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Smarte Helfer

KI-Agenten: Wo kommen sie her und wie sehen sie heute aus?

KI-Agenten übernehmen heute längst mehr als einzelne Chat-Anfragen: Sie orchestrieren ganze Workflows, greifen auf Unternehmenswissen zu und erledigen komplexe Aufgaben zunehmend autonom. Mit Konzepten wie Makro-Delegation, Loop Engineering und agentischen Multi-Agenten-Systemen verändert Agentic AI die Art, wie Unternehmen arbeiten. Cyril Imhof, Studiengangsleiter des CAS Agentic AI an der HWZ, zeigt die Entwicklung von KI-Agenten auf und welche technologischen Durchbrüche, Herausforderungen und Kompetenzen für Unternehmen jetzt entscheidend sind.

Wissen · July 13, 2026

Aus Frage-Antwort-Chatbots werden autonome KI-Agenten mit steigender Ausführungszuverlässigkeit. Ihre autonome Ausführungsdauer wächst von Sekunden (2024) über Minuten (2025) zu bald mehreren Stunden (2026) und eröffnet in nahezu allen Branchen neue Kollaborationsformen.

Klassische Chatbots folgen der Mikro-Delegation: Jede Teilaufgabe braucht einen präzisen User-Prompt mit Antwort in Sekunden. Bei Dutzenden Schritten wird das ineffizient, eine Makroebene fehlte. Makro-Delegation dreht dies um: Professionals und Manager:innen lancieren mit einem einzigen Arbeitsziel zusammenhängende Workstreams. Die Agenten orchestrieren daraufhin selbstständig alle Teilschritte, von der Datensammlung (PDFs, Datenbanken, Excel, interne Systeme) bis zur Generierung holistischer Artefakte (Code, Office-Dokumente, E-Mails). Die Mikro-Steuerung bleibt beim Menschen, der Zwischenergebnisse validiert und nachjustiert.

Agentic AI Framework-Grafik
Makro-Delegation mit Mikro-Steuerung im rollenspezifischen Workspace

Der Ansatz umfasst im Kern folgende Elemente:

Noch mehr Informationen zu KI-Agenten und wie diese digitalen Assistenten unsere Arbeit verändern findest du im Artikel von Sven Ruoss:

Was können KI-Agenten heute?

Da der grösste Fortschritt bei der Code-Generierung liegt, erzeugen Agenten bereits sämtliche gängigen Artefakte und führen erste autonome Arbeiten aus. Mit der nächsten Modelliteration – absehbar Herbst 2026 – dürften Abläufe erstmals über Stunden statt Minuten laufen. Einen Vorgeschmack lieferte Claude Fable 5 / Mythos 5, mit Nachfolgemodellen auf Basis der neuesten NVIDIA‑Chips u. Ä. dann vorausschauend erstmals Tage statt Stunden (Prognose 2027) respektive Wochen statt Tage (Prognose 2028).

Wie baut man mit KI-Agenten und schätzt den Fortschritt ein?

  • Modulares, LLM-agnostisches Bauen für das übernächste Modell in 6–9 Monaten macht Sinn.

  • Aufschluss gibt auch die KI-Hardware: Heutige Produktivmodelle wurden nicht auf den modernsten NVIDIA- oder AMD-Chips Platformen trainiert (z. B. NVIDIA Vera Rubin oder Feynman), sondern auf deren Vorgängern.

  • Auch verbessern sich LLM’s tendenziell immer mehr selbst, sogenanntes «recursive self-improvement». So werden absehbar Releasezyklen weiter verkürzt.

Loop Engineering

Die Entwicklung fand vom Prompt Engineering (2024) über Context Engineering (2025) und Harness Engineering (2026) bis zum neusten Phänomen im Juli 2026, dem Loop Engineering, statt.

Statt jeden Schritt einzeln zu prompten, gestaltet man zunehmend Loops, die den Agenten selbst prompten. Zyklen aus Arbeit, die bis zu einer definierten Stopp-Bedingung wiederholt werden. Hier können verschiedene Loop-Typen unterschieden werden: turn-basiert (manuell pro Prompt), zielbasiert (bis ein verifizierbares Kriterium erfüllt ist), zeitbasiert (in Intervallen) und proaktiv (ereignisgesteuert, ohne Mensch, in Echtzeit).

Genau hier materialisiert sich Makro-Delegation: «Ich prompte nicht mehr, ich schreibe Loops».

3 aktuelle Herausforderungen aus der Praxis

Trotz besserer Trainingsdaten, Chips und «Token-Fabriken» sowie PhD-Level-Intelligenz bleiben operative Hürden bei der Einführung, hier einige Challenges:

Wie reagiert die Schweizer Wirtschaft?

Der Trend ist eindeutig, doch die Massenadoption hinkt der Komplexität hinterher. Professionals und Manager:innen delegieren künftig auf Makroebene und steuern die Ausführung auf Mikroebene. Ihre Rolle wandelt sich zur überwachenden, beratenden Expertenfunktion, während Agenten die operative Last stemmen. Datenschutzkonform und, wo nötig, zu 100 % in der Schweiz. Das verlangt ein signifikantes Upskilling praktisch jeder Workforce.

Loops zu engineeren, ROAI messbar zu machen und interne Agentic Software Factories aufzubauen zur Reduktion des Externen IT Spends sind gegenwärtig einige der vielen Kernthemen.

Bald können Agenten auch mit @AgentName holistisch in Microsoft Teams Chat «leben» und so organisationsübergreifend 24/7 zur Verfügung stehen und eben nicht mehr einzeln pro User auf dem Desktop.

KI-Upskilling in der Ära smarter KI-Agenten

Echtes Bauen und Anwenden hält am Ball. Allein im Q1/2026 releaste Anthropic Claude Cowork, Claude Code, Claude Design, Claude Managed Agents, Claude Security, Claude for Sales, respektive OpenAI Codex und auch OpenClaw war im Trend anfangs Jahr. Gleichzeitig führte der weltweite Ban der US-Regierung von Fable 5 von Anthropic für Furore.

Entscheidend ist demnach weniger, ein Tool zu meistern, als ein mentaler Paradigmenwechsel: Echte «AI-natives» denken über Produktivität hinaus ins Capability Enabling.

AltNeu
«Wir zielen auf 20 % Produktivitätssteigerung eines FTE.»«Ein FTE ist mit Agenten capabler als ganze Strukturen und sollte als Leverage-Holder für Agentic AI upgeskillt werden.»
«Wir integrieren Copilots in bestehende Workflows.»«Wir erschaffen eine queryable Unternehmung, in der Agenten als KI-Operating-System (KIOS) jederzeit auf alle Komponenten zugreifen.»

LLM-Councils als Ausblick

Statt eines einzelnen Modells beraten künftig mehrere, teils unterschiedliche LLMs parallel über dieselbe Aufgabe und aggregieren ihre Antworten zu einem robusteren Ergebnis. Wie in einem Gremium gleichen sich Schwächen und Bias einzelner Modelle aus. Wie oben erwähnt «sitzen» in diesen Councils ein Mix von OpenSource wie auch ClosedSource LLM’s.

Im Zentrum ist und bleibt der Mensch: neu als Makro-Delegator mit Mikro-Steuerung. Er ist Orchestrator, Brainstormer, Evaluator, Dirigent von KI-Agenten und Empfänger vom Entscheidungskonsens aus dem LLM-Council.

Der nächste Quantensprung heisst Agentic AI

Wissensarbeit transformiert sich zum Management autonomer AI Agents mit nahezu unbegrenzter künstlicher Intelligenz. Im CAS Agentic AI HWZ wirst du befähigt, das vielversprechende Potenzial von Agentic AI in deinem beruflichen Umfeld strategisch smart, innovativ und verantwortungsvoll zu erschliessen.