Portrait Gabriela Suter HWZ

Campus12. April 2021

Die Veränderung als Chance nutzen

Nicht alle Menschen mögen Veränderungen. Angetrieben durch die Digitalisierung sind Veränderungen vorprogrammiert und die Auseinandersetzung mit diesen fordert viele heraus. Change Management wird zur Disziplin der Stunde. Laut Gabriela Suter, Studiengangsleiterin des CAS Change Management, bedeutet erfolgreiches Change Management, die Menschen auf die Veränderung vorzubereiten und zu begeistern. Im Interview spricht sie über ihre grösste Herausforderung, Stolpersteine und auch die emotionale Komponente in Change-Prozessen.

Frau Suter, welches war Ihr bedeutendster Veränderungsprozess?
Zu meinen interessantesten Veränderungs-Projekten gehörte die Neuausrichtung von Berufsprofilen, um die Anforderungen der Berufsbildung den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Auf der erarbeiteten Basis wurden dann die Ausbildungslehrgänge, Leistungsnachweise und Stellenanforderungen in den einzelnen Branchen ausgearbeitet. Hier habe ich in den Projekten mit verschiedenen Branchenvertretern zusammen gearbeitet, damit im Anschluss die Berufsverbände die Basis für ihre Ausbildungslehrgänge neu definieren konnten.

Was war die grosse Herausforderung bei diesem Prozess?
Die grosse Herausforderung war vielfach nicht auf der Sach- sondern auf der Beziehungsebene. In diesen Projekten mussten wir eine neue gemeinsame Sichtweise über die Marktanforderungen entwickeln. Die Branchenvertreter kamen aus allen Sprach- und Landesteilen, aus Gross- und Kleinbetrieben, Stadt- und Land etc. So waren die unterschiedlichen Ansichten ein wichtiger Bestandteil der Neuausrichtung, damit das Fundament für eine breite praxisorientierte Ausbildung gelegt werden kann.

Welche Faktoren müssen bei einer Veränderung beachtet werden?
Umgang mit Stabilität und Instabilität im Change Projekt. Das kann zum Beispiel das Lösen von Widerstand oder einem Konflikt sein. Aber auch der sorgfältige Umgang mit den Kernkompetenzen der Mitarbeitenden sowie die Unterstützung im Erreichen des Neuen. Dies alles bedingt eine bewusste Kommunikationsstrategie.

Was sind die häufigsten Fehler, die man bei einem Change Management Prozess macht?
Ein grosses Risiko sehe ich im Ausbalancieren von Projekt- und Change Management. Das Zentrale im Projekt Management ist das stringente Management von Zeit, Kosten und Qualität. Stures Einfordern dieser Faktoren kann unter Umständen ein Projekt gefährden. Change Management bedeutet den Menschen für eine Veränderung bereit machen und begeistern. Häufig sind die Führungsverantwortlichen im Projekt schon viel weiter und es geht vergessen, dass die Mitarbeitenden allenfalls noch nicht so weit sind.

Change Management-Projekte scheitern oft aufgrund von Widerstand gegen Veränderung. Was lässt sich gegen solchen Widerstand tun?
Vor allem Respekt vor den Leistungen der Mitarbeitenden, das bedeutet, sie mit einzubeziehen. Eine Führungskraft ist auch gefordert, Verantwortung zu übernehmen, sowie Entschlossenheit in der Durchführung zu leben. Mitarbeitende reagieren sehr empfindlich, wenn sie sich unfair behandelt fühlen.

Mitte Oktober beginnt der nächste Durchgang des CAS Change Management. Dabei lernen Studierende, erfolgreiche und nachhaltige Veränderungen zu gestalten. Wie genau ist dieser Lehrgang aufgebaut?
Im Aufbau orientieren wir uns an der bei Praktikern beliebten Teampyramide von Prof. Dr. Simone Kauffeld von der TU Braunschweig, diese fokussiert auf die Themen Zielsetzung, Aufgabenbewältigung, Zusammenhalt, Verantwortungsübernahme, sowie der Analyse der Rahmenbedingungen.

Der Lehrgang zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug aus. Bei der Gestaltung haben wir uns überlegt, welche Situationen in einem Veränderungsprozess entstehen und welche Kompetenzen auf der professionellen, wie auch auf der persönlichen Ebene benötigt werden, um diese zu bewältigen. Wir zeigen viele unterschiedliche Instrumente, die sich in Change Projekten bewährt haben. Und selbstverständlich fundiert der vermittelte Inhalt auf dem aktuellen Stand der Forschung sowie den Anforderungen der Wirtschaft.

An wen richtet sich dieser Lehrgang?
Unsere Zielgruppe sind Mitarbeitende, die Veränderungsprozesse leiten oder davon betroffen sind: Projektleiter, Prozessmanager, Informatiker, Abteilungsleiter, Führungskräfte, interne und externe Berater, Organisations- und Personalentwickler, HR-Fachleute, Transformation verantwortliche Manager etc.

Welche wichtigen Erkenntnisse nimmt man aus diesem CAS mit?
Handlungskompetenz erwerben. Dazu geben wir bewährte Werkzeuge mit. Und die Teilnehmenden sollen sich Veränderungsprojekte zutrauen.

 

Peter Statz, Leiter Departement Management & Leadership HWZ, zum Thema «Change Management»:

Digitalisierung treibt den Wandel vor sich her. Veränderung ist die neue Normalität im Arbeitsalltag. Change Management braucht mehr Mitarbeiterzentrierung und ein anderes organisatorisches Verhalten. Mehr Selbstmanagement, Verantwortung übernehmen und erhalten, Resonanz erzeugen sowie die Veränderungskultur mitgestalten, das sind die gestiegenen Anforderungen an alle Mitarbeiter und Vorgesetzte.

Oderbolz Laura HWZ Kommunikation

Laura Oderbolz

Project Manager Corporate Communications

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