Portrait Gabriela Suter HWZ

Im Fokus23. August 2021

Dozierende im Fokus: Gabriela Suter

Gabriela Suter liegt Veränderung in der DNA – kein Wunder ist sie Studiengangsleiterin des CAS Change Management HWZ. In ihrer Rolle möchte sie Studierenden aufzeigen, wie Veränderungsprozesse gestaltet werden können, damit auch der Mensch mitkommt. Doch auch sie hat eine andere Seite: Die Dozentin im Fokus gibt zu, dass sie auch gerne faulenzt und eine Buchhalter-Natur hat. Ausserdem lernen wir von ihr, was es bei amerikanischer Literatur mit dem Zeilengeld auf sich hat.

Die Reihe «Dozierende im Fokus» bringt Ihnen die Dozenten und Dozentinnen der HWZ unterhaltsam und ungezwungen näher.

Welches Fach unterrichten Sie?
Mein Hauptfach und meine Leidenschaft ist Change Management, daneben unterrichte ich auch Fächer wie  Konfliktmanagement und Selbst- und Zeitmanagement.

In welchen Studiengängen?
CAS Change Management HWZ und CAS Health Care Leadership & Management HWZ.

Seit wann unterrichten Sie an der HWZ?
Seit 2020 doziere ich an der HWZ, jedoch bin ich seit einigen Jahren auch an anderen Fachhochschulen tätig.

Wie kamen Sie zur HWZ?
Die ersten Kontakte entstanden durch eine frühere Arbeitgeberin. Die Menschen und die Kultur an der HWZ haben mir gefallen und so entstand mit der Zeit unsere Zusammenarbeit.

Ihr HWZ-Highlight?
Es ist für mich jedes Mal ein Highlight, wenn sich die Studierenden als Team formieren und sich gemeinsam mit dem Stoff auseinandersetzen. Es ist schön, wenn man zusammen arbeiten kann und diesen Teamspirit erlebt.

Warum mich mein Fachgebiet begeistert:
Veränderung liegt in meiner DNA – Change Management beschäftigt sich mit Veränderungsprozessen und wie man diese gestalten kann, damit auch der Mensch mitkommt. Ich glaube die Mitarbeitenden in den Betrieben leisten sehr viel, damit der Werkplatz Schweiz international mithalten kann. Als Dozentin an der HWZ möchte ich die Studierenden auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützen.

Das möchte ich den Studierenden vermitteln:
Ich bin Arbeits- und Organisationspsychologin. In unserer Fachrichtung geht es darum, wie man die Rahmenbedingungen in Unternehmen gestalten kann, damit die Menschen sich entfalten können und damit sie ihre Arbeitsaufträge gut und effizient umsetzen können. Hier versuche ich Instrumente mitzugeben, aber auch die persönlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Freude an der Arbeit erhalten bleibt.

Das ist für mich typisch HWZ:
Menschen kommen an die HWZ und erhalten Grundlagen, um einen Schritt weiter zu gehen. Ich erlebe immer wieder, dass bei der HWZ der Mensch im Mittelpunkt steht.

Zürich ist für mich …
der Motor der Schweiz. Hier entsteht sehr viel Innovation. Ich denke jedoch auch, dass dadurch in Zürich die Menschen einem steten Druck ausgesetzt sind. Moderne Bildungsinstitute müssen dies in ihrer didaktischen Umsetzung berücksichtigen.

In meiner Freizeit …
faulenze ich  gerne. Auch Essen ist mir sehr wichtig. Die Corona-Zeit habe ich nun genutzt, um meine Französisch-Kenntnisse aufzufrischen. Französisch ist für mich ein eher belastetes Thema und daher will ich nicht zu viel «Schulstimmung» dabei haben. Ich habe Glück und habe nun eine Dozentin in Montpellier gefunden. Wir tauschen uns mehrmals wöchentlich online aus. Ich bin überrascht, wie gut mich das weiterbringt und es ist super mit den neuen Medien, wie man sich international orientieren kann.

Meine Lieblingsjahreszeit:
die Aktuelle. Ich freue mich immer wieder auf die Veränderung in der kommenden Jahreszeit.

Dieses Buch lese ich gerade:
Elena Chizhova, die Terrakottafrau. Dies ist eine russische Autorin. Vor Jahren habe ich mir vorgenommen, keine amerikanische Literatur mehr zu lesen. Ich ärgerte mich über das Schreiben im Zeilengeld, d.h. Autoren werden pro abgelieferte Zeile bezahlt. Dadurch haben diese Bücher häufig Redundanzen und sind sehr dick. Nun bin ich überrascht, wie ich durch diesen Entschluss so viele neue Kulturen vertieft kennenlerne.

Iphone oder Android?
Android, ich habe eine «Buchhalter-Natur» und gebe ungern Geld aus, wo sich kein Mehrwert ergibt.

Mein nächster Urlaub führt mich nach …
dahin, wo es gutes Essen gibt. Wobei wir seit Jahren unsere Ferien im Tessin in einem Hotel mit Blick über den Lago Maggiore verbringen.

In welchem Land möchten Sie gerne eine Zeit lang leben?
In einem Land, wo Neues entsteht, wo Menschen Ideen haben und diese auch umsetzen. Ich suche die Visionen und die Auseinandersetzung damit. Hier bedaure ich, dass in der Schweiz zurzeit ein Links-Rechts-Grabenkampf die Entwicklung blockiert. Manchmal frage ich mich, welche der beiden Gruppen reaktionärer ist.

Für mich die beste Erfindung:
Die Waschmaschine, der Erfinder sollte einen Nobelpreis kriegen, da dies den Frauen den Durchbruch zur Eigenständigkeit brachte. Sie ermöglichte, dass Frauen ausser Haus arbeiten.

Wem folgen Sie am liebsten in den sozialen Medien?
Soziale Medien sind für mich ein untergeordneter Kommunikationskanal. Da fehlt mir das Vertrauen in die Organisationen, die dahinter stecken.

Was ich an der HWZ einführen würde:
Wie die neuere Forschung zeigt, entwickelt sich Bildung zu einer neuen Art Lifestyle; in den Achtziger Jahren, wurde der persönliche Stil durch, Kleidung, Autos, Wohnen und Tourismus dominiert – und dies interessanterweise Milieuübergreifend. Die neuen Güter haben nun transformatorische Qualität. Dazu gehören Kosmetik, Schönheitsoperationen, Nahrung, Spiritualität, Therapien und Coaching, sowie auch Bildung (Stefan Jansen, 2021 in Brand Eins). Das heisst in Zukunft wird Bildung auch Zugehörigkeit schaffen und wird Ausdruck einer neuen Lebensweise. Für mich stellt sich die schwierige Frage, wie das mit einem hybriden Unterricht umgesetzt werden kann. Die HWZ ist da bereits unterwegs.

Als Kind wollte ich …
Ingenieurin werden und Staumauern bauen.

Das beschäftigt mich gerade:
Die Spaltung der Gesellschaft und die damit verbundene Blockierung einer Diskussion, die der Entwicklung dient. Die wenigsten Menschen haben Lust mit neuen Gedanken zu experimentieren, wenn sie riskieren gecancelt werden.

Wie sieht die erste Stunde Ihres Tages aus?
Ich warte bis ich wirklich wach werde.

Was haben Sie immer mit dabei?
Meine Ideen, mein Humor

Nebst meinem Fachgebiet, hege ich eine Schwäche für …
Snooker, das ich auch selbst spiele.

Was ich gar nicht mag:
Monotonie – ich bin nicht Monotonie resistent.

Mit wem würden Sie am liebsten eine Diskussion führen?
Mit Menschen, die eine andere Meinung haben, wie zum Beispiel Sarah Wagenknecht – es ist immer wieder eine Bereicherung andere Beweggründe kennenzulernen.

Welches war Ihr erster Job?
In einem Blumengeschäft Grabkissen stecken. Das war damals ein Schülerjob und ich war etwa 12 Jahre alt.

Was ist für Sie Erfolg?
Wenn ich Menschen in die Lage versetzen kann, ihre Anlagen zu entfalten. Wenn ich sehe, dass meine Studierenden, die ich begleite, beruflich weiter kommen, dann ist das für mich Erfolg.

Welches war die beste Entscheidung in Ihrer beruflichen Laufbahn?
In multinationalen Konzernen zu arbeiten. Ich bin empfindlich auf Fragen der Gleichberechtigung von Mann und Frau. International tätige Unternehmen sind allgemein weiter in der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Kulturen und Strömungen.

Welches Studium/welche Ausbildung würden Sie heute auswählen?
Als erstes wieder eine Berufslehre: Handwerk hat goldene Zeiten und es gibt viele Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln.

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Burcu Angst HWZ

Burcu Angst

Project Manager Corporate Communications

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