Im Fokus07. März 2018

Eine Runde «Brainfuck»

Am ersten März eröffneten die beiden HWZ–Absolventen Ronny Tobler und Nataša Vuruna im Letzipark die Fusion Arena, ein Virtual–Reality–Spielzentrum. Das haben wir uns nicht entgehen lassen und die Fusion Arena auf Herz und Nieren getestet.

Unsere erste Station in der Fusion Arena sieht unspektakulär aus. Ein Brett liegt auf dem Boden, ein Bildschirm an der Wand. Doch sobald man die VR-Brille anzieht, steht man in einem Fahrstuhl und los geht’s in die Höhe. Oben angekommen, geht die Tür auf und vor einem ist nur ein schmales Brett in ungeahnter Höhe. Jetzt gilt es darauf hinaus zu balancieren. Und auch wenn man weiss, eigentlich liegt nur ein Brett vor einem – der Puls rast hoch und man traut sich kaum, das Brett zu betreten. «Brainfuck», nennt CEO Ronny Tobler dieses Phänomen.

Virtual Reality Lounge

Die Planke auf dem Boden ist nur eine von drei Stationen in der VR Lounge. Hier kann man sich langsam mit den VR-Brillen anfreunden und diverse Spiele ausprobieren, bevor man zu seiner Mission antritt. Und in dieser Lounge treffen wir auch Ronny Tobler und Nataša Vuruna, die beide an der HWZ den Bachelor in Betriebsökonomie abgeschlossen haben, Tobler 2009, Vuruna 2013. Danach haben sie zusammen bei Microsoft gearbeitet, vor zwei Jahren wurde die Idee eines gemeinsamen Start-ups konkreter. Nun ist Tobler der CEO, Vuruna sitzt im Verwaltungsrat. Wobei die Idee für das Start–up schon sehr lange in Toblers Kopf herum schwirrte. «Als Kind hab ich Star Trek geliebt. Das ist auch heute noch so. Das Holodeck war und ist meine Traumvorstellung. Ein leerer Raum, in dem man verschiedene Sachen erleben kann, das fand ich mega. Ich hab immer die Technologie verfolgt und jetzt sind wir soweit, dass es möglich ist.»

 

Das HWZ–Netzwerk

Während Vuruna weiter bei Microsoft arbeitet und im Verwaltungsrat sitzt, setzt Tobler alles auf die Karte Start-up. Auch wenn ihm dies manchmal schlaflose Nächte bereitet: «Ich bin in den letzten paar Monaten sicher einmal pro Woche aufgewacht und dachte, was ist, wenn keiner kommt, was, wenn wir keine Tickets verkaufen. Ein Start-up ist Risiko pur, die Überwindung ist riesig. Aber es gilt die fehlende Experimentierfreudigkeit der Schweiz zu überwinden und Neues zu probieren.»

Dabei erhält er Unterstützung von Pascal Stocker, Leiter Fachstelle Entrepreneurship und Dozent an der HWZ. Stocker sitzt im Verwaltungsrat der Pandally AG, die die Fusion Arena betreibt. Doch nicht nur auf das Netzwerk der HWZ kann Tobler zurückgreifen, sondern auch auf das Gelernte. «Ich habe an der HWZ gelernt, wie man eine Firma aufbaut und leitet. Das Studium war sehr breit, man ist zwar nicht Experte auf einem Gebiet, aber dieses breite Hintergrundwissen, dass die HWZ vermittelt, macht es viel einfacher, ein Start-up zu gründen.»

Die Mission

Für uns ist es jetzt Zeit, unsere Mission anzutreten. Eine Mission dauert jeweils eine halbe Stunde und kann von bis zu zehn Personen gleichzeitig gespielt werden. Sie ist das Kernstück der Fusion Arena.

Wir betreten einen dunklen Raum und werden angewiesen, Trackingsysteme an Händen und Füssen anzuziehen. Dazu erhalten wir einen Rucksack–PC, VR–Brillen und Kopfhörer. Und plötzlich sind wir Power Rangers in einem Fusion–Gate Kommando. Dabei gehen wir durchs Licht, suchen unseren Weg im Labyrinth, überwinden Abgründe und müssen als Team kleinere Aufgaben lösen.

Nach einer halben Stunde haben wir das Wasser des ewigen Leben gefunden und nehmen unsere Brillen ab. Langsam kommen wir wieder in der Realität an. Und ein bisschen vermissen wir unsere Power Rangers–Uniformen.

Immer neue Spiele

Drei Monate müssen wir nun warten, bis die nächste Mission, das nächste Spiel läuft. Die Games werden von Tobler und einer Kollegin geschrieben, umgesetzt werden sie von der Red Cube GmbH, die das True VR System, der Grundbaustein der VR Arena, entwickelten. Wer aber mehrmals spielen will, bei dem kann der Schwierigkeitsgrad hoch gesetzt werden. Und auch für die Zukunft hat Tobler bereits eine klare Vorstellung: «Bis in fünf Jahren werden die VR–Brillen Normalität, ein Displaymedium, dass die Menschen unterhaltet. Aber in einer Arena gamen ist anders als Zuhause. Hier gibt es den sozialen Aspekt – man erlebt etwas zusammen.»

Lea Bischoff Kommunikation HWZ

Lea Bischoff

Project Manager Corporate Communications

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