Die Gründerinnen von monchic.ch

Im Fokus14. Juni 2019

Ehemalige HWZ-Studentinnen digitalisieren die Schmuckbranche

Zwei Frauen, eine Idee und eine Hochschule. Das Ergebnis: monchic.ch. Nach dem Prinzip «mix & match» kann Schmuck online kreiert und kombiniert werden. Das gewünschte und bestellte Schmuckstück wird liebevoll verpackt nach Hause geliefert. Wie die beiden ehemaligen HWZ-Studentinnen zu ihrer Start-up-Idee kamen, welches Know-how ihnen am meisten bringt und wie es weiter geht, erzählen die beiden Gründerinnen Aurelia Schlatter und Patrizia Keller.

Ihr habt beide an der HWZ studiert, allerdings unterschiedliche Studiengänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wer von euch hat was, wann bei uns studiert?

Patrizia: 2018 habe ich an der HWZ die Weiterbildung «Digital Masterclass» besucht. Dieses CAS hat mein Wissen in verschiedenen digitalen Disziplinen erweitert.

Aurelia: 2011-2015 habe ich den berufsbegleitenden Bachelor Studiengang Business Communications an der HWZ absolviert.

Was hat euch denn an die HWZ geführt?

Patrizia: Mein Ziel war es, mittels einer Weiterbildung die Digitale Transformation im ganzheitlichen Ansatz noch besser zu verstehen und hilfreiche «Hacks» fürs Business zu kriegen. Das CAS Digital Masterclass hat hierfür einfach super gepasst. Aber nicht nur das – der zentrale Standort der Hochschule war natürlich auch ein grosses Plus!

Aurelia: Ich arbeitete damals in einer Agentur für Markenberatung und Kommunikationsdesign, der Bachelor Studiengang Business Communications war die perfekte Ergänzung. Berufsbegleitend studieren zu können war für mich zentral – die Vielfalt der Studienfächer von Unternehmensführung über digitale Medien und besonders der Praxisbezug haben mich schlussendlich überzeugt.

Wie haben sich eure Wege gekreuzt?

Patrizia: Wir arbeiten beide im Brand Management des Migros-Genossenschafts-Bundes.

Seid knapp einem Jahr seit ihr beide Inhaberinnen des Start-ups monchic.ch. Was ist eure Vision, die euch antreibt?

Patrizia: Es ist eine klare Haltung, die uns jeden Tag motiviert: Wir finden Schmuck viel zu persönlich um ab der Stange zu sein. Deshalb möchten wir, dass jeder sein eigener Schmuckdesigner sein kann. Monchic versteht sich somit nicht als Schmuckanbieter, sondern als Enabler für alle Schmuckliebhaber da draussen. Nicht wir, sondern unsere Kunden kreieren den Schmuck. Auch bei Sortimentsentscheiden bestimmen unsere Kunden massgebend mit: Auf unseren Social Media-Kanälen fragen wir unsere Follower immer wieder, welche neuen Einzelteile sie für ihre kommenden Kreationen im Sortiment haben möchten. Zu spüren, dass wir mit monchic Freude bereiten, das treibt uns jeden Tag an!

Was genau bietet ihr an?

Aurelia: Mit einem noch schmalen Sortiment an filigranen Hals- und Armketten sowie Ohrringen – Sterling Silber & vergoldet – befindet sich monchic heute in der Markteinführungsphase. Dank dem Prinzip «mix and match» lassen sich aus den Einzelteilen viele unterschiedliche Styles kreieren. Nachdem wir mit dem heutigen Produkt-Konfigurator ausreichend Learnings generiert haben, bauen wir das Sortiment und die Individualisierungsmöglichkeiten weiter aus.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Patrizia: Die beiden Trends «Digitalisierung» und «Gesellschaftsindividualisierung» haben in den letzten Jahren bereits in vielen Branchen zum hybriden Geschäftsmodell «Mass Customization» geführt. Die Individualisierung eines Produkts nach persönlichem Gusto ist im digitalen Zeitalter ein Hygienefaktor geworden. Als Schmuckfanatikerinnen ist uns aufgefallen, dass die internationale Schmuckbranche trotzdem noch sehr traditionell ist: Vereinzelte Anbieter bieten zwar neben dem Standardsortiment Personalisierungsmöglichkeiten an, dies jedoch sehr begrenzt. Nach einer umfassenden Marktanalyse konnten wir die vermutete Marktlücke mit Fakten stützen – obschon ein Kundenbedürfnis vorhanden ist, haben sich die etablierten Anbieter noch zu wenig in Richtung Individualisierung und Digitalisierung weiterentwickelt. Diese Chance haben wir schliesslich genutzt, um mit monchic die Schmuckbranche an den Puls der Zeit zu führen.

Was ist der nächste Schritt mit monchic?

Aurelia: Monchic findet seit Go-Live grossen Anklang! Dieses Jahr prüfen wir das Konzept auf Herz und Nieren. Der Fokus liegt dabei einerseits auf der Effizienzsteigerung in Logistik und Beschaffung und andererseits auf der technologischen Weiterentwicklung. Auch im Sortiment geht es weiter voran: Neue Bijous sind in Planung. Die Markterschliessung in Deutschland und Österreich sollte hoffentlich ebenfalls dieses Jahr noch möglich sein.

Was hilft euch am meisten vom an der HWZ gelernten?

Patrizia: Die HWZ hat uns nicht nur die notwendige Fachkompetenz in den Bereichen Wirtschaft & Digitale Transformation vermittelt, sondern auch Mut für den Gründungsschritt gemacht. Dank dem hohen Praxisbezug im Unterricht lernten wir viele Start-up-Beispiele kennen. Diese haben uns gleichermassen inspiriert wie auch wichtige Risiken aufgezeigt.

Euer Tipp für alle Gründer und Gründerinnen und die, es vorhaben:

Aurelia: Habt den Mut zum Scheitern! Scheitern gehört zum Daily Business der Aufbauphase. Man macht einen Schritt nach vorne und fällt zwei zurück – das ist ganz normal. Bleibt man trotz allen unvorhergesehenen Hürden (davon gibt es viele!) ausreichend neugierig und leidenschaftlich, dann geht’s auch wirklich vorwärts. Auch können wir nur empfehlen, kein Geheimnis aus der Geschäftsidee zu machen: Spricht von Anfang an mit eurem Umfeld darüber und profitiert von allen Inputs und Kontakten, die ihr dadurch kriegt.

Patrizia Keller

Patrizia Keller ist seit rund sieben Jahren im Marketing der Migros tätig, heute als Senior Projektleiterin Markenstrategien. Dieses Jahr schliesst sie ihren Executive Master in Marketing Management an der Universität Bern mit Fokus auf Digitalisierung ab. Bevor sie 2012 ins Berufsleben gestartet ist, hat sie an der Universität Bern Betriebswirtschaft studiert.

Aurelia Schlatter

Aurelia Schlatter hat rund sechs Jahre als Beraterin in einer Kommunikationsagentur gearbeitet und nebenbei Business Communications an der HWZ studiert. Seit drei Jahren ist sie im Marketing der Migros als Projektleiterin Packagingdesign tätig. Nächstes Jahr schliesst sie ihren Master in Strategic Design an der Zürcher Hochschule der Künste ab.

Neben dem Masterstudium und ihrer Berufstätigkeit bei der Migros haben Patrizia Keller und Aurelia Schlatter 2018 monchic gegründet.

Aline Theiler

Manager Corporate Communications

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