June 17, 2026 · Campus
Departementsleiter Dr. Urs Jäckli erhält den Titel «Professor HWZ»
Ende Mai verlieh der Fachhochschulrat der HWZ Dr. Urs Jäckli, Leiter Departement Ausbildung und Mitglied der Hochschulleitung, den Titel «Professor HWZ». Damit würdigt die Hochschule seinen langjährigen Einsatz in Lehre, Praxis und Hochschulentwicklung sowie seinen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ausbildung an der HWZ.
Was bedeutet der Titel «Professor HWZ»?
Der Titel «Professor HWZ» wird an Mitarbeitende der HWZ verliehen, die sich durch besondere Leistungen in Lehre, Praxis und Hochschulentwicklung auszeichnen und mit ihrem Engagement Wirkung über die Hochschule hinaus entfalten. Die Verleihung erfolgt auf Grundlage eines Reglements und setzt unter anderem einen Hochschulabschluss, wissenschaftliche Qualifikation, hochschuldidaktische Kompetenz sowie mehrjährige Berufserfahrung voraus.
Der Professurtitel der HWZ trägt dabei bewusst die Handschrift einer praxisorientierten und unternehmerischen Hochschule: gewürdigt werden nicht nur akademische Leistungen, sondern insbesondere die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen und damit einen konkreten Beitrag für Wirtschaft, Gesellschaft und die Weiterentwicklung der Hochschule zu leisten. Der Titel steht damit für angewandte Wissenschaft und für Persönlichkeiten, die ihr Wissen wirksam machen.
Urs Jäckli hat nach einstimmiger Meinung des Fachhochschulrates die Vergabekriterien bestens erfüllt, weshalb ihm der Titel verliehen wurde.
Ein Weg, der an der HWZ begann
Urs Jäckli ist ein HWZ-Kind durch und durch: Er absolvierte hier seinen Bachelor in Betriebsökonomie, nahm am HWZ International Management Program an der University of Virginia Darden School of Business teil und studierte anschliessend den Master of Science in Business Administration/Strategic Management. Zur Krönung folgte ein Doktorat an der University of Southern Queensland – einer Partneruniversität der HWZ – in Business Administration.
Noch während seiner Promotion wurde er Studien- und Projektleiter an der HWZ und lernte die Institution von einer neuen Seite kennen: zunächst als Dozent und Programmverantwortlicher, später als Departementsleiter und Mitglied der Hochschulleitung.
Dass er dadurch an Themen mitwirken kann, die ihn als Student einst beschäftigt hatten, sieht er als Glücksfall: «Als Student hatte ich eine bestimmte Vorstellung davon, wie eine Hochschule funktioniert oder funktionieren sollte. Mein beruflicher Weg an der HWZ war nicht geplant, aber er hat mir eine Perspektive gegeben, die ich nicht missen möchte: die des ehemaligen Studenten, der weiss, worauf es wirklich ankommt.»
Heute leitet Urs Jäckli das Departement Ausbildung und verantwortet sämtliche Bachelor- und Master-of-Science-Studiengänge der HWZ. Als Mitglied der Hochschulleitung bringt er die Perspektive der Ausbildung in strategische Entscheide ein und trägt dazu bei, dass sich inhaltliche Weiterentwicklungen auch organisatorisch und personell erfolgreich umsetzen lassen.
Praxisnah lehren, Bildung weiterentwickeln
Mit dem Titel «Professor HWZ» wird Urs Jäckli für sein Engagement in Lehre, Praxis und Hochschulentwicklung ausgezeichnet. Er bringt langjährige Führungserfahrung aus der Wirtschaft mit und lässt diese direkt in seine Lehre einfliessen. Entscheidungen unter Unsicherheit, Führung in Widersprüchen, Scheitern und Neuausrichten werden dadurch nicht nur theoretisch vermittelt, sondern anhand realer Erfahrungen greifbar gemacht. Ergänzt wird dieser Praxisbezug durch seine Beratungsmandate.
Daneben setzt er sich für ein konsequent studierendenzentriertes Lernen ein. Ihm geht es darum, Lernprozesse so zu gestalten, dass sie effektiv und effizient sind. Das bedeutet, didaktische Entscheidungen evidenzbasiert zu treffen, Prüfungsformate kritisch zu hinterfragen und den Mut aufzubringen, liebgewonnene Gewohnheiten loszulassen.
Für seine Lehrtätigkeit wurde Urs Jäckli 2022 mit dem Best Teacher Award ausgezeichnet.
Was ihn in der Lehre antreibt, ist der Moment, in dem Studierende merken: «Das betrifft mich.» Vorher bleibe vieles Lernstoff, der oberflächlich bleibt, weil er nicht ans Herz geht. «Deshalb versuche ich, Relevanz spürbar zu machen: durch Praxisnähe, durch echte Fragestellungen, durch Widersprüche, die keine fertigen Antworten haben. Und ja, auch durch Spass und Engagement. Wer mit Freude lernt, lernt tiefer. Was einmal bedeutsam geworden ist, bleibt.»
Für Urs Jäckli gehört es zu den wichtigsten Aufgaben einer Hochschule, sicherzustellen, dass Fähigkeit und Engagement über den Zugang zu Bildung entscheiden und nicht Herkunft oder persönliche Umstände. Immer wieder erlebt er an Abschlussfeiern die Dankbarkeit von Eltern, dass ihre Kinder über die Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems und das Studienmodell der HWZ einen Weg gefunden haben, der ihnen sonst vielleicht verschlossen geblieben wäre. Hinter jedem Studienabschluss steht für Urs Jäckli eine individuelle Geschichte. Diese Überzeugung prägt sein Verständnis von Bildung und seinen Einsatz für die Studierenden der HWZ.
Erfolg zeigt sich für Urs Jäckli deshalb nicht allein im Studienabschluss, sondern darin, wo die Absolvierenden fünf oder zehn Jahren später stehen, welche Verantwortung sie übernehmen und welche Türen sich ihnen durch ihre Ausbildung geöffnet haben.
Der Titel ist für mich eine Verpflichtung. Er steht für einen Anspruch an die Qualität der Lehre, an die Ernsthaftigkeit, mit der ich Studierende begleite, und an die Verantwortung gegenüber einer Institution, der ich selbst viel verdanke.
Studiengänge für eine Welt im Wandel
In den kommenden Jahren möchte Urs Jäckli die Studiengänge so gestalten, dass sie nicht nur den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes entsprechen, sondern auf eine Zukunft vorbereiten, die wir noch nicht vollständig kennen. Das bedeutet mehr Flexibilität in den Strukturen, mehr Mut bei den Inhalten und die Bereitschaft, auch unbequeme Fragen zu stellen: Was von dem, was wir heute lehren, hat in fünf Jahren noch Bestand?
Besonders intensiv beschäftigt ihn die sinnvolle Integration von Künstlicher Intelligenz in den Lernprozess. Seine Vision ist eine KI als personalisierter Tutor, der Wissensvermittlung übernimmt und individuell anpasst. Dadurch entsteht mehr Raum für das, was eine Hochschule wie die HWZ wirklich auszeichnet: die direkte Begegnung, die gemeinsame Auseinandersetzung mit komplexen Problemen sowie das Denken und Entscheiden unter realen Bedingungen.
Urs Jäckli betont: «Wissensvermittlung via KI oder Online-Formaten auf der einen Seite, Anwendung und Reflexion im Präsenzunterricht auf der anderen. Das ist für mich kein Widerspruch, sondern ein Modell, das Employability wirklich stärkt.»
Für Urs Jäckli steht ausser Frage, dass KI die Bildungslandschaft verändern wird. Gerade deshalb sieht er Hochschulen in der Verantwortung, jene Fähigkeiten ins Zentrum zu stellen, die sich nicht automatisieren lassen: Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, in unstrukturierten Situationen zu handeln. «Wer das verschläft, bildet für eine Welt aus, die es so nicht mehr gibt.»






