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Zwei HWZ-Absolventen über ihre Selbstständigkeit

Wie aus einer Studienidee vor 20 Jahren die active care ag entstand

Was als Diplomarbeit an der HWZ begann, wurde zum Fundament eines Unternehmens, das heute auf 20 Jahre Geschichte zurückblickt. Martin Brunner und Ivo Nater, Absolvierende der HWZ, gründeten die active care ag während ihres Bachelor Betriebsökonomie an der HWZ. Ihre Diplomarbeiten bildeten die Grundlage für das Geschäftsmodell. Einige Jahre später und zum 40-jährigen Jubiläum der HWZ blicken wir gemeinsam mit ihnen auf einen Weg zurück, der Studium, Unternehmertum und eine langjährige Verbindung zur HWZ verknüpft.

40 Jahre HWZ · October 5, 2026

Während ihres Betriebsökonomie-Studiums an der HWZ entwickelten die beiden die Grundlagen für das Geschäftsmodell, mit dem sie später die active care ag gründeten. Heute, 20 Jahre später, blicken die beiden Gründer deshalb nicht nur auf zwei Jahrzehnte active care ag zurück, sondern auch auf die Anfänge: auf ihre Studienzeit an der HWZ, den Schritt in die Selbstständigkeit und die Erfahrungen, die sie auf ihrem unternehmerischen Weg geprägt haben. 

Eine Idee wird zum Unternehmen

Ivo und Martin, eure gemeinsame Geschichte beginnt während eures Betriebsökonomie-Studiums an der HWZ vor 20 Jahren. Wie entstand damals die Idee, aus eurer Diplomarbeit ein eigenes Unternehmen zu gründen? 

Wir haben uns 2004 während unseres Studiums an der HWZ in Zürich kennengelernt. Wir hatten damals mit der Winterthur Versicherungen (ab 2007 AXA) den gleichen Arbeitgeber und haben relativ schnell gemerkt, dass wir uns fachlich und persönlich gut ergänzen. Im Studium haben wir dann viele Projekte miteinander durchgeführt und uns dabei immer besser kennengelernt.

Wir waren beide sehr engagiert und haben auch ausserhalb der eigentlichen Studienarbeiten viel Zeit miteinander verbracht. Aus unseren gemeinsamen Projekten und fachlichen Diskussionen entstand schliesslich die Idee, uns intensiver mit dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) auseinanderzusetzen. Die Versicherungsbranche war im Wandel und die Gesundheit der Mitarbeitenden stand dabei im Mittelpunkt. Ein erfolgreiches Unternehmen ist auf leistungsfähige und vor allem gesunde Fachkräfte angewiesen. 

In unseren beiden Diplomarbeiten konnten wir nachweisen, dass Unternehmen mit gesunden Mitarbeitenden nicht nur einen Wettbewerbsvorteil haben, sondern auch die Versicherungskosten reduzieren können. Dabei haben wir den Unterschied von Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement analysiert und hergeleitet.

Für uns waren zwei Aspekte zentral:

  • Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (Strukturen und Prozesse) stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung dar.

  • Und der BGM-Wirkungsgrad ist am besten, wenn als Sparringpartner die Pensionskasse involviert ist. Damals waren meistens die Krankentaggeldversicherer im BGM aktiv.

Letztlich waren wir überzeugt, dass genau darin die Chance besteht, unser Geschäftsmodell auf diese beiden Facetten auszurichten. Dies sollte der USP von active care ag werden!

Martin Brunner und Ivo Nater mit ihrer Abschlussarbeit.

Was hat euch damals den Mut gegeben, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Unser beruflicher Rucksack war gut gefüllt und wir waren zu jener Zeit beide in Kaderfunktionen angestellt. Die klare Vision, den künftigen Strukturwandel in der Versicherungsbranche zu nutzen, half uns. Wir waren überzeugt, dass die damalige Ausgangslage uns einen Marktvorteil bringen würde und wir unser Businessmodell darauf ausrichten müssen.

Zusammen mit unserem damaligen Arbeitgeber haben wir schlussendlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bis heute nie bereut. Am Schluss brauchte es jedoch eine grosse Portion Courage, den letzten Schritt zu gehen und als Familienvater die gut bezahlten Anstellungen aufzugeben.

Eure Diplomarbeiten waren die Grundlage für das spätere Unternehmen. Wie wichtig war die HWZ auf dem Weg in die Selbstständigkeit dabei?

Die HWZ war für die Entstehung der active care ag enorm wichtig. Wir haben uns bereits während des Studiums intensiv mit dem BGM beschäftigt und unsere Diplomarbeiten dazu geschrieben. Wir konnten unsere Problemstellungen in der Projektphase mit erfahrenen HWZ-Dozierenden besprechen. Die wertvollen Inputs haben wir sehr gerne aufgenommen. Der Praxisbezug der HWZ half uns bei der Entwicklung und hierfür sind wir dankbar. Eine Idee zu haben ist das eine, den Schritt ins Unternehmertum mit allen Konsequenzen das andere.

Was aus dem Studium geblieben ist

Welche Inhalte, Kompetenzen oder Erfahrungen aus der Studienzeit begleiten euch noch heute im unternehmerischen Alltag? 

Wie erwähnt, war der Praxisbezug im Studium an der HWZ für uns enorm wertvoll. Speziell die Case Studies haben uns besonders geholfen. Wir haben stets den Bezug zu unserem Businessmodell gesucht. Das erlernte Wissen zum methodischen und strukturierten Vorgehen stellt für uns auch nach 20 Jahren eine wichtige Grundlage zur weiteren Unternehmensentwicklung dar. Last but not least sind einige wunderbare Freundschaften zu Mitstudierenden und Dozierenden entstanden, welche wir sehr schätzen und pflegen.

Wenn ihr nochmals am Anfang stehen würdet: Was würdet ihr heute anders machen?

Kurz nach der Unternehmensgründung brach die Finanzkrise in den Jahren 2007–2008 aus und stellte unseren Businessplan gründlich auf den Kopf. Die damalige geopolitische Lage mit den trüben wirtschaftlichen Aussichten machte uns zu schaffen. Wir liessen uns damals durch die schlechten Marktaussichten etwas arg einschüchtern. Mit dem heutigen Wissen von 20 Jahren Markterfahrung würden wir mutiger agieren und uns weniger verunsichern lassen.

Welchen Rat würdet ihr jemandem geben, der während des Studiums mit dem Gedanken spielt, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Die Studienzeit bietet ein hervorragendes Zeitfenster für ein Start-up. Man kann das erlernte Wissen konkret anwenden und die Geschäftsidee im Austausch mit den Studierenden und Dozierenden reflektieren. Ein Ratschlag, auf den wir uns immer verlassen konnten:

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Martin Brunner und Ivo Nater mit ihrer Studiengruppe im Bachelor Betriebsökonomie HWZ.

Die Verbindung zur HWZ heute

20 Jahre nach eurer Gründung seid ihr noch immer mit der HWZ verbunden – unter anderem durch Marina Villa, ehemalige Dozentin der HWZ, die euren Jubiläumsabend moderiert. Was bedeutet euch diese langjährige Verbindung?

Diese Verbindungen sind für uns sehr bedeutsam. Marina Villa ist eine unserer wichtigsten Wegbegleiter. Weitere HWZ-Dozierende wirkten aktiv mit und unterstützen uns im Fachbeirat mit Rat und Tat. Dem HWZ-Standort blieben wir verbunden, indem wir 2012 eine Präventionstagung im Auditorium Sihlhof veranstalteten. 

Wenn ihr heute auf die vergangenen 20 Jahre zurückblickt: Was macht euch besonders stolz? :)

Besonders stolz sind wir auf unsere langjährigen und vertrauensvollen Kundenbeziehungen. Drei von unseren ersten fünf Kundinnen und Kunden gehören noch heute dazu. Diese hohe Kundentreue zeichnet die active care ag aus und ist das Fundament für die weiteren Unternehmensentwicklungen und Innovationen. Unserer Servicequalität schenken wir grosse Beachtung und sie gibt uns in der Unternehmensberatung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Wenn ihr eure Geschichte heute in einem Satz zusammenfassen müsstet: Was würdet ihr zwei Studierenden sagen, die gerade an ihrer eigenen Diplomarbeit arbeiten und vielleicht noch nicht wissen, wohin sie führen wird?

Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Unser Traum als Unternehmer konnten wir verwirklichen. Am Schluss sind die Dienstleistungsqualität und der Durchhaltewillen die beiden entscheidenden Faktoren.


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