MAS Real Estate Management

Im Fokus12. Februar 2018

Zukünftige Anforderungen in der Immobilienbranche

Wie die meisten Branchen, ist auch die Immobilienbranche einem laufenden Wechsel unterworfen. Nach vielen sehr erfolgreichen Jahren dürften neue und durchaus auch schwierigere Herausforderungen auf sie zukommen. Wie stellt man sicher, dass rechtzeitig genug qualifizierte Mitarbeitende und Führungskräfte zur Verfügung stehen, welche diesen höheren Anforderungen entsprechen?

Anforderungen in der Immobilienwirtschaft heute

Die Immobilienbranche umfasst zahlreiche Facetten. Vom Bau und Entwickeln, über den Besitz als Betriebsliegenschaft, dem Betrieb und Unterhalt bis zur Finanzanlage und deren Finanzierung ist die Bandbreite äusserst breit. Kommt noch hinzu, dass die Immobilien auch immer mit Emotionen verbunden sind. Traditionen, Gestaltung, Form, Farbe und historisches Bewusstsein – kurz, auch weiche Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Zudem zeigen andere Branchen, dass in jüngster Zeit einige völlig neue Geschäftsmodelle entstanden sind, welche unter anderem dem schnellen Fortschritt der Digitalisierung zu verdanken sind. Diese Entwicklungen treffen natürlich auch für die Immobilienwelt zu.

Alle Berufsbilder in der Immobilienbranche erfordern ein ausgewiesenes Fachwissen. In der Architektur, bei Baufachleuten, in der Bewirtschaftung und bei Immobilienanlagen sind meist fachlich sehr kompetente Personen tätig, von denen viele sich kontinuierlich weiterbilden. Eine breite Palette an Aus- und Weiterbildungsangeboten stellt sicher, dass das Fach-Know-how erhalten und weiterentwickelt wird.

Umfassendes und vernetztes Wissen als zukünftiger Schlüssel des Erfolgs

Die Branche befindet sich in einem Entwicklungs- und Umwandlungsprozess. Ein klar erkennbarer Trend sind verbundene Lösungen entlang der Wertschöpfungskette Immobilien. Die einzelnen Segmente wachsen immer mehr zusammen und verbinden sich mit weiteren Elementen aus anderen Branchen – und damit ändern sich auch die Berufsbilder. Ein Architekt kann sich heute kaum mehr nur noch auf sein Bauprojekt konzentrieren. Er soll beispielsweise auch vertreten und vermitteln können. Er muss auch wissen und verstehen, welche Bedürfnisse sein Vertragspartner hat und welche Überlegungen dieser anstellt. Kurz, er soll sich in die Situation des Bestellers und Investors hineindenken, einfühlen können. Auch bei Bewirtschaftern erkennt man das gleiche Bild. Fachlich korrekte Arbeit abliefern genügt nicht. Das Vermitteln zwischen den meist divergierenden Interessen der Beteiligten gewinnt an Bedeutung. Bewirtschafter müssen zunehmend auch betriebswirtschaftliche und zwischenmenschliche Kenntnisse erlangen, damit er für den Eigentümer zusätzliche Mehrwerte schafft. Vermehrt sollte er auch bei in Entwicklung stehenden Immobilien mitwirken, um später zum Beispiel die Unterhaltskosten tief zu halten. Schliesslich genügt es bei einem Real Estate Investment Portfolio Manager nicht, nur diese Anlageklasse im Detail zu verstehen, er sollte auch einen Überblick über die anderen Anlageopportunitäten haben, damit er Investoren kompetent und umfassend beraten und begleiten kann. Das sind drei von vielen Beispielen, die alle zur gleichen Feststellung führen. Zukünftig sind Fach- und vor allem Führungsleute gefragt, welche über umfassende Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und das vernetzte Denken beherrschen!

Was heisst das konkret? Die Immobilienbranche – wie übrigens auch andere – vernetzt sich immer mehr. Einzellösungen sind bei einfachen Fällen durchaus richtig und angebracht. Sobald sich die Aufgabe komplexer gestaltet, sind vernetztes Denken, breite und insbesondere zusammenhängende Kenntnisse und Erfahrungen zunehmend von grosser Bedeutung. Wer als Führungskraft oder als Unternehmer selbst mit hoher Fachkompetenz im Wettbewerb bestehen will, muss die Zusammenhänge erkennen, vernetzt denken und handeln und ein Verständnis für fachübergreifende Themen und Aufgaben entwickeln.

Wie schliesst man die Lücke?

Es gibt zwei zentrale Wege, welche gemeinsam zum Ziel führen. Der erste ist die praktische Berufserfahrung, wo ein Wissens- und Erfahrungsbaustein nach dem anderen erlangt wird. Die praktische Sachkenntnis, das Erlebte, die Misserfolge sind entscheidende Wissensbausteine. Das genügt aber nicht. Nebst Weiterbildungen in den einzelnen Fachbereichen muss bei zunehmender Verantwortung und Führungsfunktion eine gewisse «Entspezialisierung» erfolgen. Konkret heisst das, dass man sich in andere Bereiche, welche vielleicht nur indirekt mit der Immobilienwirtschaft zu tun haben, auch weiterbilden muss. Hier soll vermehrt ein Schwergewicht gelegt werden.

Der Master in Real Estate Management der HWZ Hochschule für Wirtschaft hat sich genau das in seinem Studiengang auf die Fahnen geschrieben. Nebst dem Ausbau von Fachwissen, wird der Verbreiterung des Wissens, dem Vermitteln von neuen und umfassenden Themen breiten Raum eingeräumt. Fachkräfte, die diesen Anforderungen genügen, dürften im Markt sehr gesucht sein und entsprechend attraktive Stellen finden.

Portrait Claudio Müller

Claudio Müller

Studiengangsleiter

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