Forschung an der HWZ
Wie sich die Forschungsabteilung an der HWZ entwickelt hat
Seit über 20 Jahren verbindet die Forschung an der HWZ wissenschaftliche Qualität mit konkretem Nutzen für die Praxis. Was 2003 mit dem Aufbau einer Forschungsabteilung begann, hat sich zu einem wichtigen Pfeiler der Hochschule entwickelt. Wir blicken auf die Anfänge zurück und wie die Forschungsabteilung heute sowie für die Zukunft aufgestellt ist.
40 Jahre HWZ · September 3, 2026
Dieser Artikel ist Teil der Content-Reihe zum 40-Jahre-Jubiläum der HWZ. Wir möchten damit die Vielfalt an Geschichten aus unserer Hochschule aufzeigen sowie welche Themen und Personen die HWZ prägen bzw. geprägt haben.
Als die HWZ Anfang der 2000er-Jahre ihre erste Akkreditierung durchlief, erhielt sie einen klaren Auftrag: Forschung aufbauen. Dies war der Beginn eines Projekts, das die Hochschule bis heute prägt.
Die Ausgangslage war besonders. An einer Hochschule, die bereits stark unternehmerisch und praxisorientiert dachte, sollte eine Forschungsabteilung entstehen, die nicht nur wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, sondern gleichzeitig einen konkreten Nutzen für Unternehmen schafft.
Forschung als Start-up innerhalb der Hochschule
In den ersten Forschungsprojekten standen Fragestellungen aus den Bereichen Banking, Finance und Telekommunikation sowie die Frage, wie Unternehmen ihre Stakeholder erfolgreich in Geschäftsmodelle integrieren können im Zentrum. Die Erkenntnisse fanden ihren Weg in Unternehmen und wurden auch in internationalen Fachzeitschriften publiziert.
Von Anfang an war klar, dass Forschung mehr leisten muss als ausschliesslich oder primär Erkenntnisse für die wissenschaftliche Community zu generieren. Im Gegenteil: deren Ergebnisse sollten vor allem Organisationen dabei helfen, konkrete Herausforderungen zweckorientiert anzugehen und zu lösen. Dieses Verständnis liess über die Jahre eine Forschungskultur entstehen, die angewandte Forschung tatsächlich im Sinne des Wortes als angewandt verstand und darum eng mit der DNA der HWZ verbunden ist. Sie prägt die Forschung an der HWZ bis heute.
Forschung wächst über das Institut hinaus
Als Claude Meier 2008 als Doktorand zur HWZ kam, war die Forschung an der HWZ noch praktisch ausschliesslich am Institut für Strategisches Management konzentriert. Das Team am Institut bestand aus wenigen Forschenden und Doktorierenden, die an verschiedenen Universitäten promovierten und ihre Forschung an der HWZ vorantrieben.
Die Forschung wurde engagiert betrieben, die akademisch-thematische Ausrichtung war schon zu jener Zeit interdisziplinär, da die Forschenden von verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen stammten. Gleichzeitig war die Forschung damals innerhalb der Hochschule ziemlich isoliert. Mit der Zeit wurde immer deutlicher, dass die Forschung stärker in die gesamte Organisation getragen werden musste.
Ein wichtiger Wendepunkt folgte im Rahmen der institutionellen Weiterentwicklung der HWZ rund um die Akkreditierung 2018. Die neu geschaffene Fachstelle für Wissenschaftsmethodik – später das Center for Research & Methods – erhielt unter der Leitung von Claude Meier den Auftrag, Forschung in weitere Departemente zu bringen.
Neu wurden forschungsinteressierte Dozierende und Mitarbeitende bei Entwicklung und Umsetzung eigener Projekte durch dieses Center unterstützt. Anschubfinanzierungen, Beratungen und Begleitungen sorgten dafür, dass Forschung schrittweise breiter verankert wurde.
Die Forschung gelangte durch den Einbezug und die Beteiligung von Dozierenden und Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Departementen viel stärker ins organisationale Bewusstsein.
Mit dieser Öffnung veränderte sich die Forschung an der HWZ grundlegend. Neue Themenfelder entstanden, weitere Departemente wurden forscherisch aktiv und die Hochschule baute ihre Kompetenzen im Bereich der angewandten Forschung kontinuierlich aus.
Parallel dazu gewann das Center for Research & Methods selbst wertvolle Erfahrungen in praxisnahen Forschungsprojekten. Durch vermehrte und stets vertiefende Kooperationen mit Unternehmen, Hochschulen und Förderinstitutionen entstanden neue Netzwerke und Kompetenzen, von denen die HWZ bis heute profitiert.
Heute zählt das Center for Research & Methods sieben Mitarbeitende, alles Expert:innen auf ihrem methodischen und fachlichen Gebiet. Neben der Forschung ist auch das Thesis Management sowie die Lehre zu Wissenschaftsmethodik beim Center angesiedelt.
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Praxisnähe als wissenschaftlicher Anspruch
Während viele Hochschulen ihre Forschungsleistung primär an wissenschaftlichen Publikationen messen, orientiert sich die Forschung der HWZ konsequent an Fragestellungen aus Unternehmen und Organisationen. Wissenschaftliche Methoden werden dabei als Werkzeug verstanden, um reale Herausforderungen in der Praxis zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln.
Auf diese Weise wird neues anwendungsorientiertes Wissen geschaffen, das für die Unternehmen und Organisationen effektiven Nutzen stiftet. Gleichzeitig fliesst der transferierbare Teil der Forschung und seiner Ergebnisse in die Lehre ein, wo mit unseren Studierenden aus der Praxis darüber diskutiert wird sowie neue Ideen entstehen und Optionen entdeckt werden.
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Forschung als strategischer Pfeiler der Zukunft
Seit 2026 besteht mit der Forschungskoordination eine zusätzliche zukunftsweisende Aufgabe. Ziel ist es, Forschung noch stärker und in jedem Departement zu verankern sowie Forschenden attraktive Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Das Center for Research & Methods übernimmt diese Aufgabe, indem es die Forschung übergeordnet koordiniert und die Departemente bei der Weiterentwicklung der Forschung unterstützt.
Konkret stellt es Methodenkompetenz, Infrastruktur und Beratung bereit und unterstützt den Aufbau von Forschungskompetenz und -teams in den verschiedenen Fachbereichen.
Diese neue Ausrichtung zahlt sich aus: Allein in den vergangenen Monaten wurden mehrere und so viele Innocheck-Projekte (ein Fördermittel der Innosuisse) gewonnen wie noch nie, die von unterschiedlichen Departementen eingereicht wurden. Die Themen sind vielfältig und reichen von Detailhandel, Marketing, Strategie, Umfragetechniken, Baugewerbe sowie Immobiliensektor bis zu Gastronomie, Banking und Leadership. Auch verschiedene, von Privaten in Auftrag gegebene Projekte, konnten gewonnen werden.
Die Forschung erhält so innerhalb der Hochschulstrategie noch mehr Gewicht. Sie trägt nicht nur zur Wissensentwicklung bei, sondern stärkt auch die Verbindung zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft. Neue Erkenntnisse fliessen direkt in die Lehre ein und schaffen einen Mehrwert für Studierende, Unternehmen und Partnerorganisationen.

