April 1, 2026 · 40 Jahre HWZ
Über drei Jahrzehnte an der HWZ: ein Rückblick mit Vorwärtsdrang
36 Jahre an der HWZ: Stefan Eggenberger hat die HWZ über Jahrzehnte nicht nur begleitet, sondern mit viel Engagement, Haltung, konsequenter Praxisorientierung und dem Anspruch, Wirkung zu erzielen, statt nur Inhalte zu vermitteln, mitgeprägt. Im Gespräch erzählt er von diesen Erfahrungen, seiner Leidenschaft für Kommunikation und davon, was ihn bis heute antreibt.
Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.
Stefan, wenn du auf deine 36 Jahre an der HWZ zurückblickst: Was schiesst dir als Erstes durch den Kopf?
Ich denke an Projektlösungen aus Teamseminaren in der Kartause Ittingen und im Kloster Fischingen, die zu echten Inszenierungen wurden und über die Studierende noch Jahre später sprechen.
Und an dieses unglaublich gute Gefühl, Bildung zu liefern, die wirkt, weil sie konsequent in der Realität ansetzt.
Und ein Bild, das bleibt: Dominik Allemann am 14. März 2020. Einen Tag nach dem Bundesratsentscheid («keine Bildung mehr vor Ort») unterrichtet er als erster Dozent der Schweiz im Coronamodus via MS Teams im CAS Corporate Communications with AI HWZ. Dieses Bild hat zurecht grosse Aufmerksamkeit auf den sozialen Kanälen erhalten.
Was bedeutet dir die HWZ nach all den Jahren?
Die HWZ ist für mich eine tatkräftige, flexible und konsequent lösungsorientierte Community, die bewegen und bewirken will. Eine coole Gemeinschaft, die sich an Taten messen lässt, liefert und nicht lafert. Genau dieser Spirit verbindet mich bis heute mit ihr.
Du hast unglaublich viele Stationen in deinem beruflichen Werdegang erlebt. Welche Erfahrung vor der HWZ hat dich nachhaltig geprägt?
Als ich zur HWZ kam, hatte ich bereits erste prägende Erfahrungen im BWL-Studium, im militärischen Engagement sowie in frühen Führungsrollen auf Konzern- und Unternehmensseite im Rucksack.
Weitere entscheidende Stationen folgten parallel zu meiner Dozententätigkeit: neue anspruchsvolle Rollen als Leiter einer Unternehmensberatung, Auslandsaufenthalte, internationale und interkulturelle Kommunikations- und Projektverantwortung als Head of PR der FIFA und später das Unternehmertum mit eigenen Beratungsagenturen.
All das – Erfolge wie Misserfolge – hat meine Arbeit geprägt und prägt meine Lehre an der HWZ bis heute. Praxis, Verantwortung und Realitätssinn sind für mich keine Theoriebausteine, sondern Erfahrungen, die ich direkt einbringen konnte und bis heute einbringe.
Du bist deiner Disziplin dabei immer treu geblieben. Was fasziniert dich an Marketing & Kommunikation bis heute so sehr?
Weil redliche Kommunikation zwei Dinge schafft: gemeinsame Erkenntnisse und die Fähigkeit, daraus Bewegung zu erzeugen. Erst kommt das Verstehen, dann das Vermitteln. Dieser Wertschöpfungskreis aus Erkenntnis und angemessener Kommunikation ist bis heute ein starker Hebel. Und genau diesen möchte ich aktiv mitgestalten.
Du hast viele Generationen von Studierenden begleitet und geprägt: Was hast du von deinen Studierenden gelernt, das geblieben ist?
Von ihnen habe ich vor allem eines gelernt: à jour zu bleiben. Und: Mich mit Neuem auseinanderzusetzen, neue Mittel und Tools auszuprobieren, Perspektiven zu wechseln und Kritik besser einzuordnen.
Und nicht zuletzt: geduldiger mit Menschen umzugehen, die anders denken und ticken – und genau darin eine Stärke zu sehen.
Wenn ehemalige Studierende heute an dich denken: Wofür möchtest du in Erinnerung bleiben – oder wofür wirst du es vermutlich tatsächlich? 😉
Das hängt wohl davon ab, wen du fragst (lächelt). Die Idee war immer: hart in der Sache, fair im Umgang.
Wichtiger ist mir aber etwas anderes: dass Begegnungen, Zusammenarbeit und Interventionen den Studierenden Impulse, Ansätze und Anregungen geben und keine Rezepte. Wenn sie dadurch souveräner, professioneller und selbstverantwortlicher mit ihren anspruchsvollen Situationen im Berufsalltag umgehen können, dann hat sich die Sache gelohnt.
Du bist bekannt für deinen trockenen Humor, dein Engagement, deine klaren Worte und pointierten Aussagen. Genau das prägt auch den HWZ-Podcast stefanundstefan®, den du gemeinsam mit Stefan Vogler vor 6 Jahren aufgebaut hast. Was bedeutet dir dieses Format persönlich?
stefanundstefan® zeigt Haltung, Klarheit und Wirkung in einem Format, das seit sechs Jahren nicht nur redet, sondern verlässlich etwas auslöst. Stefan Vogler und ich haben diesen Podcast ins Leben gerufen, um aufzuzeigen, dass Kommunikation immer drei Dinge braucht: durch Gedanken inspirieren, durch Worte aktivieren und mit Taten mobilisieren.
Du gibst nun einen Teil deiner Verantwortung ab und bleibst uns gleichzeitig als Dozent erhalten. Wie fühlt sich dieser Rollenwechsel zwischen weniger Leitung, aber gleicher Wirkung für dich an?
Rollenwechsel gehören für mich seit jeher dazu. Ich bin mit echter Veränderungskompetenz gross geworden, weshalb ich mich ab Ende April 2026 wieder stärker auf Beratungsmandate sowie Einsätze als Sparringpartner, Coach und Trainer fokussiere. Gemeinsam mit starken Partnern will ich weiterhin bewegen und bewirken.
Und genau diese Erfahrungen fliessen auch zukünftig in die Lehre ein. Für mich ist das ein natürlicher, bewährter Kreislauf: arbeiten, anwenden, zurückspielen.
Zum Schluss: Was möchtest du in den kommenden Jahren bewusst anders machen oder neu lernen?
Mehr Gelassenheit, ohne dabei gleichgültig zu werden. 😊

