Beitragsbild massgekocht

Aktuell21. Februar 2017

«Wir machen das, wofür unser Herz schlägt»

Die beiden HWZ-Studentinnen Arbela Statovci und Ramona Romer haben gemeinsam mit Ernährungsberater und Fitnesstrainer Chris Velkovski genau das gewagt, wovor sich viele scheuen: den Schritt in die Selbstständigkeit mit der eigenen Geschäftsidee. «massgekocht.» bietet auf persönliche Bedürfnisse ausgerichtete, gesunde, regionale Mahlzeiten.

Ja, sie haben es sich zugetraut: Im vergangenen Herbst haben Arbela Statovci und Ramona Romer ihre Festanstellungen aufgegeben um ihre Geschäftsidee, die sie im Kommunikationsstudium an der HWZ entwickelt haben, voll und ganz verfolgen zu können.

Etwas Neues zu wagen, scheint auch die Konstante der beiden HWZ-Studentinnen zu sein. Ramona Romer hatte bei SWICA eine Teamleitung inne als sie sich entschied, den Eventbereich kennen zu lernen. Sie vollzog einen Branchenwechsel. Mit «massgekocht.» ist dies nun erneut der Fall.

Was ist «massgekocht.»?

Ramona Romer (RR): Kurz gesagt: Kein Einkaufen, kein Kochen – einfach gesund und auf persönliche Bedürfnisse abgestimmt, geniessen. Unsere Vision ist eine gesunde Schweiz, beim heutigen Leistungsdruck sind eine gesunde Ernährung und Zeitersparnis zwei wichtige Faktoren. «massgekocht.» unterstützt jeden in seinem persönlichen Wohlbefinden in dem wir genau diese Energie liefern, die der Körper benötigt. Wir liefern personalisierte Mahlzeiten – Zmittag und Znacht – abgestimmt auf die persönlichen Ziele wie Wohlbefinden, Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion. (Wie «massgekocht.» genau funktioniert: www.massgekocht.ch)

Was hat Sie bewogen, alles auf die Karte Start-up zu setzen?

Arbela Statovci (AS): Unsere Passion für Essen und Sport und der Traum von der Selbstständigkeit. Wir wussten, dass das Bedürfnis für unsere Serviceleistung und Produkt den Nerv der Zeit trifft. Hinzukommt, dass unser Team so tickt, dass wir etwas ganz oder gar nicht machen. Wir machen das, wofür unser Herz schlägt. Das können nicht alle von sich behaupten.

Arbela Statovci (Bild: Luke Wella)

Arbela Statovci (Bild: Luke Wella)

Apropos Träume. Arbela Statovci träumte früher davon Automechanikerin zu werden. Sie schnupperte sogar in einer Werkstatt, allerdings war die Zeit für Frauen in einem solchen Beruf noch nicht reif, wie sie schmunzelnd erzählt. Sie wurde Dentalassistentin, holte das Gymnasium nach, hat sich dann gegen das geplante Zahnmedizinstudium entschieden, jedoch für ein Studium der Kommunikation an der HWZ.

Wie kam es zu Ihrer Geschäftsidee?

AS: Die Idee hatten wir in unserer Marketingvorlesung. Wir sollten ein bestehendes Produkt ausweiten oder ein neues lancieren. Nach der Präsentation stellten wir fest, dass unsere Idee auf grossen Anklang stiess. Unser damaliger Dozent Herr Baumgartner fand die Idee super. Die Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf und so habe ich Herrn Meister, auch einer unserer Dozenten und Mitgründer der Swiss Startup Factory, geschrieben und ihn um Rat gebeten. So hat das eine zum anderen geführt.

Bereitet Sie das Studium für die Selbstständigkeit vor?

RR: Das Studium an der HWZ hat uns enorm unterstützt. So konnten wir unseren Case in fast jede Vorlesung mittragen und vom Know-how der Dozierenden und Studierenden profitieren. Im übrigen auch von dem der Ehemaligen, die wir an der Generalversammlung der alumni HWZ (dem Alumni-Verein der HWZ) kennenlernten. Wir haben heute Kunden, welche wir aufgrund dieses Netzwerkes akquirieren konnten.

AS: Unsere Learnings aus dem Kommunikationsstudium widerspiegeln sich in unserem jetzigen Auftreten. Wir haben der HWZ viel zu verdanken und geniessen grosse Unterstützung. Dadurch, dass ich auf der Alumni HWZ Seite blogge, haben sich Studis sowie Alumni bei uns gemeldet und uns ihre Unterstützung angeboten. Das ist der Wahnsinn. Wir hätten nie mit einer solchen Resonanz gerechnet und sind positiv überrascht.

Welche Learnings aus dem Studium helfen Ihnen aktuell?

RR: Da gibt es einiges: Zum Beispiel wie man ein Social-Media-Konzept von A bis Z schreibt, welche rechtlichen Aspekte zu berücksichtigen sind, soziale Kompetenzen, Teambuilding-Massnahmen, Auftreten, Präsentieren – also die ganze Palette. Das Modul Entrepreneurship werden wir erst im kommenden Semester haben, aber wir freuen uns schon sehr darauf, da wir uns wertvolle Learnings daraus erhoffen.

Ramona Romer (Bild: Luke Wella)

Ramona Romer (Bild: Luke Wella)

Austausch: Befinden Sie sich im aktiven Austausch mit anderen UnternehmensgründerInnen?

RR: Absolut. Wir haben unser Büro bei der Swiss Startup Factory (SSUF), wo verschiedene andere Startups ansässig sind. Bis vor einigen Wochen waren dort auch die Jungs von Joineer tätig, welche jetzt ein eigenes Büro haben. Die Jungs sind auch an der HWZ gewesen, haben aber letztes Jahr schon abgeschlossen.

Konnte Ihnen das konkret schon helfen?

AS: Ja, sehr. Man teilt Tipps, Tricks und Erfahrungen, Höhen und Tiefen. Man motiviert einander, wenn mal etwas nicht so optimal gelaufen ist etc. Das finden wir sehr wichtig. Wir sitzen alle im selben Boot und stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Und wie heisst es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Sie studieren und sind dabei ein Unternehmen aufzubauen. Wie gehen Sie mit der Arbeitsbelastung um?

AS: Abschalten ist momentan schwierig. Wir sind momentan in unserer Pilotphase mit den Menus und haben zudem ein Crowdfunding lanciert. Wir sind stets unterwegs, am Handy oder am PC. Aber wir versuchen schon hier und da mal bewusst zu entspannen. Es ist eine Frage der Organisation, schliesslich müssen wir ja auch noch unsere Bachelorarbeiten schreiben und lernen.

 

Nach unserem Gespräch geht es für Arbela Statovci und Ramona Romer gleich zum nächsten Termin und dann in den Unterricht. Wer inzwischen Appetit bekommen hat, kann sein persönliches Menu online bestellen und es dann an der vereinbarten Abholstation in Empfang nehmen.

 

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