie das Phänomen «Social Media» vertieft verstehen? Unser Lehrgang CAS Social Media Management geht diesen August 2017 bereits in seine zwölfte Runde.

Themen wie…

  • GIFs und Memes
  • Live-Streaming
  • Stories
  • Content Marketing
  • Influencer Marketing
  • Sharing Economy
  • Multichannel Management
  • Social Messenger Apps
  • Augmented Reality

… spielten bei der ersten Durchführung vor einigen Jahren noch keine (wesentliche) Rolle, sind heutzutage aber nicht mehr wegzudenken. Jetzt bilden Sie den Kern des 18-tägigen Zertifikatslehrgangs.

Interessiert? Mehr Informationen zum Studiengang, Inhalte des CAS und zur Anmeldung finden Sie hier: