May 26, 2026 · 40 Jahre HWZ

Von einem PC zur Cloud: drei Persönlichkeiten, die die IT der HWZ geprägt haben

Was heute selbstverständlich ist, war einmal Pionierarbeit: Internetzugang, Websites, Cloud-Lösungen. Enrico Sandmeier, Helmut Tetzlaff und Ueli Wiederkehr haben diese Entwicklung an der HWZ über Jahrzehnte mitgestaltet – von den ersten digitalen Schritten bis zur strategischen IT von heute. Ein Blick zurück, nach vorn und vor allem auf die Menschen dahinter.

Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.


Was Enrico, Helmut und Ueli verbindet, beginnt lange vor ihrer gemeinsamen Zeit an der HWZ. Bereits in den späten 90er-Jahren kreuzten sich ihre Wege. In einer Zeit, in der das Internet gerade erst begann, den Arbeitsalltag zu verändern.

Über die Jahre ist daraus mehr geworden als eine berufliche Zusammenarbeit: ein eingespieltes Team, das sich vertraut ist, sich ergänzt und sich auch in herausfordernden Situationen aufeinander verlassen kann. Die langjährige gemeinsame Geschichte schafft ein tiefes Verständnis füreinander – fachlich wie menschlich – und bildet bis heute die Basis für eine Zusammenarbeit, die schnell, direkt und lösungsorientiert funktioniert.

«Wir funktionieren einfach als Team», bringt es Enrico Sandmeier auf den Punkt.

Erster Arbeitsplatz: 2003 gab es kurz nach der Eröffnung des Sihlhofs noch keine Möbel in den Büros, daher musste Rico mit der Fensterbank überbrücken. Via Netzwerkkabel transferierte er sämtliche Daten vom SIB und der HWZ von seinem Laptop auf die neuen Server.

Als ein PC noch genügte: Die Anfänge der IT an der HWZ

Rico, du warst von Anfang an dabei: von der Digitalisierung der Druckunterlagen bis zur ersten Website. Wie hast du diese frühen Jahre erlebt?

Am Anfang war alles sehr statisch und vieles musste manuell aufbereitet werden. Die Webseite war einfach und informativ. Der Informatikunterricht fand noch in zwei Computerräumen statt, die regelmässig von Hand gewartet wurden. Um 2005 führten wir WLAN ein – zunächst noch nicht flächendeckend, sondern auf Bestellung über den Hausdienst, der dann jeweils im entsprechenden Schulzimmer einen Access Point installierte.

Als du zur HWZ gekommen bist, Helmut, gab es noch viele manuelle Prozesse und kaum Systeme. Was war damals deine erste Priorität und wo hast du angesetzt?

Mein erstes Projekt war die Einführung der dynamischen Info-Screen-Anzeigen. Damals gab es noch keine elektronische Anzeige der Tagesstundenpläne oder Rauminformationen. Ich habe deshalb eine Lösung aufgebaut, bei der die Daten direkt aus dem damaligen CMS-System übernommen und auf dem Info-Screen im Eingangsbereich angezeigt wurde. Damit wurden aktuelle Stundenplan- und Rauminformationen für Studierende und Dozierende erstmals digital und in Echtzeit sichtbar.

Vom Serverraum zur Cloud: Die grossen Meilensteine

Rico, wenn du auf die letzten zwei Jahrzehnte zurückblickst: Welche technologischen Meilensteine haben die HWZ am stärksten verändert?

Da ist zum einen die Virtualisierung der physischen Serverinfrastruktur, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Dadurch konnten wir die Zeitspanne kürzen, in der Systeme gewartet oder erneuert werden müssen (Downtime), sodass wir heute nur noch selten nachts arbeiten müssen, um den Betrieb nicht zu stören.

2012 führten wir dann die Cloud-Lösung Microsoft Office 365 ein, damit wir unseren – bisher einzelnen – Server für die E-Mails entlasten und bei Bedarf mehr Datenvolumen freischalten konnten. So benötigten wir keine zusätzliche Hardware, sondern konnten diese sogar kontinuierlich abbauen.

Helmut, du hast viele Systeme aufgebaut und automatisiert: vom Intranet bis zu komplexen Plattformen. Was war dabei die grösste Herausforderung?

Die grösste technische Herausforderung war die Integration unterschiedlicher Systeme und Datenquellen. Dabei ging es darum, aus einer Vielzahl manueller Einzelprozesse eine automatisierte Systemlandschaft zu entwickeln. Gleichzeitig erforderte dies eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen Technologien.

Ueli, du bist in einer Phase eingestiegen, in der die IT bereits gewachsen war. Welche strategischen Weichenstellungen hast du seit 2016 vorangetrieben?

Ich verfolge das Ziel, die IT von einer rein verwaltenden Einheit zu einem strategischen Partner für alle Anspruchsgruppen zu entwickeln. Die Basis hierfür war die konsequente Standardisierung der gewachsenen Infrastruktur und die Ablösung von veralteter Hard- und Software (Legacy-Systemen). Nur durch diese Reduktion der Komplexität konnten wir die nötigen Kapazitäten schaffen, um uns intensiv mit den Anforderungen einer modernen Hochschullandschaft auseinanderzusetzen.

Für mich bedeutet moderne IT heute, die digitale Erfahrung von Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden aktiv mitzugestalten. Wir haben Prozesse nicht nur technisch abgebildet, sondern gemeinsam mit den Fachbereichen optimiert, um administrative Hürden abzubauen.

Mein Anspruch ist es, dass die IT als lösungsorientierter Sparringspartner wahrgenommen wird, der den Hochschulalltag durch intuitive und verlässliche Services spürbar vereinfacht.

Ueli Wiederkehr, Leiter IT HWZ

IT als Enabler: Wie die HWZ ihre Haltung lebt

Praxisnähe und Unternehmergeist sind zentrale Werte der HWZ und prägen auch die Arbeit der IT. Statt isoliert im Hintergrund zu agieren, versteht sich das Team als aktiver Partner der Organisation. Lösungen entstehen im direkten Austausch mit Studierenden, Dozierenden und Fachbereichen.

Dabei geht es nicht um Technologie um ihrer selbst willen, sondern um konkrete Wirkung im Alltag. Prozesse werden vereinfacht, Anforderungen pragmatisch umgesetzt und neue Tools gezielt dort eingesetzt, wo sie echten Mehrwert schaffen. Die IT agiert dabei als Wegbereiterin: Sie denkt mit, hinterfragt Bestehendes und übersetzt Bedürfnisse schnell in funktionierende Lösungen.

Diese Nähe zur Praxis ermöglicht es, flexibel auf Veränderungen zu reagieren – sei es im Unterricht, in administrativen Abläufen oder in der Weiterentwicklung der Hochschule.

Ueli, welche Rolle spielt die IT heute für die strategische Entwicklung der HWZ?

Die IT ist für die strategische Entwicklung der HWZ ein strategischer Partner. Durch die Standardisierung unserer Infrastruktur haben wir die nötige Agilität gewonnen, um schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Wir verstehen uns als Unterstützer der Schulleitung und der Fachbereiche, um die strategischen Ziele technologisch umzusetzen und so die Wettbewerbsfähigkeit der HWZ in einem hoch kompetitiven Markt sicherzustellen.

Blick nach vorn: Was die nächsten Jahre bringen

Auch in Zukunft wird die IT eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der HWZ spielen. Ein klarer Fokus liegt dabei auf dem weiteren Ausbau von Cloud-Lösungen sowie auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Während Cloud-Technologien die nötige Flexibilität und Skalierbarkeit schaffen, eröffnet KI neue Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und Effizienz zu steigern.

Gleichzeitig wachsen damit auch die Anforderungen, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und den verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Für die HWZ bedeutet das: Technologien gezielt so einzusetzen, dass sie echten Mehrwert schaffen für Studierende, Dozierende und Mitarbeitende. Und dabei Schritt zu halten mit einer Entwicklung, die immer schneller wird.

Persönlich zurückgeblickt

Wenn du auf deine Zeit an der HWZ zurückblickst: Worauf bist du persönlich am meisten stolz?

Helmut: Ich bin stolz darauf, mich über all die Jahre immer wieder auf neue Technologien und Anforderungen eingestellt zu haben und die IT entsprechend weiterentwickeln zu können. Von einfachen, teilweise manuellen Prozessen hin zu einer modernen, weitgehend automatisierten Systemlandschaft.

Rico: Ein besonders prägender Moment in meiner Zeit an der HWZ war Anfang März 2020, als uns die Corona-Pandemie praktisch über Nacht ins Homeoffice zwang. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir sicherstellen, dass der gesamte Betrieb weiterhin reibungslos funktioniert. Dank unserer bereits virtualisierten Serverinfrastruktur und Microsoft Teams konnten wir schnell reagieren. Innerhalb einer Woche gelang es uns, alle Mitarbeitenden so auszustatten und anzubinden, dass sie von zu Hause aus arbeiten konnten. Diese Situation hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig unsere Vorarbeit in den Bereichen Virtualisierung und Cloud-Lösungen war – und wie gut wir als eingespieltes Team auch unter Druck funktionieren.

Ueli: Am stolzesten bin ich auf den echten Teamgeist, den wir uns erarbeitet haben. Wir sind nicht nur fachlich möglichst optimal abgestimmt, sondern ziehen menschlich an einem Strang. Dass wir uns kritisch hinterfragen können und trotzdem – oder gerade deshalb – als Einheit für den Erfolg der HWZ agieren, ist für mich der grösste Erfolg.

40 Jahre Entwicklung und kein Stillstand in Sicht

Die Geschichte der IT an der HWZ ist eine Geschichte des Wandels – von einzelnen PCs und manuellen Prozessen hin zu einer vernetzten, strategischen Infrastruktur. Vor allem aber ist sie eine Geschichte von Menschen, die diesen Wandel über Jahre hinweg geprägt haben: mit technischem Know-how, unternehmerischem Denken und einem starken Teamgeist. Und genau dieser Geist wird auch in Zukunft entscheidend sein, wenn die nächsten Kapitel geschrieben werden.