Entwicklung in der Führungsweiterbildung
Erstmals mehr Frauen als Männer in Führungsweiterbildung an der HWZ
Während Frauen in Führungspositionen der Schweizer Wirtschaft weiterhin untervertreten sind, zeigt sich an der HWZ eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Beteiligung von Frauen an führungsbezogenen Weiterbildungen nimmt seit Jahren zu und hat 2025 erstmals dazu geführt, dass mehr Frauen als Männer in diesen Studiengängen abgeschlossen haben. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Wandel künftig auch in den Führungsetagen der Unternehmen widerspiegeln wird.
Forschung · August 10, 2026
- Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
- Erstmals mehr Frauen als Männer in Führungsweiterbildungen
- Über dem HWZ-Durchschnitt und über dem Arbeitsmarkt
- Warum diese Entwicklung relevant ist
- Weiterbildung als Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Führungskräfte
- Ausblick
- Quellen & weiterführende Informationen
Frauen übernehmen in der Schweizer Wirtschaft nach wie vor seltener Führungsverantwortung als Männer. Aktuelle Studien – wie der Schilling-Report oder die Advance-Studie – zeigen, dass insbesondere auf den oberen Hierarchiestufen noch immer deutliche Unterschiede bestehen. Umso spannender ist der Blick auf die nächste Generation von Führungskräften.
Die Auswertung der HWZ zeigt: Erstmals schlossen 2025 mehr Frauen als Männer eine führungsbezogene Weiterbildung an der HWZ ab. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich bereits seit mehreren Jahren abzeichnet und auf eine zunehmende Beteiligung von Frauen an Leadership-Weiterbildungen hinweist.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
Der Frauenanteil in führungsbezogenen Weiterbildungen der HWZ stieg von 25 % im Jahr 2015 auf 52 % im Jahr 2025.
2025 schlossen erstmals mehr Frauen als Männer eine führungsbezogene Weiterbildung an der HWZ ab.
Der Frauenanteil liegt in diesen Programmen inzwischen über dem Frauenanteil aller HWZ-Abschlüsse in der Aus- und Weiterbildung.
Auch im Vergleich zum Schweizer Arbeitsmarkt weist die HWZ einen höheren Frauenanteil in ihren führungsbezogenen Weiterbildungen auf als in KV-Berufen mit Führungsverantwortung.
Die Entwicklung zeigt, dass Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Förderung zukünftiger Führungskräfte leisten kann.
Erstmals mehr Frauen als Männer in Führungsweiterbildungen
In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Frauenanteil in führungsbezogenen Weiterbildungen der HWZ deutlich erhöht. Lag er 2015 noch bei rund 25 %, erreichte er 2025 erstmals 52 %. Gleichzeitig stieg die Anzahl weiblicher Abschlüsse von 10 auf 91. Damit schlossen erstmals leicht mehr Frauen als Männer eine entsprechende Weiterbildung an der HWZ ab.
Die Zahlen zeigen eine kontinuierliche Entwicklung und keinen kurzfristigen Ausschlag. Über mehrere Jahre hinweg hat sich der Frauenanteil den männlichen Absolventen angenähert und sie 2025 erstmals knapp übertroffen.
Über dem HWZ-Durchschnitt und über dem Arbeitsmarkt
Die Entwicklung ist auch im Vergleich zu anderen Kennzahlen bemerkenswert. Während der Frauenanteil über alle Abschlüsse der HWZ in der Aus- und Weiterbildung im Jahr 2025 bei 46 % lag, erreichte er in den führungsbezogenen Weiterbildungen bereits 52 %. Frauen sind in diesen Programmen damit stärker vertreten als im Durchschnitt aller HWZ-Abschlüsse in der Aus- und Weiterbildung.
Auch im Vergleich zum Schweizer Arbeitsmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild. Gemäss Bundesamt für Statistik lag der Frauenanteil in KV-Berufen mit Führungsverantwortung 2024 bei 44 %. In den führungsbezogenen Weiterbildungen der HWZ bewegte sich dieser Anteil aber bereits zwischen 47 und 52 %.
Was die Zahlen zeigen und was nicht
Die Auswertung erlaubt keine Aussage darüber, wie viele Absolventinnen später tatsächlich eine Führungsfunktion übernehmen. Sie zeigt jedoch, dass sich heute deutlich mehr Frauen gezielt auf Führungsaufgaben vorbereiten als noch vor zehn Jahren. Die Weiterbildung kann damit einen wichtigen Beitrag leisten, den Pool potenzieller Führungskräfte zu erweitern.
Die Entwicklung zeigt, dass immer mehr Frauen gezielt in ihre Führungskompetenzen investieren. Eine gezielte Weiterbildung führt dabei nicht automatisch zu mehr Frauen in Führungspositionen, sie ist aber eine wichtige Voraussetzung dafür.
CAS Women Leading Digital HWZ
Start August 2026
Duration 1 Semester
CAS High Impact Leadership HWZ
Start Jeweils im September
Duration 17 Tage
CAS Empowering Leadership HWZ
Start Jeweils im Oktober
Duration 16 Tage
CAS Leadership & AI HWZ
Start November
Duration 16 Tage
Warum diese Entwicklung relevant ist
Die positive Entwicklung an der HWZ steht einer Realität gegenüber, die in vielen Unternehmen weiterhin anders aussieht.
Ergebnisse der Advance-Studie
Eine Studie des Forschungsteams an der HWZ im Auftrag von Advance zeigt, dass Frauen in Führungs- und Entscheidungsfunktionen von Schweizer KMU weiterhin deutlich untervertreten sind. Während sich die Geschlechterverteilung auf Nicht-Kaderstufe weitgehend ausgleicht, sinkt der Frauenanteil mit jeder höheren Hierarchiestufe. Auf oberster Kaderstufe beträgt er lediglich 23 %.
Die Studie zeigt zudem, dass strukturelle und kulturelle Faktoren den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen weiterhin erschweren.
Erkenntnisse aus dem Schillingreport 2026
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der Schillingreport 2026. Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der grössten Schweizer Unternehmen liegt bei 22 %. Gleichzeitig hat sich die Entwicklung zuletzt verlangsamt, und der Anteil weiblicher Neubesetzungen in Geschäftsleitungen ist zurückgegangen.
Die Zahlen aus beiden Studien verdeutlichen: Frauen sind in Führungs- und Entscheidungsfunktionen weiterhin deutlich untervertreten. Umso relevanter ist die Frage, wie sich der Nachwuchs für zukünftige Führungsrollen entwickelt.
Weiterbildung als Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Führungskräfte
Als Hochschule für Wirtschaft begleitet die HWZ Menschen dabei, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln und Führungsverantwortung zu übernehmen. Weiterbildung schafft Fachwissen, stärkt Führungskompetenzen und eröffnet neue berufliche Perspektiven.
Die steigende Beteiligung von Frauen an führungsbezogenen Weiterbildungen zeigt, dass immer mehr Frauen diesen Weg aktiv verfolgen. Auch wenn Weiterbildung allein keine ausgewogene Vertretung in Führungsgremien garantiert, schafft sie eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Unternehmen künftig auf einen breiteren Kreis qualifizierter Führungspersönlichkeiten zurückgreifen können.
Ausblick
Die Zahlen der HWZ zeigen einen deutlichen Wandel bei den Teilnehmenden führungsbezogener Weiterbildungen. Während Frauen in vielen Führungsetagen weiterhin unterrepräsentiert sind, bereiten sich heute mehr Frauen als je zuvor gezielt auf Führungsaufgaben vor.
Wie stark sich diese Entwicklung künftig auch in den Führungsgremien der Unternehmen widerspiegeln wird, bleibt eine spannende Frage. Klar ist, dass die Weiterbildung dabei eine zentrale Rolle spielt.
Quellen & weiterführende Informationen
Interne Auswertung HWZ zu führungesbezogenen Weiterbildungen 2015-2025
HWZ-Studie «So können Schweizer KMU Frauen besser fördern» (Advance)
