Speaker HWZ Fokus: Künstliche Intelligenz

Im Fokus19. Oktober 2018

Datenqualität und Transparenz für den Erfolg von KI

Am ersten «HWZ Fokus» ging es um Künstliche Intelligenz. Die renommierten Speaker aus unterschiedlichen Branchen waren sich in den Punkten Datenqualität und Nachvollziehbarkeit einig: Beides muss gegeben sein, damit Künstliche Intelligenz erfolgreich ist und man ihr Vertrauen kann.

HWZ Fokus: Künstliche Intelligenz

HWZ Fokus: Künstliche Intelligenz

Henrique Säuberli, Executive Briefing Consultant, IBM Research THINKLab, eröffnete die Veranstaltung und zeigte auf wie Künstliche Intelligenz (KI) unsere Welt verändert und Nutzen stiften kann: Für Menschen mit Behinderungen kann KI ein täglicher Helfer sein, der ihnen mehr Selbstständigkeit ermöglicht. Aber gerade im Gesundheitsbereich ist allgemein noch viel Potenzial vorhanden. Im Weltall wird KI bereits erfolgreich genutzt. Der sich frei bewegende Chatbot CIMON hilft, die Zeit effektiver zu nutzen, was auch im Hinblick auf die Kosten – eine Stunde im Weltall kostet CHF 80’000 – vorteilhaft ist. «Man darf KI als Unternehmen nicht unterschätzen. Wenn Sie KI einführen, müssen Sie ganze Prozesse überdenken», riet Säuberli den Anwesenden.

Roboter als Chef?

Wie Künstliche Intelligenz auch Einfluss in die Chefetage nehmen kann, beleuchtete Cornelia Diethelm in ihrer Break-out Session: «Roboter ersetzen Menschen nicht in der Geschäftsleitung, aber sie bringen zusätzliche Intelligenz.» Insbesondere können sie intellektuelle Vorarbeit bei Traktanden, beispielsweise bei Anträgen im Bereich Umfeld und Strategie, leisten. Die grösste Stärke von Robotern ist die Informationsbeschaffung und Mustererkennung von grossen und komplexen Daten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Roboter keine zwischenmenschlichen Probleme oder Abhängigkeit haben, aber, so Diethelm: «Roboter sind nicht neutral, sondern basieren auf Daten. Die Qualität dieser Daten ist entscheidend.»

Bewerbungsgespräch mit Künstlicher Intelligenz

Dass und wie KI im Personalmanagement zum Einsatz kommt, stellte Personalexperte Matthias Mölleney, Inhaber von peopleXpert und Leiter des Center for Human Resources Management und Leadership an der HWZ, vor. An praktischen Cases wurde deutlich, wie KI eine Hilfe in der Rekrutierung bis hin zur Verhaltensprognose, ist. Eine Studie hat gezeigt, dass Bewerbende nicht im Stande waren, zu identifizieren, ob sie ein Gespräch mit einer echten Person oder einer künstlichen Intelligenz geführt haben, obgleich sie wussten, dass eines ihrer Gespräche mit einer künstlichen Intelligenz geführt werden würde. Ethisch und rechtlich sei die Anwendung von KI gewisser Unternehmen diskutabel, aber letztlich sei die Kernfrage: Wer hat was davon? KI kann nämlich beiden Seiten, Stellensuchenden und Arbeitgebenden, zu Gute kommen. «Wenn wir es schaffen, durch KI die Probezeitkündigungen zu reduzieren, haben wir alle – Arbeitnehmende wie Arbeitgebende – viel gewonnen.»

Kundenbedürfnisse im Fokus

Claudio Mirti, Solution Specialist bei Microsoft Schweiz, zeigte an praktischen Beispielen, wie Unternehmen mit dem Kommunikationsbedarf der Kunden umgehen können. Denn «Conversations are the new platform of habit», resümierte er. Er präsentierte, wie neue Techniken eingesetzt werden, um Kundenbedürfnissen zu begegnen. So zeigte er auch praktisch auf, wie aus einem Q&A ein Chatbot aufgebaut werden kann.

 

Wie Kundengefühle mittels maschinellem Lernen in den Daten aufgespürt werden können, präsentierte Prof. Dr. Evangelos Xevelonakis. Die Sentimentanalyse umfasst Verfahren und Technologien, um Meinungen oder Kernaussagen zu identifizieren. In Verbindung mit Network Mining, verschiedensten Datenquellen und der Quantifizierung unterschiedlicher Faktoren wie bspw. der Grösse des sozialen Netzwerks einer Person und ihres Einflussgrades, kann zudem der Kundenempfehlungswert einer Person eruiert werden. Auf diesen Erkenntnissen bauen Loyalitätsprogramme, Cross-Selling-Konzepte und Word-of-Mouth-Marketing auf. Somit ist es schliesslich möglich, Produkte und Dienstleistungen zu verbessern und unzufriedene Kunden in zufriedene zu entwickeln. Grundlegend für den Erfolg ist aber die Qualität der Daten: «Sentimentanalyse kann nur so gut sein wie die Daten», sagt Prof. Dr. Xevelonakis.

 

Wie Künstliche Intelligenz die Werbung revolutioniert, thematisierte Sandor Laczko von Adello. Gerade in der Werbung können Daten, richtig genutzt, die Erfolgsquote massiv erhöhen. Im Hinblick auf den Advertising Funnel mit den Stufen Impression, Interaction, Click, Landings, Sessions und Conversions ist KI ein treibender Erfolgsfaktor, denn die Technologie optimiert da, wo Menschen von Erfahrungen und Heuristiken geleitet werden. «Grundsätzlich kommt es auf die Transparenz der KI-Analyse an, damit das Vertrauen in diese Technologie gestärkt werden kann», hielt er abschliessend fest.

Biased?

Laczkos Botschaft bekräftigte Dr. Marcel Blattner in seinem abschliessenden Referat «Bias in Algorithmen». So ist Machine Learning das Gebiet, das Künstliche Intelligenz antreibt. «Bei den meisten Anwendungen lernt die Maschine eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der Daten», sagte Blattner. Es sei beeindruckend, was Maschinen leisten, aber dennoch müsse man das zugrunde liegende Modell beachten. Denn die Maschine nimmt ein Muster und amplifiziert es. In der Praxis zeigt sich, dass es einfacher ist, nachzuweisen, dass ein Modell unfair ist. Ein Modell, das ethische und soziale Normen berücksichtigt, ist demnach eine Herkulesaufgabe: «Wenn wir diese Maschinen nutzen wollen, müssen wir wirklich verstehen wie sie funktionieren und ihre Entscheidungen nachvollziehen können», sagte Blattner.

 

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Portrait Aline Theiler

Aline Theiler

Manager Corporate Communications

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