Mit Erfahrung die nächste Generation stärken
Warum Elisabeth Dalucas mehr als Leadership unterrichtet
Mit mehr als 20 Jahren Führungserfahrung begleitet Dozentin Elisabeth Dalucas Studierende an der HWZ auf ihrem Weg zu verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten und lebt dabei vor, was sie lehrt. Im Jubiläumsinterview erzählt die Gewinnerin des Best Teacher Award, warum Leadership eine gute Lebensschule ist, welche Fähigkeiten für zukünftige Führungskräfte unerlässlich sein werden und weshalb ein Aufenthalt im Krankenhaus sie nicht daran hindert, zu unterrichten.
40 Jahre HWZ · July 28, 2026
Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.
Als CEO mittelgrosser Organisationen hat Elisabeth Dalucas über 20 Jahre Erfahrung in Führungspositionen gesammelt, unter anderem im Aufbau des KKL Luzern oder als Generaldirektorin des Kursaal Bern. Sie hat sich zur systemischen Beraterin weiterbilden lassen und ist heute Consulting Partnerin im Netzwerk der obs international, wo sie Unternehmen und Führungskräfte berät. Seit 2018 unterrichtet sie an der HWZ Leadership, Change, Organisationsmanagement und Beratung.
Deine Geschichte mit der HWZ begann 2018. Was hat dich damals an die Hochschule geführt und was hat dich dazu bewogen, zu bleiben?
In dieser Zeit hat mich Dr. Dieter Schmid, lange Jahre mein Coach und selbst HWZ-Dozent, angefragt, ob ich Lust hätte, Leadership an der HWZ zu unterrichten. Grundsätzlich hat das gut zu meinen Lebensumständen gepasst, aber ich gebe meine Skepsis ehrlich zu: Leadership für Bachelor-Studierende, die in der Regel noch keine Führungserfahrung sammeln konnten?
Zu meiner Überraschung war/ist es genau das Richtige: sich frühzeitig mit Führungsthemen auseinanderzusetzen, bewahrt hoffentlich später davor, in «Fettnäpfchen» zu treten wie mir das als junge und wenig geschulte Führungskraft passiert ist. Zudem ist die Leadership-Schulung aus meiner Sicht auch eine gute Lebensschule.
Du unterrichtest Leadership, Change, Organisationsmanagement und Beratung. Was begeistert dich daran, gerade diese Themen an zukünftige Fach- und Führungskräfte weiterzugeben?
Mein wichtigstes Motiv ist «paying it forward»: an die nächste Generation weitergeben, was ich alles im Verlauf meiner Karriere von Vorgesetzten, Kolleg:innen, Coaches und Mitarbeitenden erfahren sowie mir auf meinem Lernweg an verschiedenen Universitäten in Zürich, Berlin, Florenz, St. Gallen und Basel aneignen durfte.
Die HWZ steht für praxisnahes Lernen. Wie gelingt es dir, Theorie und Praxis im Unterricht so zu verbinden, dass Studierende nachhaltige Erfahrungen mitnehmen?
Studierende können nicht genug bekommen, wenn es darum geht, aus der Praxis zu berichten. Aufgrund meiner langjährigen beruflichen Erfahrungen fällt es mir leicht, von anspruchsvollen Situationen aus dem Alltag einer Führungskraft zu erzählen.
Gleichzeitig halte ich es aber für zentral, dass die Studierenden auch die wissenschaftlichen Grundlagen kennenlernen. Als Dozentin ist es mir deshalb ausserordentlich wichtig, die Lernenden zu befähigen, sich selbst auch mit Hilfe theoretischer Modelle weiterzubringen – unabhängig von einzelnen, praktisch erfahrenen Stories.
Bachelor Betriebsökonomie HWZ
Start 2x pro Jahr | September & März
Duration 8 Semester | 3 Jahre Hauptstudium, 1 Jahr Vertiefung
Bachelor Business Communications HWZ
Start September
Duration 8 Semester
Bachelor Business Psychology HWZ
Start September
Duration 8 Semester
Bachelor Digital Business & AI HWZ
Start September
Duration 8 Semester
Wenn deine Studierenden den Unterrichtsraum verlassen, was sollen sie idealerweise mehr mitnehmen als Fachwissen?
Den Mut, sich eine Karriere zuzutrauen und sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. Während meiner Studienzeit gab es nur männliche Professoren, so dass ich hoffe, besonders auch weibliche Studierende zu ermutigen.
2024 wurdest du mit dem Best Teacher Award ausgezeichnet. Die Auszeichnung basiert auf dem Feedback der Studierenden. Was bedeutet dir diese Form der Anerkennung besonders?
Echtes Feedback seitens der Studierenden ist selten, sodass ich den Award als eine sehr schöne Rückmeldung zu meinem Unterricht begreife. An dieser Stelle nochmals: Dankeschön an alle Studierenden, aber auch an alle Dozierenden, die sich mit mir austauschen und meine Lehrtätigkeit mit ihrem Know how und ihrer Kompetenz bereichern.
Es kursiert die Geschichte, dass du sogar einmal aus dem Krankenhausbett unterrichtet hast. Was ist damals passiert und warum war es dir wichtig, trotzdem für deine Studierenden da zu sein?
Ich hatte mir nach einer Hüft-Operation einen Infekt eingefangen und musste ziemlich lange im Spital verweilen. Das war nicht besonders schön, aber der Kopf funktionierte. Weshalb also sollten meine Studierenden mitbetroffen sein? Sie haben mir den Spitalaufenthalt sogar erleichtert, und wir kamen via Videocall gut miteinander ins Gespräch.
Leadership verändert sich ständig. Welche Fähigkeiten werden aus deiner Sicht für Führungskräfte der nächsten Generation besonders wichtig?
Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation! Eine Führungskraft muss in der Lage sein, Dialoge konstruktiv zu gestalten, Interaktion zu befördern, Entwicklung anzustossen sowie Sinn zu vermitteln und damit letztlich Mitarbeitende zugunsten von Organisationen zu motivieren.
Wenn du auf deine Zeit an der HWZ zurückblickst: Wie haben sich die Studierenden und das Lernen in den letzten Jahren verändert?
Vorausschauen entspricht mir persönlich mehr: Wie verändert sich Lehren und Lernen mit Künstlicher Intelligenz? Wie werden wir in Zukunft arbeiten und uns als Menschen bzw. als Gesellschaft entwickeln? Direkt auf die HWZ bezogen: Wie werden die neuen Majors ausschauen? Gerne möchte ich Teil der Entwicklung bleiben und weiterhin Leadership & Consulting an der HWZ mitgestalten.
Die HWZ feiert ihr 40-jähriges Jubiläum. Was wünschst du der Hochschule und ihren Studierenden für die nächsten 40 Jahre?
Entwicklung, Engagement und Enthusiasmus – das entspricht auch meinem ganz persönlichen Leadership-Verständnis.
